Kompakt
Vielleicht hilft es ja auch anderen...
Di
14
Mai
2013
My Evolution: Korg Kronos steht nun im Studio
Ein langer Entwicklungsweg für mich einfachen Bassisten... die ersten Schritte mit dem Korg AG-10 1993, einem der ersten eigenständigen Soundmodule von Korg, über Midi getriggert, zum Korg X50, dann ein Korg M50 und schließlich dem M3 (auch wieder nur als Modul und midisiert) nun ein letztes, das evolutionär ausgewachsenste Monster von Korg, dem Korg Kronos X als Klangquelle. Eigentlich habe ich handtechnisch nur die absoluten Basics zu bieten, bin aber von Keyboards und deren Sounds seit je her fasziniert. Ich habe den "Umweg" über Tastatur und VST-Plugin-Synths versucht, bin aber nicht glücklich dabei geworden. Wie schon hier erwähnt, so liebe ich die Unabhängigkeit der Geräte, um mal eben zu improvisieren. Und das geht mit dem Kronos bis zur (fast) amtlichen Produktion. Mit echten Knöppen.
Da ich kein Keyboarder bin und damit nicht auf die Bühne gehe, spare ich mir die typischen Reviewthemen: ob und wie die Tasten klappern oder wie der Anschlag ist... mir egal, wenn es sich richtig anfühlt und funktioniert. Natürlich erwarte ich bei dem Preis keine 50€-Miditastatur. Und das bietet Korg auch tatsächlich nicht.
Und Soundmöglichkeiten, deren Anpassungen und Auswahl dieser- und die Qualität - ist sowieso jenseits von Gut und Böse. Das Ding bietet allen Pipapo, mit Sequencer (Midi und Audio), Drumtracks, Karma, Wavesequencing, Audioaufnahme etc...
Black Beauty
Das Gerät kommt gediegen daher - wie gesagt, bei dem Preis kann man nichts anderes erwarten - mit schwarzem, gebürstetem Alu auf der Hauptfront und glänzendem Plastik an den Seitenteilen. Kann man drüber meckern, aber: Plastik ist mittlerweile sowieso allgegenwärtig, hier ist es klavierlackschwarz und dick und macht einen widerstandsfähigen Eindruck. Holz hätte das Gewicht deutlich in die Höhe getrieben, so bleibt der Korg wenigstens tragbar. Ok, Alu wäre auch echt schick gewesen...
Die Bedienelemente sind - mir fehlt in der Tat der Vergleich - schon ok, aber in Teilen fühlen sie sich billig an. Leider ist das aber auch Trend, egal wo. Sogar im Autobau bietet der dünne Kunststoff häufig ein eher schlaffe sensorische Anmutung, wenn es um Knöppe und Drehregler geht. Auf der einen Seite wollte Korg hier der "schicken" Linie folgen - was mit der weißen LED-Illuminierung durchaus gelingt - was einige Knöppe und die Regler angeht, naja. Bin ja durch die NI Maschine echt verwöhnt, die meiner Meinung nach wie vor Maßstäbe setzt in Richtund Sensorik.
Fallstricke
Also: Drehregler, insbesondere das Datenrad rechts vom Display: nope, macht nicht wirklich Spaß. Aber es funktioniert. Ach ja, das Display: cool, weil man alles von dort einsehen, editieren und auswählen kann. Es ist scharf (800x600 Pixel), farbig und reagiert recht gut auf Berührung.
Aber in Zeiten von Smartphone und Tablet bleibt ein schaler Geschmack zurück. Zum einen bin ich immer versucht, auf dem Bildschirm Regler mal eben hoch- oder runterzuziehen oder auch mal eben zu zoomen... Da bei mir mittlerweile die Scharfsicht im Nahbereich leidet, ist die Schrift auf dem Display, auch wegen der Fülle der angebotenen Informationen und bearbeitbaren Parameter, häufig viel zu klein. Und im Winkel veränderbar ist es leider auch nicht.
Übrigens ist auch die Übersicht der Bezeichnungen an den anderen Knöppen und Reglern zweifelhaft klein und zu wenig deutlich (teilweise weiße oder hellgraue Schrift). Der Vorteil der Menge der gebotenen Sounderzeuger, Parameter etc. beim Kronos führt dazu, die Bedienoberfläche vollzupacken - es ist zwar nach wie vor korgtypisch, und geübte Korgler werden sich schnell zurechtfinden, aber meine Lesebrille brauche ich hier immer.
Dreh mich, schieb mich, klicker mich...
Ich hatte schon beim Korg M50 die Wahl, einen im Display aktivierten Parameter auf verschiedene Weise zu verändern: Drehrad, "Value"-Schieber oder zwei "Nach-Oben-Nach-Unten"-Tastern. Es ist manchmal etwas verwirrend, wenn es dann doch nur wieder mit nur einem dieser Regler geht, je nach gewähltem Parameter.
Grundsätzlich stolpere ich - auch sehtechnisch - immer wieder über die geringe Größe mancher Bezeichner, Dropdown-Felder oder Regler im Display und deren Zuordnung zu Knöppen und Reglern auf der Oberfläche: Ist zum Besipiel ein Track zu laut, und man möchte die Lautstärke einpegeln und greift "mal schnell" zum Reglerpanel links, dann ist die Übersicht schnell dahin... welcher Track und wo im Display ist denn nochmal der Bass? Track 3 oder 4...? Ach, doch 5? Dann Blick zurück und den entsprechenden Regler ausgesucht... 1, 2, 3, 4, 5... Die Dinger liegen nämlich auch eng beieinander und lassen sich nicht mal eben anwählen. Achja, in welchem Modus laufen denn die Schieber? Im Mixermodus oder sind sie doch den Karmakanälen zugeordnet? Da leuchtet dann immer irgendwo eine LED und lässt den Blick glasig werden. Das braucht schon viel Übung, um das mal eben zu erfassen.
Manche Parameter wiederum werden nur durch den "Valueregler" (der Schieber direkt links neben dem Display) bewegt, aber dafür muss dieser vorher erstmal im Display ausgewählt werden. Die Invertierung der Darstellung ist noch halbwegs sichtbar, aber das Treffen der teilweise kleinen Icons schon ab und zu fummelig. Mittlerweile habe ich meinem Sohn den Nintendostift geklaut und klicke damit auf dem Display rum...
Ist ein Kanal als solcher ausgewählt, dann ist dies nur durch die Nuancierung des Blaus im oberen Teil des "Kanalzugs" erkennbar, eigentlich ein absolutes Grauen. Vielleicht sollte Korg hier der Idee der Inventierung jedesmal folgen.
Klangvollvoll
Über die angebotenen Klänge, Synthis, Programme, Combis, dem Sequencer und vor allem der Karmaimplementierung (Arpeggiator "deluxe") will ich gar nicht reden. Für mich absolut sagenhaft. Und kein Vergleich zu Software - hier habe ich alles in einem Gerät, kann schrauben und machen. Im Grunde läuft ja auch ein optimierter Rechner auf Linuxbasis da drinnen und trotzallem ist das alles immer noch viel besser als Laptop, Miditastatur, Software etc.
Vergleicht man das dann, ist der Preis auch wieder im Rahmen.
Ich vermute mal, dass ich die nächsten 3 Jahre damit verbringen werde, jedes Geheimnis in dieser Kiste zu ergründen. Es lässt sich unheimlich viel machen - aber es muss nicht unbedingt sein, denn was "out-of-the-box" da rauskommt, ist schon unglaublich.
So
07
Apr
2013
C für... clean, crunch, cool? Yamaha THR10C, noch eine Brotdose für die Gitarre.
Wer die ganz harten Sounds nicht braucht, wird nun noch besser von Yamaha bedient. Nachdem der THR10 das klangliche Rundumpaket bietet - die Mutter aller THRs sozusagen - ist der THR10C der Spezialist für reine und angeraute Klänge. Daneben bleiben Bass, Acoustic und Flat bestehen, was auch den 10C als Allzweckgerät definiert. Wenn ich auch Modebegriffe wie "Vintagesound" und "Boutiquesound" nicht mag: dieser 10C klingt nach perfektem Bluesamp. War ich schon begeistert vom ersten 10er, so ist der 10C quasi für mich maßgeschneidert - weg von der "Alles-in-einem" hin zu ... cooool.
Amp(tliche) Sounds
Bei diesem Modell gibt es wieder fünf Ampsimulationen (plus Bass, Flat und Akustikkanal), spezifische Klangeinstellungen und acht Effekte - diesmal aber eben optimiert auf die genannte Soundpalette, nämlich als "Röhrenamp-Simulations-Spezialist".
Die fünf hauptsächlichen Amps - Mini, Brit Blues, US Blues, Class A und Deluxe - emulieren eben die sogenannten "Vintagesounds" mit den zwei bluesigen Spezialisten, den British and American blues Amps. Diese klingen superclean, wenn leise gespielt und kriegen eine nette Färbung, wenn es etwas härter zur Sache geht. Nicht wirklich crunchy verzerrt, da fehlt dann etwas das hohe Klangsprektrum, aber sägend genug, um im richtigen Kontext zu passen. Interessanterweise klingen diese Amps über die eingebauten Lautsprecher noch besser als über Kopfhörer oder USB-Out. Deswegen habe ich angefangen, diese auch mal per Mikrofon direkt abzunehmen.
Effekte
Für mich klingen auch hier die Effekte wieder, wie auch im "Ur-THR", superb - sie profitieren enorm von der Stereodarstellung, gerade besonders auch das Reverb. Die Effekte sind sofort passend (gut, manchmal mit Hilfe eines Feintunings des optionalen Editors) und ich nehme sie in der Regel direkt auf. Kein Gefummel mehr in der DAW... Für mich passt das - allein der Klang des genannten Reverbs ist bei manchen VST-Herstellern erst ab dem Preis des ganzen THR erreichbar. Und das ist dann nur ein Stück Software...
Yamaha hat dem 10C als Delay diesmal ein "Tape Delay" spendiert, um hier den "Vintagecharakter" zu unterstützen - leider fällt dieses aber gegen die klanglichen Qualitäten der anderen Effekte ab - es klingt nicht wirklich. Oder ok, es klingt wie ein altes Tape Delay... Vielleicht Geschmackssache? Mir ist der Effekt zu schwach.
Wann ist eine Röhre eine Röhre?
Hat Yamaha mit den THRs den heiligen Gral der digitalen Simulation gefunden - und den Verstärker schlechthin gebaut, der sogar die echte Röhre überflüssig macht?
Ganz ehrlich, digitale Simulationen sind nie hunderprozentig und bilden nie den einen Sound ab, aber selbst eine Röhre klingt nicht wie die andere... Und jeder Nachbildung eines bestimmten Verstärkertyp fehlt der direkte Vergleich mit dem Original. Am Ende gilt doch nicht die genaue Nachbildung eines Klanges, sondern ob der gerade gefundene Klang in den einen Song passt, und zwar genau dort. Die Wahrscheinlichkeit, mit den THRs diesen zu finden ist hoch, sehr hoch. Jedenfalls "stört" kein Klang oder klingt zu künstlich.
Yamahas Technologie lässt einen schnell vergessen, dass man rein simuliert unterwegs ist - und dann findet man auch seinen Sound. Übrigens: ohne irgendeine merkliche Latenz - und das ist fürs Spielgefühl enorm.
Fazit
Nachdem ich mit dem THR10 begonnen habe, mir den THR5A für die Akustikgitarre zugelegt habe und nun den THR10C für mich entdeckt habe, bin ich vom technischen Konzept von Yamaha wirklich angetan. Es mag in einzelnen Fällen Spezialisten geben, die noch näher an ein Original kommen mögen, aber es ist die Breite des gebotenen - dass ist schon besonders. Und es klingt!
Kurz: perfekt! Nur ein richtiger Line-Out wäre wirklich noch nötig.
Achja: Liebe Yamahas - bringt Euren Editor doch auch als iPad-App raus, dann wäre es wirklich rund...
Mo
18
Feb
2013
Mythen, Mythen... Theorie der digitalen Samplingrates
Durchaus vergleichbar ist die Diskussion um Samplingraten mit der beim Pixelwahn digitaler Kameras: so verspricht die Industrie "mehr ist besser", aber bei beiden zeigt sich: stimmt nicht so richtig. Ob schlicht physikalische Grenzen erreicht werden oder Nebeneffekte das Endergebnis stören - Justin Colletti von "Trust me I am a scientist" hat eine sehr interessante und fundierte Bestandsaufnahme gemacht. Lesenswert!
Hier also mal schauen (auf englisch).
-
Fr
01
Feb
2013
Warum 24 Spuren genügen...
If you can’t do it on 24 tracks, there’s a problem [Daniel Lanois, Producer (U2, Bob Dylan, Peter Gabriel)]
Ein Zitat, welches von Graham Cochrane auf The Recording Revolution mal näher betrachtet wird. Und eine klare Ansage, das die auf den ersten Blick "unbegrentzte Anzahl an Spuren" im digitalen Zeitalter dann doch nicht wirklich Verheißung verspricht, sondern schnell zum Fluch werden kann.
Ironischerweise führt nicht nämlich gerade die unerhörte Möglichkeit zu schlechten und vollgepackten Mixes und behindert die Kreativität - wie oft verliert man sich in Details...
Hier Grahams Artikel (englisch) auf The Recording Revolution...
Do
31
Jan
2013
Yamaha THR 5a - die kleine perfekte Brotdose für die akustische Gitarre
Muss einmal schwärmen: Fast die eierlegende Wollmilchsau...
Wenn Yamaha in der Vergangenheit auch nur bedingt Erfolg mit Gitarrenverstärkern hatte, so ist die THR Serie offentsichtlich ein großer Erfolg. Quer durchs Netz gibt es Zustimmung, egal von welcher Stilrichtung. Waren THR10 und der im Gegensatz etwas abgespeckte THR5 vollausgestattete Basisversionen, hat Yamaha damit quasi eine neue Verstärkergattung erfunden: nicht dass es nicht schon andere Übungsverstärker mit Simulationen gab und gibt, aber die Konsequenz von Yamaha hier in optimierter Größe einen perfekten Stereovollsound mit entsprechend hochwertigen Effekten bereitzustellen - mit USB-Anbindung und sogar Batteriebetrieb - das gab es in dieser Komplettheit so nicht.
Elektro-Akustikverstärker
Yamaha selber hat ja durchaus auch eine Menge Erfahrung in Bezug auf akustische und besonders elektroakustische Gitarren - sie haben ein umfangreiches Angebot. Ebenso haben sie mit ihren "Silent-Gitarren" auch Kenntnis von den "Extremen" der Gattung und bieten sie selbst an. Für die elektroakustischen Modelle - und auch für die "Silent-Gitarren" - haben sie nun einen weiteren Verstärker auf Basis der THR-Serie gebaut, der nicht auf der Idee von Ampsimulation im Bereich der Cleansounds aufsetzt, sondern die Abnahme mit verschiedenen grundsätzlichen Mikrophontypen simuliert - konsequent und richtig gedacht!
Als 5er besitzt er zwar keine Speicherplätze, liegt damit aber auch preislich unter den 10ern im Bereich von rund 200 Euro. Er bietet genauso unglaublich hochwertige Effekte und eine USB-Schnittstelle, um direkt aufzunehmen und als Ausgabemedium zu fungieren. Laptop und THR reichen fürs zwischendurchaufnehmen. Sogar im Batteriebetrieb... was ein wirklich, wirklich cooles Feature ist. Achja, alle Parameter können über die USB-Anbindung und einem Software-Editor feingetuned werden.
Mikrophone, nicht Amps.
Der THR5A bietet vier Mikrophonsimulationen: Kondensator, Dynamisch, Röhre und Nylon. Wobei Nylon eher eine frequenzoptimierte Verstärkung darstellt und keinen Mikrophontyp. Es ist keine Simulation, die aus einer Westerngitarre eine Nylongitarre zaubert!
Ok, es gibt dann noch einen Amp: EG Clean. Auch der hat an dieser Stelle Sinn und klingt gut.
Effekte 1
Die Effekte bieten Compressor, Chorus, Delay, Reverb - mit Hilfe des erwähnten Editors sind auch noch Flanger, Phaser, Tremolo, Spring Reverb und ein Noise Gate im Zugriff. Wenn der Editor noch as App vorliegen würde, um über das iPad geregelt zu werden...
Wie auch bei den anderen THRs sind Effekte als Kombinationen anwendbar, und das sehr sinnvoll: so kann von Compressor pur über Compressor/Chorus kombiniert bis hin zum Chorus pur gewählt werden, in ausreichender Abstufung. Ein weiterer Regler ist dann für Delay und Reverb und dessen Kombinationen zuständig. Die Idee mit dem Compressor ist gerade in Verbindung mit den Dynamiksprüngen einer elektroakustischen Gitarre perfekt: so sind unterschiedliche Anschlags- und Pickinggeräusche, Schläge auf den Korpus etc. direkt gebändigt. Es ermöglicht ausserdem - in Verbindung mit dem Chorus - einen unglaublich warmen und dichten Klang.
Effekte 2 - Blend und Tone
Nicht wirklich Effekte, aber in diesem Kontext schon mehr als nur Tonregelung: ein Drehen von "Tone" hebt das eine und senkt das andere Frequenzband. Damit ist dies eher das, was man so unter "Contour" versteht und hat für elektroakustische Gitarren wirklich Sinn: da die meisten verstärkten Gitarren eine Klangregelung (EQ) direkt anbieten, muss sowas dann auch nicht mehr im Verstärker vorhanden sein.
In der Regel haben akustische Gitarren ihren Grundklang - so soll es sein - und werden im Verstärker entsprechend "nur" verstärkt. Den größten Einfluß haben dann meist die Art der Abnahme (zBs. Mikrophontyp) und Stellung der Mikros. Der Einfluß dieser Parameter ist enorm - und lässt sich mit Hilfe der Möglichkeiten des THR5A sehr gut nachstellen. Somit ist mit dem Toneregler mit seiner Contournatur eher die Änderung der Mikrophonposition zu verstehen, so in etwa.
Jedenfalls werden Tiefen entsprechend abgesenkt, und Mitten und dann Höhen gehoben - dreht man ihn nim Uhrzeigersinn. Eine sehr musikalische Einflussnahme!
Neben Master und Volume, die letzlich die Lautstärke regeln, ist der "Blend"-Regler dafür da, zwischen Original- und bearbeitetem Klang überzublenden - auch damit lassen sich sehr musikalische Klangeinstellung realisieren.
Die netten kleine Dinge drumherum...
Wie erwähnt bietet jeder THR eine USB-Schnittstelle, um direkt aufzunehmen. Trotzallem nutze ich nach wie vor den Phone-Out (einen Line-Out gibt es immer noch nicht...!) für die Aufnahme, da ich es so durch den Mixer und meine analogen Färber schicken kann. Ausserdem ist das Handling für mich einfacher...
Ebenso gibt es einen Tuner und die Möglichkeit, Delay und Chorus mit Hilfe eines Tasters einzustellen: so geht es hier nicht um die numerische Einstellung des Tempos, sondern einfach durch entsprechendes Fingertapping. Funktioniert sauber.
Ach ja... der Verstärker bietet 5 Watt Ausgangsleistung, was für einen Übungsverstärker ausreichend ist. Aber wie auch schon beim THR10 (der, Wunder, 10 Watt bietet): das Ganze in Stereo mit einem erstaunlichen Klang, da durch die Hifi-Truppe von Yamaha optimiert, lässt es sich a) über die Phonebuchse abnehmen. Oder b) eben direkt mit Mikro. Damit beschränkt sich meiner Meinung nach die Anwendung eben nicht nur auf die Situation des Übens oder der (hatte ich es schon gesagt: perfekten) Aufnahme. Den würde ich auch ohne weiteres auf die Bühne nehmen. Der Klang ist dafür jedenfalls unglaublich.
Fazit
Kurz: perfekt! Nur ein Line-Out wäre noch nett.
Achja: Liebe Yamahas - bringt Euren Editor doch auch als iPad-App raus, dann wäre es wirklich rund...
Infos
Di
29
Jan
2013
Sure SM7B - raus aus der Geheimtippecke, rein ins Studio
Es gibt aber gute Gründe, sich für ein dynamisches Mikrofon zu entscheiden: weniger Raumanteil, "weichere" Aufnahmen, weniger "Sssssss"ibilanten, grundsätzlich weniger anfällig, preiswerter. Wobei preiswert sich etwas relativiert, da meist gute und kräftige Preamps benötigt werden, sind die Mics doch meist leiser. All dies gilt für das Sure SM7B im besonderen. Aber: Michael Jackson, Bono, die Red Hot Chilli Peppers und Metallica habens auch oft benutzt...Und ich jetzt auch.
Gegen den Kondensator-Hype
Den Hype um Kondensatormikrofone habe ich nie ganz verstanden, ausser dass hier die Industrie wohl sehr erfolgreich die Marketingmaschine benutzt hat. So gelten diese als sehr saubere Aufnahmegerätschaften, die natürlich auch erst gut sind, wenn teuer. Auf der anderen Seite sind viele Hersteller von Audiointerfaces dadurch nicht zwingend dazu verdammt, hochwertige (laute und rauscharme) Preamps zu verbauen. Ein Schelm, wer hier böses denkt...
Natürlich habe ich in meiner Sammlung auch ein Großmembrankondensatormikro - neben dem bis jetzt bevorzugt benutzten EV Blue Cardinal - wenn auch nicht High-End und entsprechend kleinerem Preis (T.Bone SC1100 Großmembran Mikro). Leider haben preiswertere Großmembraner (wie das genannte) eine ausgeprägte Neigung, den Bereich um die 4-6 kHz besonders anzuheben - und zwar immer. Dieser erste “Wow!” - Effekt kann später in der Mischung sehr nervig werden und lässt sich auch nur schwer EQen. Jedenfalls bei Gesangsaufnahmen.
In der Tat nimmt ein Kondensatormikrofon mehr Details in den Höhen auf (bis hin zu "harschem" Gezischel) und das dynamische Pendant klingt vergleichsweise dumpf, heißt es. Dabei sind doch gerade
beim Gesang womöglich andere Klanganteile ausschlaggebend, es lässt sich hier gut mit EQ und Enhancern gegensteuern ohne das es verbogen klingt. Dazu unten mehr...
Natürlich ist die Instrumentenaufnahme eine andere Sache, aber das ist nicht mein Ding, mir geht es nur um den Gesang.
Sure...
Das SM7B ist ein dynamisches Mikrofon mit einer normalgroßen Membran mit Nierencharakteristik und eignet sich bestens für die Aufnahme von Sprache, Gesang und auch Instrumenten. Sure selber findet, es ist es vor allem für die Arbeit im Bereich Voice-Over und Broadcast prädestiniert - was in Amiland dann auch häufig damit gemacht wird.
Auffällig ist hier die dafür gebaute Halterung und das entsprechend optimierte Design - vorgesehen ist die Montage an einem Galgen, also von oben hängend. Es bietet einen integrierten Poppschutz sowie eine Aufhängung gegen Körperschall. Und ist relativ groß, bzw. massiv.
Auf der Rückseite können über zwei Schalter eine Tiefenabsenkung sowie eine Anhebung der hohen Mitten/Höhen im Präsenzbereich eingestellt werden. Soviel zum Thema Präsenz und Höhen beim Großmembrankondensator und dem vermeintlichen dumpfen Klang eines dynamischen... Hier hat man sogar die Wahl!
Während der eingebaute Tiefpassfilter bei etwa 400 Hz ansetzt und für um die -3 dB Absenkung bei 200 Hz sorgt (also nicht unbedingt ein steilbandiger Trittschallschlucker für die ganz tiefen Klopfer unterhalb der 80-100Hz - das sollte also der Mixer/Preamp mitbringen), ist ein schaltbarer Präsenzanheber ein selten gesehenes Feature bei Mikrofonen. Die Anhebung findet in einem Frequenzbereich etwa zwischen 2 kHz und 4 kHz statt. Sie sorgt dafür, dass die Stimme etwas näher rückt und prominenter klingt. Cool ist die simple Darstellung der Einstellungen an den beiden Filtern. Mit einem Kuli o.ä. können die kleinen Schalter verschoben werden und schieben ein Blech mit, welches dann die Kurve anders darstellt. Es gibt auch ein Kappe, die den Zugang "versperrt".
Gut für den computerisierten Homerecorder...
Was dieses Mikrofon neben seiner robusten Bauweise und seinem Klang eigentlich als Sprechermikrofon prädestiniert, ist die gute Abschirmung gegen Geräusche (Raumklang), und jenen, die aus Breitbandstörungen von Bildschirmen oder elektrischen Geräten resultieren. Das ist doch genau das, was den Homerekorder mit schlechter Raumakustik, kleinem Raum und Computer (-monitoren) aufhorchen lässt.
Auch die interne Schwingungsdämpfung, die gegen die Übertragung von Körperschall helfen soll, ist nahezu perfekt. Selbst ein relativ festes Klopfen mit den Fingern (!) auf die Gehäusewand ist nur als leises Geräusch in einer Aufnahme zu hören.
Mit einem Frequenzgang von 50 Hz bis 20 kHz angegeben (lt. Hersteller), bleibt das SM7B bis etwa 5 kHz relativ linear, dann kommen die Beulen. Aber die nackten Zahlen sagen da nix und sind mir eigentlich egal... Es klingt "weich" und "voll". Es gibt keine zu harten Ecken und Kanten. Im Höhenbereich findet sich eine Ausgeglichenheit, die hervorragend mit meinem verhalten färbendem SPL Channel One zusammenarbeit. So springen einen die Höhen nicht an, sind aber dennoch ausreichend schnell und präsent - und daher sehr gut mit dem EQ zu bearbeiten, bzw. mit dem SPL zu trimmen.
Ein Sprechermikrofon oder geht eben auch Gesang?
Das SM7B hat einen Frequenzgang, der perfekt für Stimmen geeignet ist und genau dort Frequenzbeulen aufweist, wo ich sie meist sowieso mit dem EQ schaffen würde – na sowas. Es ist nicht so knackig (oder detailreich) wie die meisten Kondensatormembrane, was aber ja sowieso nicht immer zielführend ist... und manchmal schwer zu zähmen. Der Sound bleibt gut und kraftvoll und tendiert eben dazu, warm zu wirken.
No Popp, no plopp
Ohne den Windschutz sieht man einen perforierten Metalkäfig vor der Mikrofonkapsel - der einem zum "richtigen" Abstand zwingt und - mit dem Windschutz - wie ein Poppschutz wirkt. Es ist fast unmöglich dieses Mikrofon zum Ploppen zu bringen. Habe ich endlich nicht immer den blöden Ploppschutz vor der Nase.
Durch die relative Unempfindlichkeit gegenüber Raumanteilen nutze ich zur Zeit auch den Micscreen nicht mehr - ein ganz neues Raumgefühl bei der Aufnahme. Und das Blatt mit dem Text ist nicht nur besser zu sehen, sondern zwingt mich auch nicht mehr, meinen Kopf zu drehen... So bleibe ich ohne Mühe sauber und gleichmäßig auf der "akustischen Achse" ausgerichtet. Eine Keinigkeit, aber in der Aufnahme auffällig.
Leise... also her mit 'nem guten Preamp!
Was beim direkten Anschluss an ein Audiointerface schnell klar wird (und worauf auch der Hersteller hinweist): es hat einen relativ niedrigen Ausgangspegel. Heißt schlicht: es ist leise! Also wird ein Vorverstärker mit entsprechenden Gain-Reserven benötigt, gut sind +60 dB und mehr. Viele Audiointerfaces werden leider nicht genügend Verstärkung für dieses Modell mitbringen, also unbedingt mal nachschauen! Da diese Angabe nicht immer so einfach zu finden ist (warum wohl bloß...?) findet sich rechts ein ganz interessanter Link dazu.
Auf der anderen Seite verträgt dieses dynamische Mikrofon enorme Schalldruckpegel (Lautstärken) und eignet sich damit hervorragend für Musikstile, in denen der Gesang eher einem Schreien ähnelt.
Nicht mein Anwendungsfall aber oft beschrieben ist eben auch der Fall, Instrumente damit aufzunehmen. Neben Gitarre und Bass gerade wohl auch die Kick Drum, deren Schalldruckpegel werden gut verarbeitet. Hihat und Becken sollen auch klingen, gerade auch der Sibilanten wegen.
Fazit
Wie bei allem: es ist kein magisches Einhorn. Crap in - crap out, was reinkommt, muss schon stimmen - das Mikro zaubert nicht, sondern nimmt die Stimme auf. Es ist kein chirugisches Instrument und hat Charakter, der auch im Zusammenspiel mit einem eventuellen Vorverstärker betrachtet werden muss.
Es hat nebem dem Klang hervorragende Qualitäten, die gerade im Homerecordingbereich äusserst hilfreich sind. Es ist gutmütig, stabil, recht unempfindlich gegenüber Raumanteilen, Sibilianten und Einstreuungen und dank zweier Frequenzbearbeitungsoptionen (Tiefen absenken, Präsenz anheben) flexibel - vor allem im Vergleich zu Kondensatoren im selben Preissegment.
Wenn auch von Sure für Voice over und Broadcast definiert, es eignet sich super für Gesang und auch die Instrumentenabnahme (wenn auch von mir nicht dafür benutzt).
In meinem kleinen Studio herrscht immer Platznot und die Raumakustik ist schwierig: da ist das SM7B ein wirklicher Helfer in der Not. Zur Zeit geht es ohne weiteren Ploppschutz und Micscreen - und das macht meine Gesangsaufnahmen deutlich entspannter. Und die Bearbeitung der Gesangsspuren.
Da der Preis mittlerweile gefallen ist (knapp unterhalb 400 Euro), können sich Einsteiger preiswert(er) mit einem wirklich hochwertigen Mikro ausrüsten - gerade auch als Alternative zu den gehypten Großmembrankondensatoren - wobei ein Preamp, der damit umgehen kann (hoher Gain) ein Muss ist!
Mehr Infos
Di
18
Dez
2012
Analoge Nachbrenner - Gefärbte Aufnahmen. Es lebe das Gerät.
Too much information
Nun kommen also findige Entwickler und bauen ohne Ende Plugins, die im Grunde das Verhalten von analogen Schaltkreisen, Tonbändern und Röhren - meist in Form bekannter Geräte - digital nachahmen. Nicht nur das sogar das Äussere dieser Geräte bis hin zu zerkratzten Schrauben nachgeahmt wird, nein, sie werden gerne auch noch um weitere Möglichkeiten erweitert - im Vergleich zum Original. Da nun noch mehr Parameter verändert werden können, steigert sich die Vielfalt der Manipulationen von was auch immer ins schier unermessliche - was für ein Grauen! Und alle diese Parameter wollen auf dem Bildschirm gesehen und verfolgt werden. Und eingestellt. Und berechnet. Und es bleibt trotzallem digital nachgeahmt und zwingt häufig genug Audio-Rechner in die Knie.
Mausschubsereiexcess
Diese Parameter - die ja auch erstmal verstanden sein wollen - werden also am Bildschirm eingestellt... Es gibt fast nicht schlimmeres für mich als mit der Maus rumzudengeln - ich brauche Knöpfe und muss irgendetwas anfassen. Ausserdem ist das einfach übersichtlicher, jedenfalls für mich als Lesebrillenträger... Zumal - neben der DAW - der Platz auf dem Monitor deutlich begrenzt ist, selbst mit einem zweiten Monitor. Im Rahmen des "Musikmachens" habe ich nicht wirklich Lust, mit umgeschnallter Gitarre zum Arbeitsplatz zu gehen, die Maus in die Hand nehmen, entsprechend zu platzieren und ein Miniknöpfchen zu bewegen, die Maus loszulassen, ein paar Töne auf der Gitarre zu spielen, die Auswirkungen zu hören, wieder zurück, weitere Einstellungen zu probieren etc... Echt: das nervt ab.
Ich gebe zu, das ist auch ein wenig übertrieben, oft genug sitzt man vor dem Rechner und bearbeitet hinterher gezielt einzelne Spuren und dreht eben auch virtuelle Knöpfe. Plugins bieten mit einem Klick unglaubliche viele Möglichkeiten - jeder Homerecorder kann hunderte davon auf seinem Rechner bereithalten und seine Aufnahmen durch die Mangel drehen. Und ein paar "Basics" gibt es immer, die am Rechner gemacht werden müssen - gerade weil man sich dann eben nur noch auf der digitalen Ebene bewegt und den Klang "sauber" halten kann.
Nichtsdestotrotz: ich arbeite auch schon gerne beim Aufnehmen mit den Möglichkeiten von Effekten, meist Kompressoren oder gebe dem Klang ein bißchen Charakter dazu, zum Beispiel den Klang einer Röhre. Ob ich mich eventuell ärgere, weil ich im Vorfeld schon eine Entscheidung getroffen habe, die sich nicht rückgängig machen lässt? Nöö, nicht wirklich... Dann nehme ich es gegebenfalls nochmal auf. Ausserdem nutze ich diese Möglichkeiten sehr subtil. Der eigentlich Punkt ist aber...
Ich bin Musiker, kein Toningenieur.
Da meine Geduldsspanne beim rumfummeln am "Klang" recht kurz ist und ich lieber spielen möchte, ich auch nicht wirklich willens bin (und häufig auch intellektuell nicht in der Lage zu sein scheine), Effekte und deren theoretische Basis zu verstehen und/oder zu lernen, möchte ich NICHT die Möglichkeit haben an 10 verschiedenen Parametern zu drehen - und dies bei gerade mal einem Effekt.
Im Grunde sind 10 Knöppe das, was ich für alle Effekte zusammen drehen möchte... Und einen Fader für "Laut".
Für mich hat sich herausgestellt: je mehr Möglichkeiten, umso eher verliert man sich im "Dschungel" der Parameter. Und ich komme einfach nicht vom Fleck.
Analoges vor der DAW
Nachdem ich eine ganze Zeit der Idee des "klein und wenig ist gut" gefolgt bin - auch bedingt durch den Platzmangel eines Bedroom Recorders - und es gute Gründe dafür gibt, habe ich in letzter Zeit meinen Gerätepark aufgerüstet. Und zwar um "analoge Gerätschaften mit Röhre". Natürlich verbreitert das den Footprint, aber so ist es halt...
Nachdem ich die Tonverarbeitung meiner Gitarre aus dem Rechner herausgenommen habe (und einen Yamaha THR 10 dafür nehme, der - zugegeben - nicht rein analog arbeitet), da mir der Klang von Plugins nicht wirklich gefallen hatte (Ampire, Guitar Rig, Line6...), habe ich nun drei verschiedene SPL Effekte im 19 Zoll Rackformat vor dem Mixer.
SPL Vitalizer MK2
Meine Zielsetzung war nicht wirklich "Vintage", aber eines war für mich klar: ein Enhancer für die Summe sollte es sein. Um den gesamten Mix "zusammenzuleimen" und doch sauber klingen zu lassen. Das eine Röhre dabei mitmacht, war aber schon mein Wunsch.
Schlicht gesprochen: was vorne reinkommt, klingt hintenheraus wesentlich frischer und transparenter - und mit den Röhren ergibt sich mehr "Fülle", sie verleihen dem Klang eine angenehme Seidigkeit. Und je nachdem kann der Druck (pumpend oder knallend), die Präsenz und die Breite deutlich verändert werden.
SPL geht eigene Wege, dies zu erreichen, ich spare mir die Details denn es gibt genug Seiten im Netz, die dies beschreiben: hat man erstmal verstanden, wie die drei Regelbereiche zusammenhängen, dann ist die Einstellung recht einfach und schnell gemacht. Auch für mich...
Ich habe den Vitalizer jedenfalls immer auf der Summe - nicht immer bei der direkten Aufnahme, aber fast immer beim Mix und führe in der Regel meine Spuren durch den Vitalizer auf die Stereospuren. Heißt: ich führe mein "fertiges" digitales Stereosignal ins analoge, durch den Vitalizer und wieder zurück in die DAW. Es ist einfach und effizient und erspart mir das Gefummel.
Insbesondere bei Stimmen im Mix, aber auch bei Soli lässt sich dieser Effekt sehr gut hören. Ebenso drücken Flächensounds nichts mehr an die Seite, jedes Detail wird erhalten: es gibt keine "Verdeckungen" (Maskierungen) mehr und das ist wirklich eine der hervorstechenden Fähigkeiten. Damit ergibt sich ein sehr musikalischer Eingriff in das gesamte Klangmaterial.
Verstärktes Rauschen, wie dies bei günstigen Varianten von Enhancern mitunter der Fall ist, stellt beim Vitalizer kein Problem dar: auch bei intensiver Nutzung macht sich dies nicht
bemerkbar. Im Grunde ist das Teil rauschfrei.
SPL Channel One
Es heißt, jedes Studio sollte zumindest ein gutes Mikrofon und einen guten Vorverstärker besitzen. Es war jetzt nicht mein vordringliches Problem, aber ich wollte tatsächlich "mehr" Gesang aufzeichnen. Eigentlich war ich ganz zufrieden mit dem TC-Helicon VoiceTone Correct, der seit einiger Zeit meine Schallwandler überträgt. Aber einen kompletten "Channelstrip" mit Vorverstärker, Equalizer, Kompressor, Noisegate, DeEsser und sogar einer Verzerrerstufe auf einer Oberfläche (mit echten Knöppen sauber nach Funktion angeordnet) bedienen zu können - das Ganze dann auch mit Röhre - das klang ziemlich überzeugend.
Im Helicon war ein reizvolles Feature die Quasi-Ein-Knopf-Bedienung für wichtige Bereiche, gerade auch für Kompressor, EQ und De-Esser. Das Ganze wird durch viel Elektronik und schlaue Algorithmen im Hintergrund durchgeführt und funktioniert sauber, "pumpt" aber manchmal. Für die Bühne ist es schlicht das "Supertool", vor allem wenn kein wissender Tontechniker die Knöpfe bedient.
Aber irgendwann merkte ich, dass noch mehr gehen müsste, vor allem im Bereich der tieferen Stimmlage und wenn man den Nahbesprechungseffekt mitnutzen möchte. Oder auch mal Akustikgitarre (oder E-Bass!) etwas anders aufnehmen will. Da hat der Helicon Probleme gezeigt - oder eben ganz die Segel gestrichen. Ausserdem hatte ich auch hier wieder ein paar Features mal hier, mal auf dem Mixer, mal in der DAW und nicht auf einen Griff zusammen.
SPL hat auch beim Channel One mit ihren interessanten Lösungsansätzen einen kompletten Kanalzug geschaffen, der alles bietet, was man so braucht - nicht mehr, nicht weniger. Was alles wie geht, lässt sich hier nachlesen (ein Test von Amazona). Man muss aber nicht die theoretischen Basics wissen, um mit dem Gerät umzugehen...
Kurz: sauber! Der De-Esser arbeitet perfekt, selbst bei hoher Empfindlichkeit sind keine weiteren Eingriffe zu hören, es gibt keine Nebeneffekte aber eine effektive Sssss-Unterdrückung. Mit dem Kompressor musste ich ein wenig experimentieren - der Helicon packt da wesentlich deutlicher zu - bietet aber zusätzlich einen "Aufholregler" (Make-Up) und klingt schlicht gut. Er hat Charakter, irgendwie passend. Alles in allem ein eher zurückhaltender Eingriff, aber einfachst mit einem Regler zu bedienen und daher hilfreich für mich. Das dazugehörige Noisegate arbeitet gut, "schnappt" aber manchmal und muss mit Fingerspitze eingestellt werden, sonst gibt es Probleme bei Atemgeräuschen. Effektiv ist es allemal.
Beeindruckend ist der EQ, der einfach durchstimmbare Mids und Lows dämpft oder boosten kann und sehr musikalisch klingt, und zusätzlich ein "Air-Band" bietet, das eine saubere Präsenz und damit "Glanz" in die Höhen bringt. Dieses "Air" ist wirklich bemerkenswert und klingt trotzallem sehr weich - kein Vergleich zu den meist viel zu hart klingenden digitalen Pedants. Übrigens lässt sich der EQ vor oder nach dem Kompressor einschleifen - es ist einen Versuch wert, zu experiementieren. Alles in allem: ein musikalischer Kanalzug.
Ich habe mich mit dem Channel One sofort wohlgefühlt und die Knöpfe verstanden. Herrlich.
Achja, es gibt noch eine interne Kopfhörersektion. So lässt sich direkt am Gerät die Lautstärke von Playback und Aufnahmesignal mischen. Wenn auch trocken, so doch ohne Latenz. Das geht zwar auch bei mir mit dem Mixer, ist aber am Channel One lauter. Manchmal ist das ganz gut...
SPL Charisma
Tja... der Charisma. Hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel... Der Grundidee folgend, dass Tonband- und Kassettenaufnahmen durch die Bandsättigung einen ganz speziellen Charakter aufweisen und ich diesem seit längerem hinterherjage, stand die Idee im Raum dafür ein entsprechendes Gerät zu nutzen. Grundsätzlich arbeite ich mit einem Korg M3 und möchte dessen teilweise zu cleanen Sounds zu etwas "Dreck" verhelfen. Womöglich hat mich der Vitalizer verwöhnt, der Charisma sieht wie eine Teilmenge der Fähigkeiten des Vitalizers aus. Und das ist das Problem. Er wirkt schwach und unausgegoren.
Der Charisma bietet schon genau das: Sounds lassen sich anreichern, es lässt sich eine entsprechende musikalische Verzerrung via Röhre hinzufügen, die sicher gut tut. Aber... der Bereich von "klingt" und "es ist zuviel" ist schlicht zu kurz. Irgendwie fehlt die Bandbreite. Da hat mich der Vitalizer mehr gepackt, wenn auch dessen Zielstzung eine andere ist.
Er fügt dem Sound etwas hinzu, was im chirugischen digitalen Soundgemenge machmal fehlt, muss aber mit Feingefühl eingepegelt werden. Er ist damit tatsächlich eher ein Effekt denn ein Färber, der immer mitlaufen kann.
Aber ehrlich: durchaus verzichtbar!
Fr
02
Nov
2012
Gretsch: angesehen, angespielt, verliebt...
Tim Amstrong Signatur Modell... echt schick
Obwohl ich für "Signaturemodelle" gar so nicht schwärme, habe ich schon bei meiner Telecaster das Prinzip durchbrochen - wegen des ungewöhnlichen Set-Ups.
Bei dieser Gretsch dann fand ich die Version auf den ersten Blick richtig Klasse: matt-schwarz, güldene Hardware, weiße Bindings, alles auch ein wenig größer... Korpus, Hardware. Hatte früher nie so richtig hingeschaut, war immer so ein Bluesgedöns und hatte auch farbentechnisch immer was eher langweiliges. Aber nun.
Electromatic oder Professional?
Bei Gretsch gibt es grundsätzlich zwei Gitarrenserien, Electromatic und Professional. Steht die Electromatic für günstig - "Made in Korea" um die 600€-800€ - so steht die Professional für
Hochpreis und "Made in Japan", beginnen so bei 2.500€ - interessanterweise keine Fertigung in den USA. Natürlich stattet Gretsch die Gitarren auch unterschiedlich aus, so haben die Electromatics
keine FilterTron Tonabnehmer und die Mechaniken sind auch nicht z.B. von Sperzel oder Grover. Eine Ausnahme unter den Elektro-Akustikgitarren bildet dieses Tim Armstrong Signature Modell, hier
gibt es echte FilterTrons und Grover Mechaniken für einen moderateren Preis (so ab 1.100€) - im Vergleich zu den Professionals, die in der Regel eben bei 2.500€ anfangen. Nur leider: keinen
Koffer, der sollte bei solch einem Model schon noch dazugehören.
Der Unterschied zwischen diesem
Signaturmodell und seinen teuren Schwestern fällt klein aus: Boden, Zargen und Decken sind wie bei den meisten Professionals aus laminiertem Ahorn (im Gegensatz zu Fichtendecken), der Hals
ist wie bei allen Modellen aus Ahorn. Das Griffbrett ist bei den Pros meist aus Ebenholz, bei dieser ist es "nur" aus Palisander und ein Bigsby Tremolo gibt's auch keines. Aber ehrlich: finde ich
auch nicht wirklich... hübsch.
Remake mit eigenem Charakter
Die Schaltung ist normal aufgebaut, d.h. wie bei den Les Paul gibt es per Abnehmer Volumen und Tone, einen dreifach Toggle, aber zusätzlich ein Mastervolume - was ich ziemlich hilfreich finde... Ich überlege, ob ich auch meiner Les Paul einen verpasse. Die teuren Gretsch Professionals verzichten auf Klangregler und haben stattdessen einen dreistufigen Tonschalter - ist mir der Poti lieber.
Als Vorlage für die TA diente wohl ein Model aus den 70ern - der '71 Country Club, aus einer Zeit in der die Gretschs nicht besonders waren, die Firma war damals in fremder glückloser Hand. Mittlerweile gehören sie zu Fender, was der Qualität deutlich geholfen hat. Gott sei Dank hat Gretsch bei der TA nicht einfach kopiert, so gab es nicht dieses coole Mattschwarz und der Hals war geschraubt, nicht eingeklebt. Aber sonst ist die TA ziemlich nah an der Vorlage, so findet man z.B. die "BlackTop FilterTron" Tonabnehmer mit den extrabreiten Metallrahmen in dieser Ausführung bei keinem anderen Modell, und die Saitenhalterharfe wurde auch ziemlich gut nachgebaut. Beim Steg handelt es sich um einen klassischen Tune-O-Matic Steg mit einem Sockel aus Palisander.
Auf den Punkt: sie sieht super aus.
Sie klingt!
Der Klang: Jedenfalls nicht bluesig... wenn man nicht will. Passt zum Punker, aber kann auch fast jeden anderen Sound - ich finde sie äusserst variabel, sie hat Druck und eine Präsenz - sie schreit, wenn man will, die FilterTrons tun ihren Dienst, vor allem für die Rhytmussektion! Akustisch gespielt ist die Gitarre recht laut und klingt auch ganz gut, zum Üben perfekt.
Sie lässt sich super bespielen!
Die Gitarre liegt gut in der Hand und ist leicht kopflastig, aber vollkommen erträglich. Die Mensur ist etwas kürzer gehalten (61,8 cm), mit Jumbobünden, das Griffbrett nicht zu schmal und
nicht zu dick. Dafür lassen sich auch dickere Saiten komfortabel spielen, der Klang dürfte dann noch fetter werden.
Und - für mich neu - sie hat einen Nullbund, was den tiefen offenen Akkorden klanglich guttut, da auch leere Saiten gut klingen, da über einen Bund gespielt: stimmstabil, ohne großes Schnarren, ich habe mich noch nie von Anfang an so gut auf einer Gitarre gefühlt. Diese Gitarre ist für die vollen Akkorde einfach das Non-Plus-Ultra.
Mein neuer Favorit!
Gretsch hat hier ein tolles Signature Modell im Angebot, welches über eine auffällige, originelle und coole Lackierung verfügt und mit ein Paar guten FilterTron Pickups mit ordentlich Charakter versehen wurde. Dicke Pluspunkte erhält sie von mir, da sie wegen der kurzen Mensur sehr leicht zu spielen ist, sehr ausgewogen daher kommt und trotz ihrer Dimensionen keinesfalls zu viel wiegt. Die Grover Mechaniken und die fixe Saitenhalterung sorgen für Stimmstabilität.
Was fehlt ist ein Koffer oder zumindest ein Gigbag, bei diesem Preis gehört es einfach dazu.
Trotzdem: Ich bin verliebt. Die gebe ich nie wieder her.
Mehr Infos:
Mo
06
Aug
2012
Yamaha THR10 - Übungsverstärker, Audioschnittstelle, Vielseitigkeitsmeister!
Brotdose? 50er Jahre Röhrenradio? Nope: ein Übungsverstärker. Und was für einer! Das Gehäuse besteht aus Stahlblech und wurde in einem Beigeton lackiert, was dem Teil mit den ausgefrästen Speaker-Öffnungen gut steht. Konzipiert wurde der THR10 laut Yamaha für die Zeit vor und nach dem Gig - und ist damit echt überqualifiziert, denn man kann diese kleine Kiste auch bestens für das Recording einsetzen - es bietet einen nahezu perfekten Klang. Sogar unterwegs, denn Batteriebetrieb ist auch gegeben. Und das Ding klingt richtig, richtig gut: satter Sound in Zimmerlautstärke - mit direktem USB-Anschluss.
Amp in the box
Ich besitze keinen Verstärker, da ich - bis jetzt - alles virtuell auf dem Rechner betreibe. Aber irgendwie ist der Klang nie so richtig warm und voll, ausserdem nerven die Latenzen enorm. Der Rechenknecht arbeitet ebensowenig wie die ganze Signalführung nicht ohne Verlust - in diesem Falle eben Verlust an Zeit. Und das finde ich wahnsinnig nervig: gerade wenn parallel schon ein paar Spuren mit VSTs (Drums, Keys, etc.) laufen, dann reißt Guitar Rig (u.a.) schon richtig am Prozessor und braucht seine Zeit und mich aus dem Takt.
Meine neue Alternative: Yamahas Box
In der Tat ist Yamaha für alles mögliche bekannt, aber weniger für Amps. Nun haben sich die Musiker dort mit ihren Hifi-Spezialisten zusammengetan um einen Verstärker zu bauen, der schon bei Zimmerlautstärke richtige Gitarrensounds liefert. Und das tut er.
Der Lieferumfang des 3 kg leichten THR10 ist ok. So findet sich im Karton des Amps neben einem Netzteil auch ein USB- sowie ein AUX Stereo-Kabel im Miniklinkenformat. Weiterhin findet sich auch eine Version von Steinbergs Sequencer Cubase in einer Lite-Version.
Es existiert auch ein Editor, der sich aber nicht im Lieferumfang befindet, aber von der Yamaha-Website kostenlos runtergeladen werden kann und sowohl Mac OS X als auch PCs mit Windows-Betriebssystem unterstützt. Mit ihm gestaltet sich das Editieren der Sounds ganz bequem und grafisch unterstützt vom Computer aus - zusätzlich auch weitere Einstellungen für den Kompressor und weitere Reverb- und Hallalternativen.
Röhrenfeeling, auch optisch.
Zwei 8"-Speaker sorgen für den nötigen Sound, beleuchtet wird die Front des Amps von zwei orangefarbenen LEDs, sollen wohl einen Röhrenamp suggerieren. Tatsächlich handelt es sich aber um einen DSP-gesteuerten Stereo-Verstärker mit Transistorendstufe - als Bonbon auch im Batteriebetrieb. Das orange Leuchten ist aber trotzdem cool.
Auf der Oberseite finden sich alle notwendigen Regler und Schalter für die Soundauswahl. Wie bei virtueller Klangerzeugung üblich, dient ein Poti zur Auswahl des Grundsounds. Als besonderer Clou (gerade für mich als Basser): neben Presets für die E-Gitarre gibt auch eine Voreinstellungen für Bass und akustische Gitarren, zusätzlich dient ein Preset mit dem Namen FLAT zur Verstärkung von Keyboards oder Vocals.
Bearbeitet wird der Sound mittels einer Dreiband-Klangregelung und einem GAIN-Poti, fünf Speicherplätze dienen zur Sicherung der erstellten Sounds. Hierfür stehen ebenso fünf kleine Drucktaster zur Verfügung, welche nach etwa zweisekündigem Betätigen den gewünschten Klang im Amp abspeichern.
Anschlüsse
Die Rückseite ist spärlich ausgestattet: ein Anschluss für das Netzteil, einen USB-Port. Anschlüsse für Fußschalter oder einen Effektweg gibt es nicht. Dafür stehen auf der Oberseite ein Kopfhörerausgang im 6,3 mm Klinkenformat sowie ein AUX-In (Zuspieler wie iPod etc.) im 3,4 mm-Format zur Verfügung. Die AUX- sowie USB-Signale können zudem mittels eines eigenen Lautstärke-Potis geregelt werden. Und natürlich gibt es den Klinkeneingang zum Anschluss des Instrumentes. Dieser sitzt rechts auf der Oberseite, besteht aus Metall und ist mit dem Gehäuse verschraubt, was Stabilität verspricht.
Stabilität
Überhaupt gibt der Verstärker im Hinblick auf die Verarbeitung Vertrauen. Alles wirkt robust, ist hochwertig verarbeitet und wie aus einem Guss. Das betrifft insbesondere die weich laufenden Potis, welche nicht etwa auf die Hauptplatine, sondern wie auch die Klinken-Inputbuchse mit dem Stahlblechgehäuse verschraubt wurden und somit länger halten werden.
Effekte
Eine wirkliche Perle sind die Effekte. Yamaha spendiert dem Amp alle notwendigen Effektsounds wie Chorus, Flanger, Phaser, Tremolo, Delay und sogar zwei verschiedene Hallparameter (Spring und Hall). Diese werden ebenfalls über zwei Potis (einmal Effekt, einmal Delay und Reverb jeweils pur bis hin als Mischung) dem Grundsound beigemischt und klingen unglaublich breit und räumlich. Die Effekte basieren auf den Algorithmen, die auch in den Yamaha-Mischpulten der Oberklasse verwendet werden. Sie klingen dementsprechend hochwertig.
Trotzallem habe ich sie mit Hilfe des optionalen Editors (kann man auf der Yamahaseite runterladen) etwas zurückgeschraubt. Durch die kleinen Regelwege der Potis ist nicht viel Spielraum, um die Effekte subtiller einzusetzen.
Ein kleiner Taster unweit des Power-Switches übernimmt mehrere Funktionen. Mit ihm lassen sich zum einen die Verzögerungsdauer des Delays ("Tap-Delay") sowie der integrierte Tuner aktivieren. Den Stimmvorgang beobachten geht mit Hilfe eines kleinen Displays, welches auch die ausgewählte Nummer des Speicherplatzes anzeigt. Die dritte Funktion des Schalters betrifft die Signalführung der Endstufe, denn durch ein Drücken des Schalters aktiviert dieser die "Extended Stereo"-Funktion und sorgt damit für ein breiteres und somit noch räumlicheres Stereo-Klangbild.
Angespielt
Hups! Den Klang habe ich nicht erwartet.
Das kleine Kästchen (und es ist wirklich klein und süß) liefert einen Sound, der "Virtuell-Analog" neu definiert... und das ohne Latenzen. Die Grundsounds klingen alle dynamisch und lassen fast echtes Röhrenamp-Feeling aufkommen - für mich wesentlich besser als alle simulierten Sounds im Rechner. Bestechend gut gelungen sind insbesondere die Highgain-Sounds, die keineswegs zum Matschen neigen, sondern einen sehr sauberen Sound liefern. Das Zusammenspiel zwischen dem Gain- und dem Master-Regler eröffnet eine breite Soundvielfalt: einfach den Master-Regler voll aufdrehen - und damit die "virtuelle Endstufe" in die Sättigung fahren - das Signal in der Lautstärke aber problemlos mit dem GUITAR-Poti auf annehmbare Wohnzimmer-Lautstärke runterregeln!
Toll klingt die Effektsektion, welche durch die Stereo-Signalführung dem Klangbild eine breite und wirklich räumliche Note verpasst. Wie gesagt, mit Hilfe des Editors können diese je nach Belieben auf den persönlichen Geschmack angepasst werden - was für einige der Effekte auch nötig ist, da sie sehr stark reinknallen.
Und auch die Lautstärke ist, trotz der nur 8" großen Speaker, erstaunlich. Nicht hoch genug für Proberaum oder Bühne, aber dafür wurde dieses kleine "Soundbiest" ja auch nicht entwickelt. Für Sessions oder dem Üben kann ich mir kaum was besseres vorstellen.
Da aber die Phonebuchse auch einen Lineout darstellt, ebenso eine Mikrophoneabnahme möglich ist, ließe sich der Kleine auch auf der Bühne nutzen. Nur fehlt hier eine mögliche Steuerung über Fußtaster...
Durchgespielt (Februar 2013)
Hatte nun schon einige nette Abende mit dem Teil und habe mittlerweile meinen "Verstärkerstack" um den THR5A für Akustisounds erweitert. Unter anderem auch, weil ich begeistert und überzeugt vom Konzept und dessen Umsetzung bin.
Habe an meiner Telecaster und der Gretsch jeweils eine Fishman-Piezobrücke und damit einen "Stereoout": das Pickup-Signal geht in den THR10, das Piezosignal ("Akustik") in den THR5A. Ich mische die beiden Sounds im Mixer direkt so zusammen, wie es mir gefällt und nehme dies so auf.
Aufnahmen mach ich nach wie vor direkt aus der Phonebuchse, also analog, auch wenn der Nebengeräuschlevel durchaus vorhanden ist - manchmal nervig, weil auch unterschiedlich. So gibt es häufig hochfrequente Einstreuungen, die sich mir nicht immer erschließen... Sie lassen sich meist dadurch in den Griff bekommen, dass ich das Teil im reinen Batteriebetrieb fahre. Trafobetrieb ist für Aufnahmen - aus der Phonebuchse - nicht machbar.
Wie gesagt, der Klang ist ohne Fehl und Tadel und flexibel einstzbar. Es ist durchaus noch einiges mittels des Editors zu machen, so lässt sich der Klang noch feintunen und weitere Effekte anschalten. Für mich ist es das ideale Tool für alle Gitarrenparts.
Effekte sind perfekt, nur lassen sich manchmal am Gerät selber nicht so fein einstellen - wenn es sein muss, dann im Editor nochmal nachfahren. Jedenfalls nehme ich nun die Gitarrenparts direkt auf, und spare mir eine Menge Gefummel in der DAW.
Bass
Der THR10 bietet auch eine Einstellung für Bass. Und Flat. Beide lassen sich für Bassaufnahmen nutzen. In der Tat mache ich alle Bassaufnahmen damit... Vom Prinzip her Stereo, ist der Sound voll und brachial, wenn man will, lässt sich sehr schön mit Compressor und Chorus andicken. Ohne viel Gedrösel. Passt meistens sofort und braucht nicht viel Nachbearbeitung in der DAW. Und ist Phasensauber!
Die Widergabe meines Ibanez im Basskanal ist voll und klar, EQ sowie Gain, Volume und Effekte lassen sich hier ausreichend fein dosiert einstellen und decken fast alles ab. Der Sound wirkt wie gesagt "saftig" und voll, die Mitten kommen leicht knochig, wobei der Bass sowieso ein weites Klangsprektrum bietet - aktive Elektronik mit allem Pipapo. Aber genau hier gefällt es mir, die Mitten sind - auch bei meinem Fretless - ausgewogen und lassen sich im Mix "überall" positionieren.
Das zweite bassrelevante Modelling ist "Flat" - also linear. Das ist auch reizvoll, klingt etwas fülliger in den Tiefmitten und ist damit perfekt für meinen Fretless mit aktivem EMG
PJ-X Set.
Fazit...
In Zusammenarbeit mit der HiFi-Abteilung ist es Yamaha gelungen, einen Verstärker zu entwickeln, der - für mich - kaum einen Wunsch übrig lässt. Interessantes Konzept: so scheint das Teil für die Zeit vor und / oder nach dem Gig konzipiert zu sein - aber auch oder vielleicht gerade - für das Heimstudio.
Auch wenn die meisten Tester diesen Punkt nur nebenbei erwähnen: er ist für mich das fette Plus.
So kann ich nicht nur verschiedenste Grundsounds und Effekte latenzfrei nutzen, nein, ich kann auch im heimischen Wohnzimmer tatsächlich in annehmbarer Lautstärke den vollen Sound hören. Für die heimische Session geht soweit auch alles: Gitarre, Bass, eventuell Keyboard. Das ganze direkt per USB (24Bit, 41kHz) in die DAW - oder per Lineout (Phonebuchse) in die Audioschnittstelle: perfekt!
Ach ja, das kleine Teil kann auch den Sound der DAW über den USB out übertragen - wie auch andere Zuspieler zum jammen - und das ganze mit einem sauberen Sound. So lässt sich auch einfach das ganze Teil als Audioschnittstelle samt Monitor nutzen...
Und durch den Batteriebetrieb ist das auch alles noch transportable - mit Notebook eine bewegliche Lösung. Alles ist sehr hochwertig verarbeitet (Metall und verschraubte Potis...) und bietet in seinem Lieferumfang auch zusätzlich die Sequencer-Software Cubase, wenn es denn gebraucht wird.
Also kurz: viele (röhrenwarme) Grundsounds, viele Möglichkeiten, handlich und augenschmeichlerisch. Und anschlussfreudig.
Info:
Fr
08
Jun
2012
Gibson Les Paul Studio
Habe mir eine "echte" Les Paul gegönnt, da diese in Bezug auf das Preis-Leistungsverhältnis (und nach der Lektüre diverser Testberichte) gut dasteht. Da eine originale Gibson zu besitzen gut klingt, ich aber nie diese Preise bezahlen wollte, ist die Studio der feine Kompromiss. Zumal "echte" Klassiker unter den Paulas Preise erzielen, für die ein Normalsterblicher in der Regel ein Auto kauft. Ähnlich bin ich auch schon bei meiner Telecaster JA 90 vorgegangen - es gibt nun mittlerweile diese 600-Euro-Klasse-Gitarren, die als Originale einen erträglichen Preis haben, ein paar Abstriche bei Finish und Produktionsort darstellen, aber gut klingen. Meiner Meinung nach muss eine gute Gitarre nicht viel mehr kosten, vor allem für einen Hobbymusiker.
Sie ist erstaunlich schwer - für die doch geringe Größe des Body - und bietet sattes Sustain. Also schon "original"... Wobei, was ist schon original: Gibson selber hat soviele LP Modelle
und Nachbauten auf dem Markt, dass dies schon den Namen verwässert.
Die Gitarre klingt rund und saftig,
mit schönem Sustain und knallt richtig kräftig, wenn man will. Mit den richtigen Saiten.. die vorinstallierten Saiten klingen etwas flach. Die Verarbeitung ist gut, wobei es am Hals und Body
einige kleine weniger gut geschliffene Holzfasern gibt, die durch den Lack zwar nicht auffällig sind, aber mit den Fingerkuppen gespürt werden können. Die Bünde passen, sind in den oberen Lagen
etwas scharfkantiger - aber erträglich. Alles in allem: eine kleine Schönheit, mir gefällt das matte Finish und es fühlt sich gut an.
Bei dem Preis eine Kaufempfehlung!
- Angebot, Details, Bewertungen: Thomann.de
- Review in: Bondedo.de
Di
03
Apr
2012
Songwriting am Piano... für Nicht-Pianisten. EZ Keys.
Bin eigentlich eher zufällig drüber gestolpert, habe es dann spontan runtergeladen, trotz meiner Warnung an mich zum Thema AKS (Ausrüstungs-Kauf-Syndrom)... Und sowas habe ich wirklich nicht erwartet: ich glaube, dieses Stück Software wird die Art Songs zu schreiben, zu arrangieren und die computerbasierte Musik im Ganzen für viele dramatisch ändern können. Gerade für Musiker wie mich, die mit Keyboards und Pianos immer ihre Schwierigkeiten hatten, aber deshalb nicht darauf verzichten wollen. Es geht um EZ Keys von Toontrack, die ja auch den bekannten EZ Drummer auf dem Markt haben und auch hier das Erstellen von Drumtracks deutlich vereinfacht haben. Aber EZ Keys geht noch weiter - wer will, kann nicht nur unkompliziert midibasierte Pianoläufe bauen, sondern auch tiefer in die Musiktheorie einsteigen und eine Menge lernen...
Auf den ersten Blick
Aber von vorne: auf den ersten Blick bietet EZ Keys ein weiteres einfaches, kleines und nett klingendes Klavierplugin als zentrale Funktion. Es lässt sich Taktart und -tempo einstellen, Notenschlüssel etc., als VST betreiben oder Stand-Alone (32 und 64bit).
Darüberhinaus bietet es aber eine unglaublich einfache Unterstützung für das Komponieren.
Ähnlich wie beim EZ Drummer sind voreingestellte Grooves und Patterns (Midi) vorhanden - es können auch andere Midifiles verwendet werden- , die direkt für das Piano genutzt werden können. So kann einfach per Drag&Drop ein Pianolauf zusammengestellt werden - für einen Nicht-Tastenmensch wie mich perfekt. Das alles ist nicht wirklich neu. Aber es gibt diese Patterns in verschiedenen "Geschmäckern" für alle Songteile (Intro, Verse, Chorus, Bridge), die nicht nur beliebig auf den internen Midiplayer gezogen werden, sondern auch dort direkt transponiert oder umarrangiert werden können - es ist auch möglich, die Akkorde direkt zu ändern und dies kontextbezogen. Nicht Note für Note, sondern als Akkord. Und hinterher kann man einfach das Midifile in die DAW ziehen, um es dort weiterzuverwenden.
Musiktheorie? Warum?
Gerade beim rumklimpern ist ja nun die Musiktheorie egal (ist mir in der Regel immer egal...), welche Akkordstruktur nun wie anzuwenden sein mag, na und? Aber: EZ Keys bietet einige hilfreiche Tools, die vollkommen unaufdringlich genau dort unterstützen.
Zieht man ein Midi Pattern in den Arranger, wird automatisch die Akkordstruktur analysiert und angezeigt, das macht das Mitspielen umso einfacher. Cool wird es, wenn man dann das "Smart transpose wheel" anklickt - also den Quintenzirkel - dort lassen sich alle vorhandenen Akkorde per Mausklick beliebig verändern oder durch Variationen erweitern.
Im Zentrum steht der aktuelle Akkord, und jeder Schritt geht eine Quinte hoch (oder hinunter). Alle Akkorde, die "natürlicherweise" im Kontext stimmen, werden hervorgehoben. Über dem Zirkel findet sich die Möglichkeit, die Akkorde zu variieren (zBs. Major 7 oder Sus4...), bis hin zu detailierten Noten. Das Ganze ist einfach und intuitiv zu bedienen, aber enorm wirkungsvoll - und gibt die Möglichkeit, den eigenen Stempel aufzudrücken.
Wie erwähnt, die Sahne ist - in Bezug auf die Theorie - die intelligente "Vorschlagsfunktion" in diesem Quintenzirkel: es werden automatisch die Akkorde hervorgehoben, die im Kontext am Besten passen würden. Das hilft recht gut und kann ganz lehrreich sein. Das Ganze kann auch dem Zufall überlassen werden und führt zu interessanten Vorschlägen - gerade auch im Zusammenhang mit dem jeweils gewählten Notenschlüssel.
Hilfreiche Basis: die Bibliothek
Als mehr saitenorientierter Musiker, der Keyboards und Synthis eher immer als Begleitung oder Effektmaschine benutzt hat (auch Mangels Können), oder eben mühselig miditechnisch solche Läufe zusammengesetzt hat, finde ich das Tool äusserst hilfreich. Da das Ganze als Midifile einfach in anderen Tracks in der DAW verwendet werden kann, lassen sich von einfachen bis komplexen Arrangements - und / oder anderen Sounds - komplette Songs zusammensetzen: ohne im geringsten der eigenen Kreativität programmtechnisch bedingt Grenzen zu setzen.
Die mitgelieferten Patterns sind wirklich gut, sie können verwendet werden ohne künstlich zu klingen (sie sind "live" eingespielt worden) und sind sinnvoll kategorisiert (Pop/Rock, Soul, Country, Gospel, Jazz, Blues, Boogie, Funk etc.) und strukturiert in Strophe, Refrain, Bridge etc. Man kann so innerhalb weniger Sekunden einen ganzen Song zusammenstellen, der auch noch authentisch klingt. Soweit mit midigeneriertem Sound möglich...
Spielerisch lernen, wer will
Es gibt über 20 Seiten zum Thema Musiktheorie, unterstützt wird dieses "Tutorial" mit entsprechenden Midifiles. Zusätzlich gibt es einen Modus, indem die Fingersätze nachvollziehbar angezeigt werden um sie entsprechend zu üben.
Ohne es zu ahnen mag Toontrack hier eine der coolsten Trainingssoftware zusammenprogrammiert haben, die ich bis jetzt gesehen habe.
Fazit
Natürlich mag der Sound nicht unbedingt vergleichbar mit den großen Soundlibraries sein. Wobei diese Art Diskussion sowieso nerdish ist... Was sicher auch nicht Sinn der Sache ist - das Piano klingt aber gut genug, um im Mix zu funktionieren. Für mich - als reine Komponierhilfe - reicht es vollkommen. Ausserdem ist die Bibliothek klein genug (600MB), damit das Programm schnell startet und nicht viel Ressourcen frisst - in der Tat gibt es zur Zeit nur das eine Piano, wobei hier sicher weitere Samplesammlungen nachgereicht werden.
Ebenso sind die Effekte nicht besonders, wobei: EZ Keys kann sowohl Stand-Alone, wie auch als VST in die DAW eingebunden werden. Da kann man dann auf die eigene Effektsammlung zurückgreifen.
Für mich ist der Kern des Programms die Komponierhilfe - und da ist es stark!
So einfach habe ich noch nie einen Pianopart zusammengestellt, angepasst oder transponiert. Will man "mehr" Sound, dann lässt sich das Ganze als Midifile in die DAW ziehen und die eigenen Samples nutzen - perfekt. Kurz: reduziert auf das Nötigste, ohne zuviel Ballast mit simplen, aber unglaublich mächtigen Tools zum Komponieren.
Bespielt...
Was nach einiger Zeit des Gebrauchs aufällt, bzw. teilweise ziemlich nerven kann, ist die Art und Weise wie Maus- und Tastensteuerung der gewohnten Arbeitsweise NICHT entsprechen.
So springt die Miditimeline lustig, wenn die Maus verwendet wird, gerade bei Copy und Paste. So findet man sich plötzlich am Beginn der Timeline wieder, und muss erstmal wieder zum Arbeitsschritt zurückkehren. Was auch nicht immer einfach ist, da die "Scrollpfeile" immer wieder angeklickt werden müssen, um in Einzelschritten voran zu kommen. Apropo Copy & Paste: es gibt dafür keine gewohnten Tastaturkürzel (kein ctrl+C oder ähnliches) und vor allem kein "Rückgängig"!
So klasse als Komponierhilfe, so ist die Bedienung höchst gewöhnungsbedürftig. Achso: leider kann man das Fenster nicht in der Größe verändern... Die Timeline damit immer Zentrum des Hin- und Herscrollens. Nervig!
Ich hoffe, Toontrack bessert da noch nach.
Mo
26
Mär
2012
Das Ausrüstungs-Kauf-Syndrom (AKS)
Das AKS (auch G.A.S = Gear-Acquisition-Syndrom) kennt wohl jeder, der sich mit Musikequipement befasst. Im Grunde bezeichnet dies den schleichenden Prozess, in dem sich zunehmend mehr und mehr Produkte des Lieblings - musikalienhändler in den eigenen vier Wänden wiederfinden. Gerade im Homerecorderbereich, welcher ja meist computerzentriert betrieben wird, holt einen das ganz schnell ein: nicht nur der ganze Computerkram mit zig Plugins und Programmen drumherum, da reicht auch nicht ein Audiointerface, es sammelt sich das dritte, vierte oder fünfte an. Auch reicht nicht ein Mikro, es ist gleich eine Handvoll. Über Keyboards, MCUs und weitere Controller, weitere Lieblingsinstrumente (wähle: Bass, Gitarre, Drums, [setze frei ein] etc.) und irgendwelche mehr oder weniger sinnfreien Gadgets ganz zu schweigen.
Natürlich ist das Teil der neuen Begehrlichkeit ganz aussergewöhnlich (wie immer). Wenn das Heimstudio vom Boden bis zur Decke mit jeder Art von Ausrüstungsgegenstand bedeckt ist: was gibt es befriedigenderes? Vor allem, wenn der größte Teil auch noch als "Schnäppchen" (vor dem inneren Schweinhund / vor der Lebensgefährtin / als persönlicher Betrug) durchgeht (oder B-Stock, oder Superangebot, eBay-Schuss)?
Trotzallem ergibt sich ein wirkliches Problem mit dem AKS (neben dem möglichen finanziellen Kollaps oder schlichter Raumnot) . Nicht nur bei mir - auch bei vielen anderen, mit denen ich mich unterhalten habe: man ist so gefangen, neues, vermeintlich besseres und supermodernes Zeugs zu finden, Tests und Reviews zu lesen und es dann im freien Lauf zu erlegen, dass man eines aus den Augen verliert: Musik machen.
Fluch des Neuen
Meine ersten Jahre auf der Uni sind ein gutes Beispiel - schon alleine aus permanentem Geldmangel (und das Zeug war wirklich richtig teuer!) gab es nur einen einfachen 4-Spur-Rekorder, ein einfaches Mikro (Shure-Nachbau), einen verhunzten Bass und eine wirklich furchtbare E-Gitarre,... aber: ich habe Tonnen von Musik aufgenommen. Komplette Songs, mit Anfang und Ende...
Dann veränderte es sich. Nach einigen Jahren der Abstinenz wollte ich wieder Musik machen und fand mich in der digitalen Domäne wieder. Ich dachte, die Qualität heute, die damit möglich ist, sollte es schon sein. Und - mal hier, mal dort - hörte ich von diesem Teil und von jenem und war immer wieder verunsichert, ob die Ausrüstung, die ich mittlerweile zusammen hatte, wirklich ausreicht, zeitgemäß ist etc. Nebenher war der Wunsch, einfach nur ein paar Songs aufzunehmen, allgegenwärtig. Auch war die Einkommenslage mittlerweile ausreichend, um sich mit ein paar ordentlichen Teilen die Bude vollzustellen.
Aber irgendwie fehlte vermeintlich immer noch das eine oder andere Teil, um jetzt mal wieder ein paar Songs aufzunehmen und zu Ende zu bringen. Ich brauchte noch das Kondensator-Mikro A, diesen Pre-Amp B, jenen Kopfhörerverstärker C, die PlugIns D, E und F, dann geht es los...
Was passierte, Ihr möget es erraten...
Ich bekomme keinen einzigen Song fertig.
Gefangen im "das-Teil-noch" Spiel hat es schlicht meine Kreativität und Ausdauer gefressen. Der Gedanke ließ mich nicht los, dass meine Musik noch einen Tick besser wird, wenn ich noch dies oder das mit einbinde. Irgendwie habe ich aufgehört, meine (Tonnen von) Songskizzen auszuarbeiten und fertig zu stellen.
Aberwitzig. AKS 2.0
Nur weil die Aufnahmen besser klingen könnten, heißt ja nicht, dass sie nicht jetzt schon super klingen mögen. Ebenso aberwitzig: die meisten Zuhörer würden viele der feinziselierten Dinge gar nicht hören können/ wollen/ müssen.
Jeder Song, der nicht aufgenommen ist oder zu Ende geführt wird, weil die vermeintlich annährend perfekte Signalkette fehlt, ist ein Song weniger. Grundsätzlich. Furchtbar ist, man wird nicht jünger dabei oder - noch schlimmer - man verliert ganz die Lust, einfach Musik zu machen.
Also...
Obwohl das perfekte magische Teil nicht im Studio steht, nicht warten, einfach loszulegen! Selbst wenn man all die tollen Dinge für die Aufnahme hat, dann ist eines nicht dabei: Kreativität. Die gibt es auch ohne ein einziges Teil für umme. Wenn die Idee stimmt, kann sie sogar mit mittelmäßigem Material aufgenommen für Laune sorgen.
Ich hoffe, dass ich mir jetzt an die eigene Nase fasse. Nachdem ich das nun mal runtergeschrieben habe.
Do
01
Mär
2012
Gesangsaufnahme für Faule, oder: Schnauze voll vom Parameter-Dschungel
Der Fluch der Möglichkeiten. Nicht nur, dass Gesangsaufnahmen von allem möglichen beeinflusst werden (Raumakustik, Mikrophon, Preamp, Abstand und Winkel zum Mikro, eigene Verfassung etc.), NEIN, wenn es dann aufgenommen ist, dann bleibt auch noch die Qual der Wahl möglicher Einflussnahmen durch Effekte usw. Alles, was den spontanen Spaß und die Begeisterung an der eigenen Sache absolut tiefgefrieren kann. Ich hasse das eigentlich: ist der Kompressor (setze ein: EQ, Hall, Delay, De-Esser, Delay, Chorus...) wirklich gut dafür oder muss noch was neues ausprobiert werden? Stimmt die Einstellung, der Parameter X, Y, Z² ? Ich verstehe nach wie vor die meisten nicht und arbeite schlicht nach Gehör. Was häufig dann in stundenlanges Gefummel mit der Maus endet. Jetzt habe ich das TC-Helicon VoiceTone Correct vor dem Mixer - eigentlich für Live gedacht, habe ich es im Heimstudio...
Das Helicon ist eigentlich ein Bodentreter für den Livemusiker, was schon durch die überzeugend stabile Bausweise und den typischen Druckschaltern offentsichtlich wird. Gedacht für denjenigen, der sich keine oder keine gute PA leisten kann / will und womöglich auch ohne eigenen Mann hinterm Mixer auskommen muss.
Das Teil bietet Übersichtliches: für Gesang optimiert, Preamp (optional 48 Volt), EQ, Kompressor, De-Esser und eine Tonhöhenkorrektur (mit Anzeige). Ohne viel Firlefanz, nur jeweils einen Regler für die genannten Funktionen und fertig.
Magic. Algorithm.
Wie jetzt? Das Geheimis steckt hinter zwei weiteren Knöpfen ("Adaptive"), die den EQ (eher ein Enhancer) und den Kompressor automatisiert steuern. Das ist quasi der "Lernmodus" des Gerätes, wenn aktiviert, dann steuert es den Gesang automatisch aus, so dass (denke im Abgleich mit hinterlegten Algorithmen, Helicon hat da sicher viel Erfahrung) nach einigen Sekunden der Gesang mit EQ und Kompressor optimiert wird, so viel wie nötig, um im Club eine saubere und durchsetzungsfähige Stimme hinzubekommen.
Ist dies geschehen, dann kann der Anteil des EQs "Shape" entsprechend nachreguliert werden (mehr oder weniger "Luft im Klang" oder auf Studioneudeutsch "Air"), oder eben auch der Kompressor. Zusätzlich ist ein De-Esser an Bord der, entsprechend dosiert, genau dies macht: er filtert sauber die Zischlaute raus.
Schon dass alleine macht Eindruck: der Gesang gewinnt in meinem Fall auch bei der direkten Aufnahme in die DAW deutlich. Jedenfalls kommt es meiner faulen Natur entgegen, da ich nicht wirklich Lust habe, hinterher stundenlang per Hand und / oder Automation den Gesang sauber zu bügeln.
Pitch it.
Ob nun ein Gimick oder wirklich hilfreich, muss jeder für sich entscheiden. Zumal im Heimstudio nicht zwangsläufig nötig: die Pitch-Correction. Übertreibt man es, dann kommen ein paar nette Effekte raus (Sher hat das mal mit Autotune und "I believe" vorgemacht), dosiert verwendet hilft es schon.
Live macht es sicher mehr Sinn, gerade auch in extremen Situation wie Müdigkeit, schlechte Raumakustik etc., wo die Stimme schon mal rumeiern mag.
Im Heimstudio kann es ganz gut unterstützen, sollte aber wirklich vorsichtig genutzt werden, da teilweise der Pitchshift hörbar ist. Da macht Melodyne saubere Arbeit, wobei auch hier wieder gilt: es ist zeitaufwändig und bedeutet Mausgeschubse. Jedenfalls empfiehlt sich im Studio sowieso die Aufnahme mehrerer Takes, so dass hier Fehler korrigiert werden können - Stichwort "Comping" - und ein Live-Pitch-Shift nicht wirklich nötig scheint. Aber ich lasse es meist ganz leicht mitlaufen, zumal es trainiert, da eine optische Rückmeldung über eine tonale Schieflage informiert.
So als Fazit.
Es mag meiner faulen Natur geschuldet sein, aber die adaptive EQ- und Kompressorregelung hilft. Es ist eine brauchbare "1-Knopf-Lösung", die ich immer gesucht habe. Die Stimme wird nuanciert, bekommt "Luft" und sitzt im Mix wesentlich sauberer. Natürlich kann man das auch im Mix hinterher machen, aber es nimmt mir diesen (nervigen) Teil der Arbeit ab. Ausserdem habe ich bis jetzt nie diesen Anteil "Kratzigkeit" mit Hilfe von Plugins in meine Stimme bekommen.
Da werden sicher auch die klanglichen Eigenheiten von Mikros entsprechend verstärkt, eventuell muss man hier mal rumprobieren und die richtige Kombination für die eigenen Stimme finden, wenn's denn wichtig erscheint.
Natürlich zaubert das Teil keinen perfekten Sänger vor das Mikro, ein bißchen muss man schon selber dazu beitragen... Und man muss damit leben, dass man ein vorprozessierten Sound aufnimmt, der sich hinterher nicht mehr ändern lässt, wobei: das Gerät besitzt zwei Ausgänge. Wer will, kann auch den Originalsound mit aufnehmen.
Live ist es sicher auch die Tonhöhenkorrektur ein wertvoller Helfer, sie ist effektiv, wenn man es nicht übertreibt. Im Heimstudiobereich ist diese eine hilfreiche Unterstützung, um Gesang zu üben: so sieht man eine tonale Schieflage und "merkt" auch die Korrektur beim Singen. Das hilft wirklich!
Nennen wir es Schminke für die Stimme.
Kurz: wie auch handelsübliche Kosmetik, man macht aus keinem Kermit eine Marilyn Monroe, aber auch Kermit mag mit der richtigen Schminke besser wirken. So auch hier: das Teil poliert die Stimme und bietet die "Ein-Knopf-Lösung" für Enhancer, Kompressor und Tonhöhenkorrektur.
Übrigens: der Preamp scheint recht rauscharm und macht seinen Job gut, somit muss ich mich nicht ärgern, meine Mackie-Preamps auf Leerlauf zu schalten.
Fr
27
Jan
2012
EV Blue Cardinal - Gesangswandler der besonderen Art...
Gesangsaufnahmen sind eben nicht nur ein technisches Thema. Wie alles andere auch... Es gibt unendliche viele Diskussionen im Netz zu "wie nehme ich Gesang richtig auf", Tipps, Tricks, ganze Büchereien. Im Grunde ist das Ziel recht einfach: es soll gut klingen, nicht übersteuern und "P" und "S" sollen nicht knallen oder zischen. Beim "gut klingen" geht es dann los: denn was ist "gut"? Dachte ich, ein Großmembranmikro wie das T-Bone SC1100 passt preislich in mein kleines Homestudio, so stimmte dies auch für den Anfang, bzw. für die ersten Usecases... Aber irgendwie klang es mit der Zeit unausgewogen. Also mal nach einem anderen Schallwandler geschaut...
Unausgewogener Klang? Geht das überhaupt? Ist ja auch abhängig vom erwarteten Ziel - das T-Bone macht seinen Job schon gut und klingt recht sauber. Es bietet einige Optionen, die für den Preis beachtlich sind - aber für mich gar nicht so relevant: Trittschall (Tiefpassfilter) klick ich am Mixer weg, die Richtcharakteristik bleibt immer gleich. Es ist rauscharm, es gibt 'ne braucbare Mikrospinne und ein nettes Köfferchen.
Aber es klingt mit meiner Stimme einfach zu spitz. Natürlich hat jeder irgendwann einen Klang im Ohr, den man für die eigene Stimme wünscht... und der ist subjektiv. Gott sei Dank. Ich habe gemerkt, dass ich immer mehr mit dem EQ rumgespielt habe, um den Klang so lange zu dängeln, bis er passt. Was nicht nur nervt, sondern teilweise auch nicht mehr ging.
EQing to death
EQ ist sicher immer mal nötig - um zu korrigieren, aber nicht um den Klang zu formen. Mittlerweile habe ich auch eine gute Kompressoreinstellung gefunden - und nehme sogar recht restriktiv einen Limiter mit in den Kanal. Aber es wurde zuviel des EQ bei mir und dem T-Bone: die Präsenz war einfach nicht zu zwingen. Ich sach ma: verschlimmbessert. Der Gesang klang "daneben". Neben dem Mix irgendwie... nicht gut.
Im Grunde ist das T-Bone wohl zu ehrlich - mit einer leichten Überbetonung der hohen Mitten. Für meine Stimme ist es einfach nicht passend.
Nachdem ich im Netz rumgestöbert habe, bin ich über das Elektro-Voice Blue Cardinal gestolpert. Es ist schon seit 2005 auf dem Markt, wurde 2008 neu aufgelegt und ist wahrscheinlich vielen aufgrund der Optik keine ernstzunehmende Alternative. Ich finde, es sieht cool aus - und das Auge isst ja bekanntlich mit.
Blue Cardinal
Ein griffiges Kondensatormikro, welches durchaus färbt - und das soll es! Viele nutzen es für Instrumente, die in den tiefen Mitten Druck und Differenziertheit brauchen (Toms, Congas, Gitarre). Oder um Frauenstimmen voll und warm zu transportieren... Oder eben einfach Gesang - und zwar auch auf der Bühne, das scheint gut zu funktionieren. Das Ding bringt bei mir jedenfalls die Präsenz in die Aufnahme, die ich mir wünsche. Genau in dem Bereich, den ich für meine Stimme (subjektiv) brauche. Jedenfalls bekomme ich es sauberer in den Mix, neben meinen mitten-lastigen Gitarren.
Klingt.
In der Tat ist der Nahbesprechungseffekt deutlich ausgeprägter als beim T-Bone. Da ähnelt es den dynamischen Mikros. Aber es liefert einen ausreichenden Pegel und wenig Rauschen, so dass man ruhig ein wenig Abstand nehmen kann. Was auch ganz gut ist - es hat eine relativ große Oberfläche, so dass "P" und "S" im Grunde voll trefen. "P" - Laute werden relativ gut weggesteckt, aber mal Hand aufs Herz: es ist physikalisch gar nicht zu verhindern, selbst mit einem weiteren Poppschutz (den ich nutze). Da muss man schlicht mal am eigenen Gesangsstil arbeiten.
Out-of-the-Box bleiben - Gesangsstil! - die "S"-Laute ein Problem. Was physikalisch auch klar auf der Hand liegt...
Aber: es ist schon deutlich weniger ausgeprägt/ auffallend als bei meinem T-Bone.
"Sssss"....
Ich habe im Netz jemanden gefunden, der einen wirklich hilfreichen Tipp bei der Hand hatte: der Schaumstoff hinter dem Gitter ist relativ dünn, dieser soll ja die Zischlaute dämpfen. Daraufhin habe ich ein weiteres dünnes Stück Schaumstoff in die Kapsel verbracht - das Gitter lässt sich mit Hilfe drei kleiner Schrauben lösen - und höre da: es hilft! Das Mikro ist nun deutlich weniger empfindlich.
Mit dem ihm eigenen Klangcharakter und meiner Vorstellung meiner Stimme passt dies Mikro nahezu perfekt, ich könnte nicht mal den Finger drauf legen, was genau anders ist... aber es passt und lässt sich gut in den Mix integrieren.
Rote Kugel
Es ist nicht wirklich rund, hat aber eine interessante Form. Bedingt dadurch passt es nicht in eine Mikrospinne, lässt sich aber gerade deswegen gut positionieren, sollte mal ein Instrument aufgenommen werden. Da ich meinen Mikroständer sowieso unter der Decke habe und das Mikro hängt, ist die Spinne zur Entkopplung nicht wirklich wichtig.
Auf einer Bühne - und dort wird es von einigen durchaus eingesetzt - wird das Ding jedenfalls ein Hingucker sein. Im kleinen Studio wirkt es auch...
Weitere Infos
Mi
14
Dez
2011
(M) eine neue DAW: Presonus Studio One 2.0
Ich bin "Nebenher-Musiker" und habe nicht immer allzuviel Zeit übrig, in meinem kleinen Studio diesem Hobby zu frönen. Und so sehr ich in den letzten Jahren Reaper schätzen gelernt habe, so sehr nervt nun aber mehr und mehr dessen enorme Flexibilität, die damit einhergehende Komplexität und die "offenen Enden". Natürlich kann man Reaper anwerfen und direkt drauflosrecorden, aber... einen kurzen Mix herzustellen, hier und da EQing, Reverb, Compressor... da wird es dann aufwändiger und fordert tieferes Verständnis und Beschäftigung im Detail und eventuell weitere Tools. Irgendwie lässt einen Reaper hier alleine. Studio One verspricht dagegen einen arbeitsorientierten Workflow, der dies wesentlich vereinfachen soll... mit smooth integrierten Tools. Und in der Tat...
Der Preis der "allumfassenden" Pro Version ist zwar auf den ersten Blick deutlich höher als Reaper (ca. 390€ zu 60€), bietet aber eine sauber integrierte Grundausstattung mit Effekten, Melodyne Essential und einer "Mastering Suite" für die komplette Produktion. Und vielen sinnvollen und direkt nutzbaren Presets und FX-Chains. Und das Ganze ist per "Drag & Drop" mal eben zusammengeklickt. Das geht in weiten Teilen zwar auch easy in Reaper, ist hier aber noch konsequenter in den Workflow integriert.
Die Plugins sind - so die Aussage in vielen Tests - hochwertig, sauber integriert und vollständig. Für mich sind sie vollkommen ausreichend. Damit relativiert sich der Preis gerade für Neueinsteiger deutlich, muss doch nicht mehr viel Geld für weitere VSTs ausgegeben werden.
Die Entscheidung für eine DAW ist subjektiv, aber...
Vergleicht man mit Reaper, so ist für das "schnell-mal-zusammengemixt" diese Integration für mich ein wirkliches Plus: so sind die Plugins aus einem Guss, in einem Popup sichtbar angeordnet und bieten überdies im Mixer und "Side-Inspector" eine Miniansicht, in der wichtige Parameter direkt einsehbar und editierbar sind. Jetzt, wo ich das habe, weiß ich, was mir in Reaper fehlte...
Side-Inspector
Im Inspector lässt sich track- oder eventbezogen fast alles Relevante direkt manipulieren, ein Feature welches in Reaper komplett fehlt und nur durch Menüstrukturen oder rechte Mausklicks erreichbar ist. Hat Reaper durch WALTER eine in weiten Teilen enorm anpassbare Oberfläche, so sind die Layouts in Studio One fixiert und lassen nur Größenveränderungen (und Ausblenden von Teilen) zu. Dies folgt aber einem klaren Konzept und passt sauber in den Workflow. Mag sein, dass es nicht den eigenen Workflow trifft, ich kann aber hervorragend damit arbeiten - ich bin froh, dass mir eine klare Struktur vorgegeben wird: so kann ich mich wirklich auf die Musik konzentrieren.
Browser
Und wenn wir schon dabei sind: der Browser an der rechten Seite ist mal richtig sinnvoll. Instrumente, Effekte, Sounds, Dateien, Pool - alles im direkten Zugriff, flach oder in Ordnern oder nach Herstellern sortiert und per Drag & Drop angewendet! Übrigens lassen sich hier auch mal schnell eigene Presets oder Audiodateien ablegen: einfach aus dem Song rausziehen und fertig. Auf diese Weise kann dann auch ganz schnell ein Preset oder Loop o.ä. in einem anderen Song wiederverwendet werden - einfach in den Ordner navigieren und rausziehen. Einfach super.
Folder... Folder? Verwirrspiel.
Hmm... Neben der Möglichkeit, Spuren auf eigene Busse zu routen ist es auch möglich, diese in Foldern zusammenzufassen. Aber leider nur in der Spurenansicht, nicht im Mixer. Ich fand es immer ganz angenehm bei Reaper, diese Folder mal eben zusammenzuklicken und auch im Mixer dann auszublenden, bzw. nur den Folder einzublenden - und diese wahlweise als Folder oder Bus zu nutzen. Dies geht bei Studio One leider nicht, hier muss ein Bus ran... wobei: ist letztlich auch nur eine andere "Art" zu organisieren. Zusätzlich gibt es auch noch die Möglichkeit, Spuren in Gruppen zusammenzufassen - und in einem Rutsch zu editieren.
Studio One ist von zwei ehemaligen Cubaseentwicklern erdacht worden: mag sein, dass Cubase ähnliches bietet. Ich habe mich vor vielen Jahren mal mit Cubase befasst, bin aber nie warm damit geworden. Die Lernkurve war mir zu groß.
Warum gerade Studio One?
Damals bin ich über Tracktion irgendwann dann bei Reaper gelandet, welches klar seine Vorteile gerade in der Flexibilität hat. Aber in der Tat ist die Lernkurve auch nicht ohne: es ist zwar recht einfach, mit Reaper zu beginnen. Der Aufwand entsteht aber danach - Stück für Stück entdeckt man weitere Möglichkeiten - und leider wird man da als Musiker dann nicht mehr abgeholt. Es ist mal ganz nett, zu experimentieren, aber den einen oder anderen Handzeig wünsche ich mir schon (zBs. in Form brauchbarer Presets). Man kann eine Menge im Reaper Forum lernen, aber das hilft nicht, hat man gerade die Gitarre in der Hand...
"Instant Mastering"
Mir ist nun langsam aufgegangen, dass ich eigentlich nur Musik machen möchte und nie ein "Engineer" werde. Ich möchte möglichst schnell einen brauchbaren Mix/ Song zusammenhaben. Das scheint mir bei Studio One einfacher zu gelingen - zumal Songs in Projekten zusammengefasst direkt in einen Masteringprozess mit entsprechenden Tools geschoben werden können. Es ist, auch aufgrund angebotener FX-Chains / Presets - und dem Workflow - deutlich intuitiver, ich mache Musik und verliere mich nicht im Rumfummeln an Parametern.
Apropo... Sehr gut ausgestattet ist Studio One mit Metering-Tools, die neben einem Stimmgerät mit Spectrum Analyzer, Goniometer und Korrelationsgradmesser daherkommt. Alle Plug-ins arbeiten ebenfalls mit einer Auflösung von 64 Bit, was vor allem den Dynamics und EQs zu Gute kommt.
Viele Möglichkeiten sind nicht immer der Weisheit letzter Schluss
Gerade für Mix und Mastering - welches ich einfach durchführen möchte, nicht studieren - hätte ich bei Reaper weitere Plugins gebraucht; und eine tiefere Auseinandersetzung mit Tools und Optionen, da Reaper zwar enorm flexible Möglichkeiten bietet, aber ab diesem Punkt keine Lösungen mehr.
Vielleicht reicht mein Verständnis nicht, oder ich bin zu faul - aber Reaper bietet mir zu wenig "Führung". Weitere Plugins zu erwerben, hmm... damit ist - wie oben erwähnt - der höhere Preis von Stduio One weiter relativiert. Übrigens war die Suche nach einem einfachen aber schnell anwendbaren Masteringtool der Grund, warum ich mir mal eine andere DAW angeschaut hatte. Nun habe ich sie anstatt, da dann preislich interessant.
Beigaben...
Neben den sinnvollen Effekten bietet Studio One in der Professional-Version noch Instrumente und Contents. Wie erwähnt ist Melodyne Essential dabei, welches die grundlegenden Bearbeitungsfunktionen (Pitch und Timing) bietet. Bis jetzt habe ich mich damit noch nicht näher befasst, aber ich glaube auch, dass ich nicht wirklich mehr brauche / will. Wer die "große" Lizenz hat, kann diese aber auch nutzen. Jedenfalls scheint die Integration deutlich besser/ schneller als in anderen DAWs zu sein, da hier eine neue Schnittstelle entwickelt wurde, die über reines Einbinden von VSTs hinausgeht.
Masteringtools stehen nicht alleine nur als Effekte zur Verfügung, sondern es gibt eine wirklich saubere "Umgebung" - sogenannte "Projekte" - die einen entsprechenden Workflow anbieten, in dem ganze CDs zusammengestellt und bearbeitet werden können, mit allen Einstellungen und Metadaten und Pipapo. Endlich! Ich muss mir jetzt nicht mehr soviele Gedanken machen, sondern einfach anfangen...
Instrumente
Tja. Respektlos gesagt, es gibt einen Satz Instrumente, um direkt zu beginnen... Reißt, glaube ich, keinen vom Hocker, aber das ist nicht schlimm. In der Regel hat man ja eh schon so seine Instrumente, wenn nicht, so ist hier ein Angebot gemacht. Zum einen ein "Sample-Trigger-Instrument" (Ni-Maschine-Light...), ein Synthi und zwei Sampleplayer - dies bringt uns zum...
Content
Es gibt einige GB and Wavs, Loops, Soundsets, die direkt in die Player geladen werden können. Ich habe noch nicht reingehört, aber es ist alles da... da gibt es noch viel zu entdecken.
Interessant ist sicher, dass in der Proversion sogenannte "Impulse Responses Soundsets" in den OpenAir Reverb geladen werden können, um berechnete Hallräume zur Verfügung zu stellen. Diese gibt es auch als Downloads auf diversen Seiten, um Räume und/ oder bekannte Reverbs zu emulieren.
Ach ja, NI Komplete Elements/ Player gibt es als weitere Draufgabe. Aber NI habe ich ja schon drauf... Aber immerhin - wer neu einsteigt, hat hier gleich ein brauchbares (Promo-) Paket dabei, welches immerhin auch fast 50€ kostet. Ich hätte gerne die Möglichkeit gehabt, darauf zu verzichten und das Geld gespart, aber was soll's...
Kleiner Nachtrag noch: mit der Zeit hat sich gezeigt, dass die Einbindung von Controllern (ich nutze zBs. Icons Qcon) nicht wirklich das Gelbe vom Ei ist. Hier muss Presonus noch deutlich aufholen. Es gibt zwar das Feature "Control link", mit dem der Hardware entsprechende Softwareknöppe zugewiesen werden können. Aber leider ist diese Einbindung dürftig und bezieht sich nicht auf alle Parameter, die ich gerne mit Hilfe von Hardware ändern möchte - und vor allem nicht auf jede Hardware.
Es gibt eine Menge Diskussionen darüber im Forum, auch Antworten aus der Entwicklerecke (die die Schwäche ja durchaus eingestehen), vielleicht tut sich da noch was.
Hier war mein Icon mit Reaper besser... Es stört leider den Workflow, wenn dann doch öfters zu Tastatur oder Maus gegriffen werden muss.
Links:
- Apfelwahn Preview (mit ganz guter Beschreibung einzelner Features)
- Hyperactive (anderer Schwerpunkt, aber auch Features beschrieben)
- Reviews
- Presonus Website
Videos:
Do
17
Nov
2011
Fishman Powerbridge in der Telecaster - mehr "Twang" im Klang, hahah...
Habe der Fender JA 90 nun noch eine Fishman Powerbridge verpasst: für den "shiny twang". In der Powerbridge werkeln Piezoabnehmer, es lässt sich der klare Klang einer Akustikgitarre dazumischen... Und des besseren Handling wegen hat die Fender nun einen Stereoausgang. Heißt die Seymour Duncans arbeiten wie gehabt und werden über den einen Kanal ausgegeben, der Fishman gibt sein Signal über den anderen Kanal ab. Mischung und Klangeinstellungen werden am Mixer/ Verstärker vorgnommen.
Wenn auch Hersteller und viele andere in diversen Foren vom Selbstbau abraten, es ist nun nicht wirklich so schwer, die Bridge auszutauschen - vorausgesetzt: man besitzt nicht zwei linke Hände - und etwas Glück (siehe unten). Aber welcher Gitarrenspieler würde dann überhaupt 'nen geraden Ton rausbekommen...?
Die einzige Überwindung kostet die Bohrung für das Signalkabel - da muss man durch. Leider gibt es keine Möglichkeit, eine der vorhandenen Bohrungen zu nutzen.
Einbau... Brückenträger
Aber von vorne: die Bridge kommt mit angelötetem Kabel und Trägern, die im Korpus verankert werden sollen, bzw. die vorhandenen ersetzen sollen. Eine entsprechende Bohrschablone liegt bei. Gott sei Dank sind aber die "alten" verbauten Träger gleich, oder fast. Jedenfalls war ich heilfroh, die alten Träger nicht rausdengeln zu müssen, dass hätte ich mich dann doch nicht so ohne weiteres getraut.
Setzt man die Brücke wirklich gerade auf, so lässt sich sich mit etwas sanfter Gewalt auf die Trägerstifte drücken - diese scheinen einen Tick dicker als die mitgelieferten zu sein. Nach einigem Hin und Her wird es gängiger, Druck der Saiten und Einstellschrauben tun ihr übriges. Beim Feinjustieren der Saitenhöhe empfiehlt es sich am Anfang, an beiden Rändelschrauben gleichzeitig zu drehen, um die Brücke nicht zu verkanten. Mit der Zeit funktioniert es dann wie mit der Originalbrücke.
Einbau... Kabel
Zum einen muss die Bohrung schräg angesetzt werden, und zwar genau so, dass sie innerhalb der ausgefrästen "Potibox" ankommt. Ich habe das Loch recht nahe an dem einen Träger angesetzt, auf dieser Höhe ist das Kabel auch am Abnehmer angelötet - und damit quasi unsichtbar, denn es verschwindet direkt unterhalb in der Bohrung.
Das Problem ist, das normale Bohrer umso kürzer sind, je dünner... heißt, da für das Kabel ein 3er Bohrer reicht, komme ich - schräg gebohrt - nicht bis in die Potibox... gute 6 Zentimeter sind da schon zu überbrücken.
Die Rettung: Torxschrauber
Nach langem Suchen habe ich dann in meinem Satz Torxschraubenzieher einen schmalen (T3) gefunden, der aber einen recht langen Schaft aufweist und mit diesem das Loch entsprechend mit der Hand gebohrt,. Das Holz ist recht weich und es funktionierte wunderbar.
Jetzt fehlte nur noch der Austausch der Gitarrenbuchse, denn ich wollte das Signal ja mit dem Signal der normalen Abnehmer als Stereosignal ausgeben.
Es gibt zwar auch die Möglichkeit mit einem entsprechendem "Powerchip" (von Fishman) eine aktive Elektronik für einen "Monomix" zu installieren, mit zusätzlichem Schalter und/oder Poti, aber genau diese Veränderung wollte ich nicht haben.
Also Stereo, dann kann der "Akustiksound" in einem entsprechenden Kanal/ Verstärker als solcher auch abgemischt werden.
Preamp oder pur?
Ich habe gelesen, dass Pete Townshend an seiner Strat auch eine Fishman Bridge verwendet, aber zusätzlich einen "Aufholverstärker" - einen EMG Preamp - in seiner Gitarre verwendet, um die Signallevel anzugleichen. Dies bedeutet aber auch, dass zusätzlich eine Batterie, eventuell Schalter und Poti eingebaut werden müssten - nope, nicht mein Ding. Die Powerbridge liefert eigentlich genug Signal, welches selbst bei etwas höherer Gaineinstellung am Mixer recht rauscharm weiterverarbeitet werden kann.
Sollte ich je das Ganze mal live nutzen wollen, dann kommt eben ein Preamp-Fußpedal vor einen weiteren Amp, der dann nur das akustische Signal bearbeitet. In meinem Mixerbetrieb im Studio funktioniert es auch so hervorragend.
Klang
Perfekt! Es ist natürlich nicht der reine Akustikklang, aber wie ist der schon bei abgenommenen Gitarren? Für mich ist es der perfekte Akustikklang... Piezos sind Piezos, sie machen den Klang häufig flach und spitz, egal wo. In meiner Line6 Variax ist der Klang spitzer und dünner - hier in der Fender klingt es recht satt und nicht zu bissig. Genauso soll es sein! Ich denke, dass die Fender durch ihren "Semi-Akustik"-Ansatz ganz klar einen Vorteil gegenüber der Line6 hat, gerade auch das Sustain ist toll.
In der Mischung mit dem sowieso recht cleanen Grundklang der JA 90 - mit aber eben der "Fülle" der Seymours - lassen sich schöne Sounds bauen. Ich bin jedenfalls begeistert.
Mo
14
Nov
2011
Fender Telecaster Jim Adkins 90. Oder: hybride Fender.
Hatte ich mal geschrieben, ich kann mit Gitarrentypen nicht so viel anfangen? Ok, gelogen... Nachdem ich viel mit meiner Line6 Variax rumprobiert habe und mich so nach und nach in einige Sounds reingehört habe, kam dann doch der Wunsch nach "mehr". Fenders Telecaster fand ich immer ganz cool, nur fehlte mir die Fülle und Wärme im Klang. Durch die Variax kam ich dann langsam drauf... und fand den Les Paul-Sound auch ganz gut. Gibsons Abnehmer (P90. Die "Soapbar") kamen klanglich auch sehr nah... Alles ging also in Richtung einer interessanten Zusammenstellung...
Ein paar Fakten...
Beim stöbern habe ich dann die Fender TC Jim Adkins 90 gefunden, schon ein paar Jahre auf dem Markt, aber mit allen Attributen versehen, die mir so vorschwebten.
Nicht auf den ersten Blick zu erkennen, aber die Gitarre gehört zur Gattung der Telecaster, wenn es auch einige irritierende Details gibt. Im Gegensatz zur klassischen Variante gibt es einige Änderungen, schon bekannt durch Fenders Thinline TC-90. In dieser Version, von Fender zusammen mit Jim Adkins (von "Jimmy Eat World": nie bewusst gehört...) entworfen, gibt es wiederrum einige Änderunge gegenüber der TC90.
Der Korpus ist eigentlich klassisch Telecaster, die typischen Singlecoils wurden ersetzt durch optisch wie auch klanglich voluminösere Seymour Duncan P-90 Tonabnehmer, die Telecaster-Bridge wurde durch eine feste Adjusto-Matic Brücke ähnlich der einer Les Paul ersetzt. Das auffälligste Merkmal am Korpus dürfte aber das F-Loch sein. Dabei ist der Korpus nur im oberen Drittel ausgehöhlt worden, die anderen 2/3 entsprechen einem Solid-Body. Ein weiteres Merkmal: Die JA-90 hat, wie bei Fender ansonsten üblich, keinen verschraubten, sondern einen eingeleimten Hals.
Genug der Details... es findet sich dazu genug im Netz.
Direkt, knackig mit Bums
Die Gitarrennerds können wohl stundenlang das Für und Wieder diverser Details beklatschen oder verdammen, mir ist das - ehrlich gesagt - egal. Die Gitarre klingt einfach gut! Und sieht - in rot - einfach toll aus! So einfach kann es sein.
Die Gitarre ist recht leicht, wobei ich nicht glaube, dass es an der Ausparung liegt: das F-Loch mag eine "Semi-Akustik" suggerieren, es ist aber eher eine kleine Kammer. Nichtsdestotrotz: in Verbindung mit dem verleimten Hals und der Holzauswahl (Korpus: Semi-Akustik, Esche, Einzel-Cutaway; Hals: Mahagoni, in Korpusfarbe lackiert, modern C-Profil, geleimt mit Konturierung; Griffbrett: Palisander mit weißen Pearloid Dot-Einlagen, 22 Jumbo-Bünde) ergibt sich eine satter Klang mit viel Sustain, die von den Seymour Duncans (SP90-1NRWRP Vintage P-90 - Hals, SP90-3B Custom P-90 - Bridge) übertragen werden: direkt, knackig, mit ordentlich Bums.
Mag es alles nach einer Gitarre für den Blues klingen: der Sound ist vielfältig und bietet eine komplette Palette. Die Stärke sind aber in der Tat cleane Sounds, oder eben leicht angezerrte. Wobei auch das "volle Brett" gut kommt.
Bespielt...
Leicht ist sie. Der Hals ist recht schmal/ wenig tief, lässt sich also gut bespielen.
Was mich am Anfang etwas verwirrte, sind die "Jumbo-Bünde", dachte ich doch zuerst, die Klampfe wäre wenig stimmstabil. Man darf halt nicht zuviel Druck auf die Saiten geben - oder eben kontrolliert für ein wenig Vibrato. Mittlerweile habe ich mich gewöhnt.
Achso, stimmstabil und Verarbeitung: hm.
Verarbeitung und Einstellung
Auch wenn Fender draufsteht (Indonesien), so ist es nicht automatisch Gold, auch wenn der Name glänzt. Kurz: die Gitarre ist richtig schlecht voreingestellt. So waren die E- und A-Saite nicht sauber eingestellt (leer / 12. Bund lief ein paar Cent auseinander), auch stimmte der Abstand der hohen Saiten nicht - es schepperte schlicht. Die Höhe der Abnehmer ist sowieso persönlichen Präferenzen nach einzustellen, also habe ich auch da etwas gedreht, um den "Mulsch" rauszubekommen. Ich musste den Widerstand der Stimmmechaniken etwas erhöhen, da sie in der Tat etwas in der Stimmung nachgab. Mag aber auch an den Saiten an sich gelegen haben.
Die vorgespannten Light-Gauge-Saiten (.009er) sind mir eigentlich sowieso zu leicht, beim nächsten Wechsel kommt ein .010-Satz drauf.
Was die Verarbeitung angeht, ich habe schon schlimmeres gesehen - weiß aber auch nicht so genau, was bei 600€-Klampfen zu akzeptieren ist. Jedenfalls ist die Lackierung aus der Ferne schon was feines - die Holzmaserung ist zu sehen, Korpus, Hals und Kopfplatte sind in einem Guss lackiert: ein Schmuckstück. Beim anspielen fiel sie mir sofort ins Auge. Habe sie dann Online gekauft...
Schaut man nun genauer hin, so ist das F-Loch nicht "durchlackiert", nach innen ist das Holz nicht sauber geglättet (3 Minuten Sandpapierbehandlung fehlt...), dadurch ist der Lack nicht glatt, bzw. komplett. Eigentlich schade, weil auch so offentsichtlich zu beheben: leider aber ist dies ein Schritt vor dem Lack... Im Nachhinein ist das nun alles schon aufwändiger - wie kommt man an den Lack zum Ausbessern ran?? Ist das kleinlich und/ oder ein Grund die Gitarre zurückzuschicken?
Schön, oder: mein kleines Fazit
Kurz und gut: alles, was ich bei der Line6 Variax geschrieben habe, ist nicht mehr wahr... fast. Die Variax bietet viel Möglichkeiten rumzuprobieren. Und das hat mir geholfen, meine Vorstellung von einem Gitarrensound zu fokussieren - diese "unreine" Telecaster trifft es mit am Besten. Da ich in der Zwischenzeit auch mit Guitar Rig (5) meinen Verstärkerstack zusammen habe (2 x AC-30 Sim, auf zwei Kanäle aufgesplittet, mit unterschiedlichen Delayzeiten...), war es an der Zeit auch das Gefühl für /mit einem Instrument zu betrachten. Die Line6 ist eine rein technische Antwort, war immer viel zu "sachlich" und nur Mittel zum Zweck. Wenn die Variax auch interessant aussieht, die Telecaster JA 90 ist eine echte "Beauty" und fühlt sich gut an.
Eine Option fehlt mir noch...
Ein interessantes Detail an der Line6 Variax war immer, auch mal kurz eine Akustiksimulation zur Hand zu haben. Ich nehme gerne mehrere Spuren mit Gitarre auf, da ist der helle Klang einer Akustik - leicht untergemischt - immer ganz interessant. Dafür reichte dann auch die Simulation und ich brauchte nicht groß mit Mikrophonierung etc. rummachen.
Daher wäre die Möglichkeit, per Piezoabnehmer in der Brücke die Gitarre abzunehmen und einen "Quasiakustiksound" zur Verfügung zu haben, nicht übel. Das Ganze dann auch als reines Signal (per Stereoausgang) direkt auf eine weitere Spur, parallel zu den magnetischen Abnehmern... mal sehen. Pete Townshend hat's auch gemacht...
Mo
26
Sep
2011
Zoom R8
ZOOM hat seine R16/ R24 nun als Kleinstgerät auf den Markt geworfen, sicher ein guter Gedanke, ich sehe nur nicht ganz die Zielgruppe - vor allem bei einem Preis von rund 300 Euro. Ok, es ist sehr transportabel und lässt sich mal eben in die Tasche stecken - ein Reisebegleiter in der Größe (und Gewicht) eines Tablet-PC - und bietet mehr oder weniger die Features der großen Versionen.
Mehr Infos: Delamar, MusicRadar
Mo
26
Sep
2011
Reaper Version 4.
Man kann richtig viel Geld für eine "richtige" DAW-Software ausgeben - was auch immer "richtig" sein mag. Professionals werden da eine klare Antwort geben - muss man ja auch, wenn man schon soviel Kohle investiert hat... Nein, es ist schon richtig: für die professionelle Produktion ist neben der Software eben auch Stabilität, Support, die "Erwachsenheit" und "Langlebigkeit"einer Lösung äusserst wichtig, da hier die Produktion als solche im Vordergrund steht. Es geht aber auch eine Nummer kleiner, wobei: nicht unbedingt schlechter.
So wie die Hardware sich rasant entwickelt hat, so ist auch die Software besser geworden - und muss nicht immer den Gegenwert eines Kleinwagens haben. Reaper ist so ein Programm, welches nun in der Version 4 vorliegt - permanent weiterentwickelt und vollgestopft mit Möglichkeiten.
Reduziert aufs Nötigste
Ok, Reaper ist nicht vollgestopft mit virtuellen "funky" Instrumenten und Samplebibliotheken, sondern kann mit seinen 5 MB (plus Gedöns) sogar auf einem USB-Stick installiert werden. Heißt, reduziert auf das wirklich Nötige, zeigt Reaper mit seinen Kernfunktionen vergleichbares wie die DAWs mit großem Namen. Und kann diese in einigen Bereichen sogar übertrumpfen. Heißt: Pflicht sowieso, in der Kür sogar manchmal besser.
Als typischer Homerecorder liegen meine Schwerpunkte sicher anders als bei jenen, die amtliche Produktionen fahren. Viele Funktionen, die in Foren heiß diskutiert werden (und die eine "Pro-DAW" beherschen sollte) erschließen sich mir gar nicht. Oder brauche ich nicht, da ich sie sowieso nicht verstehe/ verwende/ beherrsche.
Trotzallem werden eine Menge Plugins mitgeliefert, die zwar nicht wirklich schön sind (keine oder einfache GUI), aber klanglich ohne Einschränkungen verwendet werden können - und noch nicht mal auf die Verwendung innerhalb von Reaper eingeschränkt werden.
Das alles gibt es als "Testversion", die im Grunde nur nervt mit einem Splashscreen der um Bezahlung bittet, sonst aber keinerlei Einschränkungen in den Funktionen selber beinhaltet. Also keine amputierte "Lightversion", wie häufig sonst üblich.
Das Ganze kostet $60 für "nicht-kommerziellen" Gebrauch oder eben $225, wenn's denn für den kommerziellen Gebrauch ist. Als Lizenzschlüssel kommt eine kleine Datei zum Einsatz - kein Dongle und überall verwendbar. Ich habe Reaper auf drei Rechnern: einfach den Schlüssel kopieren und einbinden.
Aktive Entwickler
Als Reapernutzer kann man sich im Forum umschauen und mitmachen - es wird kaum eine Frage offen bleiben, denn es wird gerne geholfen und es gibt eigentlich zu jedem Thema einen Thread. Das Beste: die Entwickler sind dabei, hören zu und beteiligen sich.
Für mich das Plus schlechthin - das Forum ist wirklich aussergewöhnlich.
Die jetzige Version 4 wurde schon als frühe Beta auf das Forum gestellt und konnte benutzt und getestet werden - in regem Austausch über das Für und Wider diverser Funktionen. Ich selber benutze die Version 4 schon seit einigen Monaten, eben als Beta.
War Reaper in früheren Versionen oft als "Shareware" oder Spaßprogramm belächelt worden, so sind die Entwicklungssprünge mittlerweile gigantisch - wer die Featureliste im Detail sehen möchte: hier gibt es mehr.
Einfach schlicht aufnehmen oder mehr? Kein Thema
Als alter 4-Spur-Veteran habe ich mich langsam an die digitalen Workstations rangearbeitet und meinen alten Workflow mit Hilfe der neuen Möglichkeiten immer mehr erweitert. Aber genau dass macht Reaper so charmant: man kann, muss aber nicht im ersten Schritt tief einsteigen. Ich selber nutze wahrscheinlich nur 20% der Möglichkeiten - was aber auch ohne allzu große Lernkurve möglich ist. Der 4-Spur-Workflow: einstöpseln, Track erzeugen, Input auswählen und los. Ein Track kann einfach alles sein und jederzeit "umgewidmet" werden: ob Audio-, Midi-, Bussspur. Entsprechende Effekte einbinden, alles kein Aufwand.
Alle Versuche mit Cubase, Tracktion (3), Ableton und Studio One V1 waren mir zu aufwändig, Reaper bietet nach einem kleinem "Einarbeitungssprung" direkten Zugriff auf das Nötigste.
Leider kommt dann aber schnell der Punkt, dass man "vor dem Berg" steht: so ist die Beschäftigung mit den restlichen 80% (siehe oben) deutlich schwieriger - ich tue mich etwas schwer, einen Mix/ Song wirklich fertigzustellen, da hier keine wirklichen Presets oder Ideen in einem einfachen Workflow zur Verfügung gestellt werden. Das ist sicher für die Bastler unter uns toll, mich nervt das mehr und mehr - will ich doch Musik machen und nicht in Foren und Ratgebern allzu tief ins "engineering" einsteigen. Einen einfachen Mix/ Master herzustellen, der halbwegs gut klingt, erfordert doch eine wesentlich stärkere Auseinandersetzung mit Reaper. Vielleicht bin ich zu blöd dafür - oder zu faul - aber hier bietet Reaper zwar enorm viele "Schnittstellen", aber keine wirklichen Lösungen.
Kraftpaket
Reaper ist ein Kraftpaket, auch wenn es so nicht aussieht - und keinen großen Rechner braucht. Vieles versteckt sich in Menüs (oder unter dem rechten Mausklick), und selbst dies ist programmierbar (SWS Extensions) und lässt sich in Makros/ Shortcuts ablegen: damit kann der eigene Arbeitsweg entsprechend konfiguriert werden und sogar auf eigene Buttons gelegt werden. Und Buttons wiederrum in eigens zusammengestellte Toolbars abgelegt werden, etc....
Wie erwähnt, es gibt keine Synths oder Samples, was aber wohl für die meisten sowieso ein Plus ist - wer hat nicht die eigenen Sammlungen? Ich habe vieles von Native Instruments - oder spiele es direkt ein, da brauche ich nicht noch mehr. Warum Entwicklerzeit darauf verschwenden - da gibt es eben andere Spezialisten.
Musik aufzunehmen und zu arrangieren, dass war der Zweck des Programms und er wird voll erfüllt. Und hat sich im Laufe der Jahre immer weiter verfeinert - ich nutze Reaper seit Version 2 und fand die meisten Weiterentwicklungen sinnvoll und hilfreich. Es gibt soviele hilfreiche Details, die andere Schwächen mehr als wett machen.
Und wie gesagt, es ist klein und handlich, lässt sich im USB-Stick mitnehmen und läuft sogar auf meinem Netbook.
Permanente Weiterentwicklung - in einem Höllentempo
Den größten Einfluss hat hier sicher, dass die Entwickler zuhören und mit den Nutzern in Kontakt treten - wie gesagt, das Forum ist ein Dreh- und Angelpunkt. Heißt eben auch, dass permanent die Informationen in die Weiterentwicklung fließen, und diese quasi "sofort" als regelmäßige Updates zur Verfügung stehen, oder eben als Betas (während ich das hier schreibe ist das nächste Update - 4.02 - schon da und 4.1 steht als Beta bereit). So hält sich auch kein möglicher Bug wirklich lange.
Apropos Schwäche: mir fehlt ein integrierter Audioeditor, zumindestens ein einfacher für die schnellen Dinge. Schneiden und anpassen ist kein Ding, aber für mehr muss dann auf einen anderen Editor zurückgegriffen werden. Wobei dieser einfach eingebunden werden kann. Nur lassen sich dann eben keine Makros/ Shortcuts mehr verwenden - so muss dann doch manchmal mehr als nötig gecklickt werden. Ist aber eigentlich verschmerzbar.
Ebenso sind die beigelegten Effekte zwar oft von hoher Qualität, sehen aber schlicht Scheiße aus. An den Oberflächen wird nicht viel gemacht. Was sicher auch ein Vorteil sein kann - Konzentration aufs Nötigste halt. Wobei bei der Fülle mancher Parameter eine strukturierte Oberfläche oft hilfreich wäre. Und - durch Version 4 und dem erfolgeten "Facelift" - der Unterschied umso deutlicher wird.
Oberfläche - und das macht Walter
Ach ja, der Facelift... Reaper hat nun eine neue Oberfläche. Ob die nun schön oder hilfreich ist - dies liegt im Auge des Benutzers. Das wirklich coole ist aber: es lässt sich fast alles anpassen. War dies früher auf das "Design" beschränkt, denn es konnten "nur" Themes verwendet werden, die entsprechende Farbdefinitionen und Icons bereitstellten (oder es konnten eigene Themes definiert werden), so kann nun auch die Darstellung in Bezug auf die Platzierung der Elemente angepasst werden - ein Feature, dass Reaper bis aufs kleinste Detail verändern kann.
Ob dies nun gut oder schlecht ist (man kann sich da richtig "verlieren"), es gab und wird immer rege Diskussionen darum geben. So wollen die einen lieber eine definierte Oberfläche und dem folgen, was da vorgegeben wird, die anderen ihrem Gusto entsprechend eine andere Darstellung. Und es gibt eine Menge wirklich guter Themes...
Mit Reaper 4 kommt nun ein System, mit dem das komplette Interface geändert werden kann. So können Elemente in Tracks, im Mixer, in Envelopspuren und im Transportbereich geändert oder woanders platziert werden usw. und auch diese wiederrum als eigene Templates definiert und aufgerufen werden. Als Beispiel: sollen im Mixer fürs Abhören nur die VU-Meter, Solo und Mute erscheinen - kein Problem. Entsprechendes Template definieren und die Platzierungen in der Konfiguration hinterlegen.
Dieses neue System hat auch einen Namen: Window Arrangement Logic Template Engine for Reaper - kurz: WALTER. Heiß diskutiert im Forum. Wem dies zuviel Arbeit ist: es lassen sich fertige Themes herunterladen und direkt in Reaper ziehen - schon wird die Oberfläche geändert.
Das "A" in der Kür
Echt cool ist die Idee mit dem "Pitch Envelope". Angewendet werden kann es an jedem Media Item (rechte Maustaste) und verbiegt, begradigt oder dreht Töne durch die Mangel. Es lässt sich damit eine Menge Spaß haben. Mit Mut zur Lücke entstehen hier interessante Effekte.
Wer es braucht: mit dem Multichannel Metering hat man nun auch das im Blick - in Verbindung mit dem ReaSurround Plugin kann (auch automatisiert) der Klang im Bild bewegt werden: Quad, octophonic, 5.1, 7.1, 9.1 und mehr ist möglich. Soundtrackbastler sollten das lieben.
Mit dem Batch Rendering (mit sogenannten "Wildcards") lassen sich entsprechende Batchbefehle abarbeiten (zBs. konvertierung von Tracks zu MP3 mit der automatischen Benamung nach Zeit Signatur, Track Nummer oder, oder...). Batch Konvertierung gibt es nicht in jeder DAW.
Die Project Bay ist eine weitere Neuerung, mit Hilfe dieses Fensters hat man alles im Blick: alle Media Items sind aufgeführt. Ob Audio oder MIDI, Effekte, Gruppen, Presets, Zuordnungen, Take Comps und lassen sich hier schnell erreichen.
Ach ja: Midi.
Es wurde immer gemäkelt... Die Bearbeitung von Midi-Daten wurde nun auch verbessert, es können definierte Skalen und Akkorde verwendet werden, editiert man da.
Als Tipp sei ein Teil der SWS Eextension (The Fingers Groove Tool) genannt: es hilft bei der Groove Quantisierung.
Schlussendlich...
Ob nun Einsteiger oder Fortgeschritten: bei dem Preis lohnt die Beschäftigung allemal. So ist die Testversion ohne Einschränkungen nutzbar, schnell heruntergeladen und installiert und einem ersten Versuch steht nichts im Wege. Ich bin nach wie vor begeistert und sehe keinen Grund zu wechseln. Zumal sich das Tool in einem rasanten Tempo weiterentwickelt, das Forum ein absolutes Plus darstellt und die Entwickler zuhören und mitmachen.
...
Fr
23
Sep
2011
Recording in der DropBox
Auch kein schlechter Ansatz.... Reaper lässt sich ja - als komplette Digital Audio Workstation - recht einfach auf einem USB-Stick installieren und erleichtert damit das Arbeiten an den eigenen Songs auf verschiedenen Rechnern ungemein. Als Steigerung hat Osiris Guitar einen Weg ausbaldowert, Reaper in der DropBox laufen zu lassen, da braucht es nicht mal mehr einen Stick...
Natürlich muss der Rechner im Netz sein, was mir eigentlich nicht liegt. Und bei den freien 2GB lässt sich auch nicht viel wegspeichern. Aber die Idee ist recht gut, wie ich finde.
Do
15
Sep
2011
Musik aus der Hand - Android App Chordbot
Das Angebot an wirklich "musikalischen" Apps für Android ist doch recht überschaubar - gerade auch wenn es um einen unproblematischen Austausch von Skizzen angeht: kann ich noch das eine oder andere Gedaddel auf dem Handy zusammenbasteln, wie kriege ich es dann in die DAW? So, dass ich es auch weiterverarbeiten kann? Bis dato hatte mich noch keine App überzeugt. Das hat sich mit Chordbot geändert. Als musikalischer Skizzenblock absolut überzeugend. Übrigens auch für das iPhone.
Der größte Teil angebotener Apps ist entweder Spielerei oder lässt eine gute intuitive Bedienung missen - leider gibt es kaum vergleichbare Angebote wie für das iPhone. Das liegt zum einen sicher an Android selber, da es nicht auf Audioverarbeitung ausgelegt ist - zum anderen aber auch an einem Mangel guter Konzepte.
Ich möchte ja gar nicht meine DAW via Touchscreen steuern, dafür habe ich andere Mittel, sondern einfach mal "zwischendurch" die eine oder andere Skizze anlegen, ohne groß auf dem Minibildschirm irgendwelche Parameter mit Hilfe von Miniminireglern zu bewegen oder Module zusammenzuschieben etc. Und ehrlich: Drummaschinen habe ich genug! Auch brauche ich keine "Schrummschrummgitarren", die zwar Akkorde bieten und mit akzeptablem Sound wiedergeben, sonst aber nur noch einen eventuellen WAV-Export bieten...nope, schlimme Samples habe ich schon genug.
Wie erwähnt, ich bin kein guter Keyboarder, noch kann ich gut - ich würde gerne! - Klavier spielen. Aber ich mag den Drive eines Pianosounds, ich finde es sehr inspirierend, um neue Songideen zu entwickeln. Je nachdem kommen Bass, Gitarre, Gesang und Synthiflächen dazu und der ganze Effektfirlefanz.
Chordbot
Chordbot macht genau das für mich: Akkord aussuchen, entsprechender "Comping" (also Stil) und Tempo eingestellt, und los geht es. Und hinterher einfach als Midi exportieren.
Natürlich bietet Chordbot auch die üblichen Gitarren, welche aber schon durch die Stile mehr bieten, einige Keyboards und "Flächensounds", aber eben auch überzeugende Pianos. In Verbindung mit den Stilen lässt sich da eine Menge machen - vor allem, weil sich die Notenläufe entsprechend den gewählten Akkorden anpassen, wirklich cool!
Es lassen sich so Läufe recht einfach zusammenstellen, in Sections einteilen (lassen sich mehrfach anordnen, kopieren, transponieren...) und so Songstrukturen aufbauen - simpel und effektiv.
Eckdaten
Die App gibt es als "Liteversion", zum reinschnuppern, die "Pro" Version kostet rund 5 Euro. Dafür gibt es
rund 60 Akkorde
Von klassisch, zBs. Aug7(#9) und Min11(b5) und noch mehr, von denen ich nur geahnt habe... Für Skizzen absolut ausreichend
Über 20 Stile
Einfache aber brauchbare Gitarren-, Piano-, Synthithemen
Automatische Akkordwechsel
Die Notenverläufe werden recht gut an Folgeakkorde angepasst
Akkordreduktionen
Anpassung der Bassnoten für Akkorde
Transponierung
Song-O-Matic
Generiert zufällige Akkordfolgen mit entsprechenden Profilen für Pop, Jazz und abgedrehtes. Naja...
Und das Beste: alles lässt sich auch als Midi (und WAV) exportieren. Entweder auf eine SD oder - da hat wer mitgedacht - direkt als Mail.
Übrigens: der Sound der verwendeten Samples ist recht gut und macht schlicht Spaß.
Di
12
Jul
2011
Mixen mit der Maus? Auch genervt? DAW Controller Qcon Icon
Motorengetriebener DAW Controller für "zu Hause"... da kommt nicht viel zurück, ruft man mal in den Anbieter-Wald. Entweder viel zu teuer (Mackie Control...) oder aber preiswert und deutlich eingeschränkt (Behringer BCF) - vor allem aber häufig halbherzig, da kostenoptimiert. Es ist sicher auch ein guter Ansatz, nur einen Fader mit Bedienelementen drumherum anzubieten - aber: das hilft doch nicht wirklich... Im preislichen Mittelfeld taucht nun ein Anbieter mit einem Trumm von Controller auf: Icon Qcon. Mir gefällt er.
DAWs sind mittlerweile enorm leistungsfähig - und bieten in Bezug auf die Ergonomie klare Ansätze. Sowohl von der Grafik, dem Workflow und - durch die Prozessoren und Monitorauflösung bedingte - übersichtliche Arbeitsflächen. Das hat aber auch zu einer deutlich erhöhten Anzahl an veränderbaren Parametern geführt, die alle mit der Maus zu bedienen sein wollen. Das macht nur bedingt Spaß...
Mir fehlt gerade bei den häufig "aus-dem-Bauch-raus-Dingen" der echte Regler/Knopp/Taster. Das bietet zwar - eingeschränkt - mein ZOOM R24, aber der "total recall" mit permanentem Feedback fehlt. Das Nachführen der Reglerstellung, wenn dann mal die nächsten Kanäle (9+...) aufgerufen werden, ist absolut notwendig, vor allem beim Abmischen.
Im Grunde gibt es nur zwei Optionen, wenn man nach so einem Controller schaut: billig oder sauteuer.
Die zwei häufigsten Vertreter im Homerecorderbereich sind wohl nach wie vor der Behringer BCF 2000 und der Mackie Control Universal (MCU, mittlerweile als Pro Version). Der Behringer war zu seiner Zeit der erste wirklich erschwingliche Controller mit Motorfadern - mittlerweile sehr preiswert, aber auch aus der Zeit - und ist damit ein deutlicher Kompromis in Bezug auf Qualität und Ausstattung, verglichen mit einer MCU. Es fehlt ein Display, Master Fader, Jog Wheel und die berührungsempfindlichen Fader.
Das Problem mit der MCU (ca. 1.300€ zZt.) ist der 8-9 fache Preis eines Behringers (ca. 150€ zZt.), dafür ist das Teil nahezu komplett und Quasistandard. Man kann natürlich den Behringer mit einem Frontier Alphatrack (~220€) zusammen an den Rechner hängen, um die fehlenden Features auszugleichen - ein kruder Kompromiss. Meiner überhaupt nicht.
Irgendwie aus der Zeit, irgendwie kaum Nachfolger...
Mittlerweile ist der BCF auch schon wieder 5 Jahre alt - was hat sich in der Zeit alleine auf dem Feld der DAWs getan, von Hardware ganz zu schweigen! Der erwähnte "Single track" Controller von Frontier - Alphatrack -, wie auch dessen "Vorgänger" Tranzport (den ich seinerzeit wegen der drahtlosen Anbindung eine Zeitlang genutzt habe) gilt vielen als Alternative - aber Mixen kann man damit gar nicht! Ein Track auf einmal, und die Hauptsteuerung der DAW... das reicht gerade mal für einsame Aufnahmesessions. Für mich war das nie eine Alternative... und die MCU immer noch viel zu teuer.
Was wäre da noch?
Die Kombinationen aus Audiointerface/Controller, obwohl häufig mit weiteren coolen Features, wie mein ZOOM R24 - bieten nicht immer die Möglichkeit der freien Auiointerfacewahl oder eben nicht den Motorfader und das nervt schnell, wenn man mehr als 8 Tracks mischt - und genau das ist ja bei heutigen DAWs und Rechenpower gang und gäbe. Auch wenn andere Anbieter als gerade Mackie noch Controller anbieten - auch zu guten Preisen - so sind diese doch meist auf eine Software oder Plattform ausgerichtet.
Andere sind eher für dickere Budgets und Profis gedacht und nicht für den schmallen Geldbeutel eines Hobbyrecorders.
Das Teil: Qcon Icon. Das Pult.
Nun kommt Qcon. Behrührungsempfindliche Motorfader, LCD Display, Jog Wheel und Mackie Control Emulation - unter 500€. Ist irgendwie das Teil "dazwischen". Vor allem für Homerecorder - wenn das
Behringer zu wenig und der Mackie zu viel ist (vor allem bei einem normalen Homerecorderbudget).
Apropo zu viel: was man da bekommt, ist schon ein Trumm. 54 x 49 Zentimeter und ca. 7 1/2 Kilo schwer - mit seiner großzügigen Aluoberfläche nix für den Schreibtischrecorder. Das Teil schleppt
man nicht rum, das sollte schon am Lieblingsmixplatz stehen bleiben. Aber das ist gar nicht schlimm (ich mix ja nicht im Garten...) und die Fläche gibt Platz für die Finger: das hat schon
Konsolenkomfort.
Was wirklich sinnlos raumgreifend wirkt ist der hintere Teil: hier gibt es einen Erweiterungsschacht für eine optionale Audioschnittstelle. Davor das Display, welches sich stufenlos in der Neigung verstellen lässt (cooles Detail!). Das Teil "verschenkt" also irgendwie viel Platz in der Tiefe (zumal auch nach "unten" eine Art Kasten hängt) - das Ganze wird aber interessant, wenn die Schnittstelle entsprechend bestückt wird. Aber: man braucht schon Platz...
Entgegen dem Trend, Geräte immer kleiner zu machen (übrigens auch gegen meinen Trend, alles flexibel und beweglich zu halten), hat das Gerät einen deutlichen gummifußbestückten "Footprint". Aber gerade beim Mixen gibt das solide Gehäuse ein gutes Gefühl.
Einschub...
Wenn auch die Verschraubung des Erweiterungsschacht etwas wacklig scheint (bei mir ist eine der Schrauben schon "sauer" gedreht...) und auch da das Metall des Gehäuses etwas weich wirkt - Fader, Endlosdrehregler und Druckknöpfe sind passgenau und sauber eingepasst. Nichts klemmt oder schleift. Ok, die Drehregler in schlichtem weiß wirken einfach billig (werde ich vielleicht mal tauschen...), so kann man sie aber sauber bedienen. Sie laufen gerastert, was ich aber ganz gut finde.
Die Taster haben einen fühlbaren Druckpunkt und sind aus einem angenehmen weichen Gummi - bieten fast NI Maschine Feeling - und sind entgegen der Darstellung auf Icon's Website einfarbig und leuchten, wenn aktiviert. Unterschiedlich farblich. Und sie haben Platz auf dem Pult - es ist eigentlich unmöglich, ausversehen falsch zu drücken.
Das Jog Wheel hinterlässt einen zweideutigen Eindruck - es tut seinen Dienst, wirkt aber auch etwas billig. Man muss sich gewöhnen - es wirkt mir "zu leicht". Ebenso die Fader - die wirken materialtechnisch auch etwas "leicht", vor allem, wenn der Rest der Hand auf der massiven Oberfläche verweilt. Aber sie machen genau das, was sie sollen - und das Ganze ist keine Konsole für den Livebetrieb, so dass solcherart Robustheit nicht wirklich nötig ist. Apropo: die Faderpotis sind von ALPS, also von bester Qualität.
Was mir fehlt, ist eine visuelle Rasterung der Faderwege (wo ist 0?), habe also mit einem Bleistift entsprechend Markierungen auf der leicht rauhen Aluoberfläche gemacht. So ließ sich auch recht schnell eine "Kalibrierung" auf die "0" von Reaper durchführen. Alle anderen Beschriftungen sind ok und lesbar - und eher spärlich... Aber ok - mitgeliefert werden übrigens Schablonen für die Hauptbedienungselemente für Ableton Live, Samplitude und Logic Pro. Aufgedruckt ist die Bedienung für Cubase/ Nuendo. Muss ich mir für Reaper noch was einfallen lassen - welches sich übrigens (mit leicht unterschiedlichen Tastenbelegungen) in jedem Modus bedienen lässt. Da wir mittels Midibefehle (Mackie Control Protokoll, ProTools HUI Protokoll soll noch mit einem Update irgendwann kommen) mit der DAW kommunizieren, lassen sich hier die entsprechenden Aktionen umprogrammieren.
Für was gibt es was?
Qcons Bedienoberfläche ist grob in drei Bereiche aufgeteilt.
Mixersection
Der Mixerbereich bietet 8 Fadertracks, pro Track 5 Drucktaster (Record, Solo, Mute, Select, Monitor oder je nach DAW belegt) und einen Endlosregler. Der Masterfader befindet sich rechts davon. Jeder Fadertrack hat eine kleine LED oben, welche leuchtet, wenn der Fader berührt wird und sich im "Bewegungsmodus" befindet. Schön wäre auch noch eine "Overloadanzeige", da das Display das auch nicht bietet. So muss also doch noch auf den Monitor geschaut werden.
Fader: oben auf den Reglern ist eine berührungsempfindliche Fläche, nur wenn diese berührt wird, dann lässt sich der Pegel ändern. Wird diese nicht berührt, dann fährt der Regler in die Ausgangsposition zurück. Somit verstellt sich nichts mal eben "aus Versehen". Der Sensor reagiert ohne Verzögerung, auch Faderänderungen zeigen kaum eine Latenz, beidseitig (Fader <> DAW). Damit lassen sich ganz einfach perfekte Automationen fahren.
Schaltet man durch die Faderbänke (also die nächsten 8 Tracks) so ist auch hier die Reaktion schnell und ohne Probleme gegeben, die Fader fahren mit einem kurzen leisen "Klack" in ihre jeweilige Position.
Editsection
Rechts davon liegt der "Bearbeitungsbereich" mit Track Control, Display Mode, Effects, File/Automation - abhängig von der ausgewählten DAW. Hier liegen dann auch eben die entsprechenden Schablonen drüber. Ausserdem können hier Funktionen des Qcon selber (Deaktivierung der Motorfader, Timebase etc.) angepasst werden.
Ebenso findet sich hier ein Taster "lock", der schlicht die Fader auf die eingestellte Position festnagelt - und somit ein versehentliches Verändern eines fertigen Mixes verhindert. Gar nicht mal so dumm gedacht! Neben dem "lock" Taster sind noch zwei weitere LEDs, um Midi in und out zu signalisieren.
Zu guter Letzt gibt es hier auch noch die F1 - F8 Tasten, die durch den vorhandenen "Shift" Taster 16 frei zuweisbare Aktionen zugeordnet werden können. In Reaper zBs. lassen sich so entsprechende Marker anspringen.
Transportsection
Eigentlich wie überall... Rechts unten sind die typischen Transportfunktionen zu finden, Automation, Marker und das Jog Wheel. Links vom Jog Wheel (mit einem eigenen "Scrub" Taster) liegen Navigations-/Zoomtaster. Echt schräg ist, das Aufnahme- und Stoptaster miteinander vertauscht sind - Aufnahme links, Stop rechts, was mich auch nach Stunden immer noch verwirrt.
Drumherum und dahinter
Oben dann thront das hintergundbeleuchtete LCD Display, über die gesamte Breite gezogen. Es böte recht viel Platz für Informationen und Parameter wie zBs. den aktuellen Timecode. Leider finde ich
die tatsächlich mögliche Information recht spärlich - da auch die Buchstaben recht groß dargestellt werden, musste ich mir ein paar sinnvolle Trackbezeichnungen angewöhnen: laufen doch auch die
Tracknamen "ineinander" und lassen sich nur schwer voneinander abtrennen. Aber Timecode geht. Und die Anzeige, welchen "DAW-Mode" man fährt...
Ausserdem wäre eine - fallweise - Darstellung des Pegels, zumindestens der Overload einen Channels, sehr hilfreich. Vielleicht folgt ja irgendwann ein Firmware-Update...
[Apropo Firmware: es gibt ein kleines Tool und einen Schalter am Pult selber, der es möglich macht, Updates einzuspielen - also es gibt noch Platz für mehr "Features". Mal sehen, wie beweglich Qcon da ist. Leider kann man da nicht viel abschätzen, die Infos der Website und diese selber wirken eher wie eine Hobbyseite eines Webbastlers].
Das Display kann im Ganzen geschwenkt werden um immer den optimalen Blickwinkel zu bieten: ein wirklich kluges Detail. Ob man vor dem Pult sitzt oder steht, es kann ganz einfach angepasst werden - und sieht dadurch recht professionell aus.
Wie erwähnt, hinter der "Displayklappe" ist viel leerer Platz mit dem abschraubbaren Deckel.
Als Erweiterungsschacht für ein optionales Audiointerface gedacht (Umix 1008 plug-in, ) - würde es natürlich eine interessante Option eröffnen, da auch an der Vorderseite des Pults zwei durch dieses Interface gespeiste regelbare Kopfhöreranschlüsse liegen. Das wäre dann wirklich eine interessante "all-in-one" Lösung. Unten habe ich mal das "Schemabild" aus dem Handbuch genommen, man ahnt, was es damit auf sich hat. Interessant... Leider habe ich nichts nennenswertes über das Interface gefunden...
An der Rückseite befinden sich zwei Buchsen für Fußschalter (Punch-In...), der USB-Anschluß, Strom (externes Netzteil, dies aber GsD mit Einzelstecker und nicht Steckergehäuse!) und ein Ein/Ausschalter. Kein Midianschluß - für mich aber verschmerzbar, den bietet ja schon meine NI Maschine.
Verbunden und los
Cool ist: einfach anschließen und los, es muss kein Treiber installiert werden. Auf dem Pult die Emulation auswählen, die Einstellung in der DAW: einfach "Mackie Control auswählen und schon fahren die Fader in ihre Stellungen.
Das ist echt ein Vorteil, wenn die Einzelteile die gleiche Sprache sprechen!
Wie erwähnt, Reaper wird nicht nativ unterstützt, aber die Hauptfunktionen sind sofort einsatzbereit - den Rest habe ich mir selber definiert. Und die Schablone bastel ich mir auch noch...
Obwohl ich bis dato keine Erfahrungen mit solcherart Controllern hatte - es ist intuitiv und macht sofort Spaß.
Fazit
Echt klasse, genau das, was ich erwartet hatte. Und, obwohl ein raumgreifendes Teil, für das Mixen eigentlich genau richtig - denn dann will ich kein Gefummel mit kleinen Bedienelementen, Faderchen und dreifach belegtem Minitastern.
Die Oberfläche ist aus massivem Alu, keine Ecken, Rifflungen oder Kanten stören diese, es wirkt schnörkellos und konsequent auf einen Zweck ausgerichtet: Mixen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Das Gehäuse selber wirkt etwas "weich" und sollte auch nicht zu ruppig behandelt werden, ist aber aus Metall und zweckgerecht. Das Ding will auf einer großen Fläche stehen - und das soll es auch. Verarbeitung ist gut, kann aber "gefühlstechnisch" nicht mit der NI Maschine mithalten, die für mich in Bezug auf Verarbeitung und Materialwahl das Optimum darstellt. Das ist dann doch noch eine andere Liga.
Aber hier gilt der Blick auf die Alternativen und die sind entweder zu billig oder viel zu teuer. Daher ist das Qcon für mich ein sehr guter Kompromis und macht das, was es soll.
Nur eines fehlt mir wirklich - ein nervendes Detail: warum gibt es keinen "OK"-Taster? Jedesmal wenn die DAW eine Bestätigung will, zum Beispiel nach einer Aufnahme die Aufforderung zum Speichern, muss zum Keyboard oder Maus gegriffen werden. Das stört den Arbeitsfluss.
Optionale Audioschnittstelle
Das optionale Audiointerface bietet (laut Icon; Angaben beziehen sich auf ein eigenständiges Interface - denke aber, das Plugin bietet diesselben Leistungen):
- 24-Bit 96/192KHz 10-In/8-Out USB Recording Interface
- 8x6 analog I/O full duplex recording and playback
- 8xMIC/Instrument preamps with individual gain control and phantom power
- 6 analog outputs on “Output 1/2”, “Output 3/4” & “Output5/6” channels
- 2xheadphone output with assignable source and individual volume control (Vorderseite Pult)
- S/PDIF I/O on RCA coaxial connectors
- 1 x 1 – 16 channel MIDI I/O
- Supports DirectSound, WDM and ASIO2.0
- Compatible with Mac OS (Intel-Mac) and Windows XP, Vista (32-bit/64-bit) &
- Windows 7 (32-bit/64-bit)
- Full duplex, simultaneous record/playback
Sa
04
Jun
2011
Mehr Reaper Themes
Reaper ist mittlerweile in Version 4 - noch als Beta - erhältlich und bietet wesentlich erweiterte Möglichkeiten in Bezug auf das "Theming". Heißt, die Oberfläche lässt sich weitgehend an die eigenen Vorstellungen (und dem eigenen Workflow) anpassen. Da ich finde, dass das mitgelieferte Theme nicht gerade die Übersichtlichkeit fördert, habe ich mir ein "knalligeres" Theme gebastelt, angelehnt an das NI Maschine Plug in.
Eine Weiterentwicklung in Bezug die Anpassung des Layouts ist "WALTER", eine Art Scriptsprache, die Platzierung, Größe und Verhalten von allen Steuerungsbuttons zBs. im Mixer steuert. So können, abhängig von der Größe des Mixers, Steuerungsbuttons versteckt werden, woanders platziert oder in ihrer Größe verändert werden. Das bietet enorme Möglichkeiten.
Da ich mittlerweile eine Lesebrille am Monitor brauche, habe ich zBs. die entsprechenden Icons in der Mixeransicht vergößert, um nicht immer die Brille beim Einspielen tragen zu müssen.
Zusätzlich kann man mehrere Layouts definieren und so einen Kanalzug mit allen Optionen anzeigen, oder eben nur mit den nötigsten Icons - zBs. als reinen Abspieltrack mit Volumenregler und Display, Mute und Solo. Dies alles kann recht einfach angepasst und verändert werden.
Natürlich bietet die Version 4 noch viele weitere neue Entwicklungen, aber das wäre ein Thema für einen anderen Artikel... Da soll lieber jeder selber herausfinden, was gefällt. Ich brauche sowieso längst nicht alle Features von Reaper: für mich ist es immer noch die (in der Tat große) "extended" Version eines Multitrackers.
Angelehnt an Native Instruments "Maschine" Plug in ACHTUNG: das Theme wird aktuell noch weiterentwickelt und kann sich entsprechend ändern!
Maschine.rar
Komprimiertes Dateiarchiv [759.9 KB]
Download
Nicht vergessen werden soll: das Theme basiert u.a. auf "JanneSilverStar", welches ich als Ausgangspunkt verwendet habe.
Do
05
Mai
2011
Der Bass: Ibanez SR505, schönes Grummeln...
Es hat mich dann doch wieder gejuckt... nachdem ich ja häufig fertige Samples für den Bass nehme und mit der NI Maschine einspiele, für den Fretlesssound
meinen "Hilfsbass" von Harley Benton verwende, rief etwas in mir nach "mehr"... Da mir die Soundgear-Reihe von Ibanez nicht wirklich fremd ist (war
vor einigen Dekaden mein erster Bass...), habe ich nun den 5-Saiter in den Fingern... Nach wie vor bespielbar
wie nix und im bezahlbaren Rahmen.
Nicht nur, dass das Teil echt gut aussieht: Mahagony, Wenge und Bubinga - Klangkörper und Hals sehen erste Sahne aus und geben ein schönes Sustain ab... Kurz und gut: sieht cool aus, hört sich unelektrifiziert ausgewogen an (was ich gerne mal anteste: einfach an einen größeren Holztisch halten - die Resonanzen lassen sich so besser hören).
Eventuell liegt es auch an meinem Alter, dass ich das Stück Edelholz mag - wer mehr sehen möchte - es gibt genug Bilder im Netz. Übrigens: das Ganze fühlt sich auch gut an.
Aber eine Entwicklung ist in letzter Zeit an mir vorbeigegangen... Ich kann mich noch erinnern - um den richtigen knarzigen Sound auf den Bass zu bekommen, hatten damals die ungeschliffenen Saiten die Finger echt strapaziert - nu sind schon von Werk aus mit GoreTex ummantelte Saiten drauf, die sich zumindestens "weicher" anfühlen. Wenn auch irgendwie glitschig... siehe unten.
Klangholz
Man kann sich ja streiten, ob aktive Elektrik und EQ am Gerät Sinn hat oder nicht - oder gar einen Frevel darstellt. Ich begrüße das - auch in meiner "Nicht-live-spiel-Situation" - das Nachfahren des Sounds in der DAW, nach der gemachten Aufnahme, mache ich, wenn nur in Nuancen. Aber eine grundsätzliche Änderung des "Charakters" des Bass durch einen EQ mit Bass, Mid und Treble macht schon enorm flexibel - ich habe ja auch keinerlei Probleme, meine Line6 Variax entsprechend einzusetzen... Also auch hier ein Allrounder, flexibelst einsetzbar.
In Verbindung mit den Bartolini Pickups und dem darauf abgestimmten EQ ist der Klang in jedem Bereich kontrollierbar, akzentuierbar - von samtig bis knallig in jeder Lage. Nur die Höhen dürfen nicht zu hoch gedreht werden, dann rauscht es. Was live noch geht (wohl auch ab und zu nötig ist), im Aufnahmebereich macht es sich bemerkbar. Doch da bieten sich andere Möglichkeiten, die Präsenz zu betonen.
Handschmeichler
Jetzt bin ich kein "großgebauter" Basser und finde die seit Jahren bewährte Bauweise der Ibanez Soundgears genau richtig: schlanker Hals, leichter Griffbrettradius, ausgewogenes Gewichtsverhältnis. In Verbindung mit dem Material einfach entspannend für "Hand und Auge" (und Rücken).
Und selbst die fünfte Saite fällt kaum auf, mir kommt die enge Saitenführung entgegen - es lässt präzises Spielen zu, wenn auch ein wenig Übung nötig ist.
"Elixir" für die Finger
Nun habe ich in letzter Zeit nicht mehr so viel Bass gespielt, daher "stolpern" die Finger gerne mal über die Saiten (da ist der Kopf dann schneller als die Finger). Was aber wirklich gewöhnungsbedürftigt ist, das sind die aufgezogenen Saiten von Elixir, die mit einer Beschichtung - wohl eine Art GoreTex - versehen sind. Da kommt zum Stolpern auch noch rutschen... Die fühlen sich richtig glitschig an. Mal sehen, ob man sich daran gewöhnt.
Die Idee ist ja nicht schlecht, soll es doch die Lebensdauer verlängern, da sich die Saiten nicht mehr so schnell mit Schmodder zusetzen. Aber das Spielgefühl ist schon anders. Geschmackssache: ich bleibe da mal offen und entscheide mich später. Zumindestens schohnt es die Fingerkuppen.
Dazugelegt... und direkt in den Müll
Ibanez legt noch einen Gigbag, Gurt und Kabel dazu... Der Gigbag ist noch in Ordnung, wenn auch nicht sonderlich gepolstert. Aber Gurt und Kabel sind ein Witz - das billige Zeug können sie gerne behalten und dafür dem Bag ein ausreichendes Polster spendieren. Also Bag ins Regal, Kabel und Gurt in die Tonne.
Mehr Infos:
Di
05
Apr
2011
Das ist cool: "Noise Solution" - mehr als ein soziales Projekt
Ich zitiere einfach mal, was sie selbst über sich sagen:
"We are a social enterprise using music and technology to engage with young people. Our client group tend to be young people who face educational challenges. They might be in non
mainstream education, NEET (Anmerkung d. Red: not in employement, education or training) or involved with the criminal justice system."
Simon Glenister - Director of Noise Solution
Feed
Mo
28
Mär
2011
NI Maschine 1.6 update ist da...
Das Update 1.6 ist da. Und als kleines Bonbon legt Native Instruments noch Komplete Elements obendrauf - immerhin 3 GB Samples - 1.000 Instrumente & Effect sounds (Reaktor 5 Player, Tracktor 4 Player, Guitar Rig Player). Und, ja, VSTs lassen sich einbinden - cool. Ich habe noch nie so schnell mal eben Ideen aufgezeichnet... am PC... ein bißchen "Maschine goes DAW"... hm. Und es rockt wirklich.
Wie schon früher erwähnt, NI Maschine finde ich wirklich den Hammer - selbst für meinen Krautrock. Jetzt hat NI einiges geändert - u.a. lassen sich jetzt mehr Effekte pro Sound/ Group / Master hinzufügen. Und eben auch VSTs. Nahezu jedes. Und das ist wirklich ein irres Ding: um mal eben ein wenig rumzuspielen und nebenher aufzunehmen - einfach das Gitarrenamp-Plugin rein, Gitarre an und los. Alles als Samples... Und das mit dem wirklich "smoothen" Workflow von Maschine.
Natürlich geht das auch in der DAW - aber der Workflow ist bestechend und einfach.
Achso... Komplete Elements als kleine Dreingabe ist auch nicht schlecht. Und sauber abgestimmt, da auch von NI.
Kleine Spec-Liste:
- Plugin Hosting für VST/AU- Instrumente und Plugins
- Mehr Effekt-Slots (3 per Sound, 4 per Group, 4 auf dem Master)
- Neue “Pad Link” Funktion mit 8 Pad Groups und Master/Slave Option (ein Pad feuert mehrere verbdundene Sounds ab)
- Individueller Swing pro Sound
- Namen für Clips (ein Muss...)
- Sample Renaming
- Verbesserte Scene Kopie (Na also...)
- Erweiterung der Audiobusse auf 16 Stereokanäle in/out
- Verbessertes Drag&Drop Sample-Mapping
- Verbessertes Drag&Drop vom OS für Maschine Files und Audio Files
- Drag&Drop Rearrangement von Scenes und Patterns (Ja, endlich!)
- Snap-to-grid beim Bewegen von Events mit der Maus
- VST Plugin Support für Mac OS X 64bit
- Rex Import für Mac OS X 64bit
- Neuer Controller Editor
Erschöpfende Infos gibt es u.a. hier:
- Delamar.de
- Delamar.de , Bonedo.de über NI Komplete Elements
- Video I
- Video II
- Überhaupt Videos...
Ganz interessant auch dies:
futuremusic.com: Native Instruments updates maschine to 1.6 moving into daw territory
Mo
21
Mär
2011
MOTU Microbook - klein, fein.
Wenn auch mein ZOOM R24 als Interface gut funktioniert, es braucht dann doch häufig zuviel Platz. Um es also größentechnisch auf die "Spitze" zu treiben, steht jetzt meist das MOTU Microbook neben dem Keyboard - äusserst kompakt, mit 4 Eingängen (2 Line, Mic und Gitarre) aber - entgegen meiner eigentlichen Einstellung - ohne Knöppe.
Äusserlich reduziert, bietet das Teil einen hervorragenden Klang. Und hat neben fast latenzfreien Treibern hilfreiche (Software-)Beigaben. ZBs. einen onboard DSP, der latenzfrei EQ und Kompressor bietet.
Name und Aussehen des Microbook kommt sicher nicht von ungefähr, würde es doch gut als Appleprodukt durchgehen. Klein, mit abgerundeten Ecken und aus Aluminium - stylisch.
Das Ganze ist aber ein professionelles Audiointerface - und doch konsequent reduziert auf das wesentliche. Und erweitert um das zeitlich unvermeindliche - so gibt es auch Miniklinken für Ein- und Ausgang. Und für den Kopfhörerausgang... Kaum zu glauben: es funktioniert trotzdem.
Da es mir egal ist, was nun "Pro-Equipment" auszeichnet, kann ich auch mit den fehlenden XLR-Anschlüssen leben, ein entsprechender (stabiler) Adapter liegt bei und macht auch Phantompower möglich. Den bietet die Kiste nämlich auch. Und, wie gesagt: sie klingt trotzdem hervorragend. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole...
Wo sind die Regler?
Tja, keine Knöppe... Aber Hand aufs Herz - wer dreht denn schon ständing am Gain? Einmal eingestellt, bleibt es doch erstmal dabei? Dann ist auch das Levelmeter nur Spielerei und wird - einmal sauber gepegelt - entsprechend in der DAW dargestellt. Kurz: es gibt die mitgelieferte CueMix FX-Software, die all dies - und noch mehr - darstellt. Das "mehr" bietet dann aber auch noch Funktionen, die a) nicht erwartet und b) selbst "größere" (oder teurere) Interfaces in den Schatten stellt.
Eingang
Auf der Vorderseite gibt es zwei Klinken, einmal fürs Mikro, einer für Gitarre (High-Z oder hochohmig). Und 'ne LED für den Status. Und eben die Miniklinke für den Kopfhörer.
Auf der Rückseite gibt es zwei weitere Klinken-Eingänge für Line-Signale und ein Stereo-Miniklinken-Eingang, der - entweder/oder - zu den erwähnten Klinken-Eingängen benutzt werden kann. Damit können also insgesamt 4 Eingänge gleichzeitig genutzt werden. Das ist genau mein Setup: weniger um gleichzeitig 4 Signale aufzunehmen, sondern nicht ständig umstecken zu müssen. So kann das Korg M50 über Line in (hat nur ein Stereopaar, reicht mir aber, siehe beim Artikel über das M50) fest verdrahtet bleiben und Mikro und Gitarre ebenso.
Ausgang
Ebenfalls rückseitig platziert sind die Ausgänge: 2 Klinkenanschlüsse (Main out) sowie ein Stereo-Miniklinken-Ausgang, der - anders als bei den Eingängen - zusätzlich genutzt werden kann. Raus geht das Signal auch übder einen S/PDIF-Ausgang - wobei hier allerdings immer das gleiche Signal wie am Main out anliegt. Und der USB-Anschluss für die Verbindung mit dem Computer, über den das Gerät auch mit Strom versorgt wird.
Midi ist nicht, brauche ich aber auch nicht.
Übrigens: alle "outs" können durch die Software individuell geregelt werden, teilweise auch mit verschiedenen, speicherbaren Mixes versehen. Und Effekten (EQ, Kompressor).
Digitales
Es wird 24-Bit Auflösung maximal unterstützt, als Samplingrates stehen 44,1 und 48 kHz zur Verfügung. Also keine 96 kHz - ich kann damit leben, ich denke, ein großer Teil der Homerecorder auch...?
CueMix
Wie gesagt, es gibt keine Knöppe, es müssen also alle Einstellungen softwareseitig vorgenommen werden. Dies macht die mitgelieferte CueMix FX-Software.
In CueMix FX wird klar, was das Microbook eigentlich alles noch kann. Da wäre der eingebaute DSP. Damit können sowohl bis zu 5 verschiedene Stereo-Mixe gleichzeitig verwaltet, als auch auf jeden Ein- und Ausgang ein EQ und ein Kompressor angewendet werden. Latenzfrei!
Der EQ umfasst einen 7-Band-EQ, bestehend aus 5 vollparametrischen Bändern sowie einem High- und einem Low Pass. Als Shelving-Filter bei High- und Low Pass kann die Flankensteilheit zwischen 6 und 36 dB/Okatve gewählt werden - also hoch- und niederfrequenter crap kann gleich draußen bleiben.
Der Kompressor bietet normale Hausmannskost, kann sogar als Limiter verwendet werden (meine Haupteinstellung) - aber: er ist digital, kann also keine Clippings verhindern.... Da macht meine Röhrenvorstufe dann eine bessere Figur bei Mikro und/oder Gitarre.
Zusätzlich können zwei Signale noch durch ein Set von Analyse-Tools gejagt werden: eine Echtzeit-FFT-Anzeige, ein Spektrogramm, ein „X-Y-Plot“ zur Anzeige des Stereobildes, ein Phasen-Analyse-Fenster und ein Oszilloskop. Habe es noch nicht probiert, aber mal sehen.
Gefällt mir...
Klein. Handlich. Gut.
Echt, der Klang ist Spitze und die Wandler lösen sauber auf - mir persönlich gefällt der Klang besser als die Wandler des ZOOM R24. Das Teil ist wirklich "minimini" und verschwindet zwischen meinen paar Geräten. Da dies ja eines meiner Ziele ist - kompakt, aber ohne Kompromisse - ein optimales Interface.
Wenn ich auch die Mausschubserei nicht wirklich mag, nach einigen wenigen Grundeinstellungen brauche ich die Software kaum noch während ich aufnehme - und nutze die speicherbaren Presets entsprechend.
Cool.
Nachtrag, oder: das ist dann mal blöd...
Kleiner Nachtrag: leider hat sich das Microbook verabschiedet... Nach einer Woche war Schluß mit lustig und das Ding funktionierte nicht mehr. Wenn auch das Fehlerbild eindeutig schien - zu wenig Strom am Anschluss - es funktionierte ja bis dato. Nun nicht mal mehr mit einem extern versorgten USB-Hub, noch an einem anderen Rechner. Alles neu installiert, Support kontaktiert (wissen auch nichts...). Thomann hat es dann anstandslos umgetauscht. Problem war wohl das Microbook selbst - leider weiß ich nicht, was damit war. Ich habe sofort ein neues Exemplar bekommen - noch mal vielen Dank an Thomann.de!
Aber bitte beachten: das Ding braucht seinen eigenen USB-Anschluss mit ausreichend Stromversorgung.
Das Problem ist bekannt und es gibt auch eine FAQ dazu auf den Seiten von MOTU - die machen es sich zwar sehr einfach (...kauf einen extern versorgten Hub) - es scheint ein weitverbreitetes Problem zu sein.
Ganz ehrlich: ich kaufe mir doch nicht so ein kleines handliches Teil, um es dann wieder an ein Netzteil zu hängen....?
Di
11
Jan
2011
ZOOM R24 - Ein Test auf Amazona.de
Hat ja gedauert... Amazona.de hat nun auch einen ausführlichen Test zum ZOOM R24 auf ihren Seiten. Wer es also ausführlich haben möchte: Hier schauen. Das Fazit geht weiter als ich es sehen würde, aber stimmt auch irgendwie: im Vergleich zum Laptop als Aufnahmegerät ist das ZOOM eine durchaus ernste Alternative. Wobei sich beide wohl eher perfekt ergänzen. Trotz allem stimme ich zu: es gibt zZt. nichts Vergleichbares.
So
12
Dez
2010
Maschine 1.6 Upgrade, es wird interessant...
Ich fühlte mich schon als "Normalo" mit der Maschine ziemlich allein: mache ich doch ganz normal Rockpop auf dem Ding. Bis jetzt schien nur den Beatproduzenten und Loop-Enthusiasten das Gerät ein Begriff, doch jetzt kommt Native Instruments mit einem Knaller um die Ecke. Da erzählen sie in ihrem Blog doch, Version 1.6 bietet VST-PlugIn Hosting. Damit sind die Tage vorbei in denen Maschine als VST-PlugIn in einer DAW laufen muss... Wenn dann auch noch das Sequencing der Parameter eines jeden VST aufgezeichnet würde: cool.
Auf Grund der großen Nachfrage seitens der User hat sich Native Instruments dazu entschieden ein Update auf den Markt zu bringen, mit dem es endlich möglich wird, Maschine als VST-Host laufen zu lassen.
Da die Latenz der Maschine als reines VST-Plugin in einer DAW dieses Konstrukt im Grunde unbespielbar machte, konnte man die Pads dann nicht mehr zum Einspielen nutzen. Dies reduzierte auf die Bedienung und nicht zur Verwendung als Produziermaschine. Und "jammen" war überhaupt nicht möglich. Als Standalone-Version gibt es diese Probleme nicht, aber da gab es dann keine VST-PlugIns mehr... Ich bin zwar kein großer Freund von VSTs, aber ein paar sind schon im Gebrauch, vor allem für die Gitarrensounds und für die Soundanpassung unter dem Kopfhörer.
Und nun soll ich meine paar VSTs direkt einbinden: da bieten sich ja enorme Möglichkeiten. Am Ende DAW ade...?
Hoffentlich wird der Controller in die Verwaltung und Editierung der VST-PlugIns eingebunden, dies wäre perfekt.
Das Update ist noch in der Entwicklungsphase, ein Release soll gegen Ende des ersten Jahresquartals kommen. Mehr darüber hier im Forum von Native Instruments.
Bis Januar soll das Update in die interne Betaphase gehen und Anfang Januar dann der Allgemeinheit als Beta zur Verfügung stehen.
Mal schauen.
Laut NI gibt es zusätzlich noch:
- Plugin hosting for VST/AU instruments and effects
- Increased number of effect slots (3 per Sound, 4 per Group, 4 on Master)
- New "Pad Link" function with 8 pad groups and Master/Slave option
- Individual swing setting per sound
- Clip naming
- Sample renaming
- Improved scene duplication
- External audio input/output increased to 16 stereo channels
- Improved Drag&Drop mapping for samples
- Improved Drag&Drop from OS for Maschine files and audio files
- Drag&Drop rearrangement of scenes and patterns
- Snap-to-grid when moving events via mouse
- VST plugin operation under Mac OS X 64bit
- Rex import under Mac OS X 64bit
So
07
Nov
2010
Musik übers Netz - mit dem DMP 1.0 Plugin Musiker vernetzen
Mit einem Plugin von Digitalmusician.net, dem Digital Musician PlugIn gibt es eine Möglichkeit sich direkt, weltweit und in Echtzeit mit anderen Musikern zu verbinden und dabei mit dem eigenen gewohnten Audio-Sequenzern zu arbeiten - ohne Einschränkungen. Damit ist es möglich, auch von weiter entfernten Orten gemeinsam aufzunehmen, zu komponieren und an Projekten zu arbeiten.
Das DMP ist ein Plugin auf VST/AU-Basis, welches in den Insert eines beliebigen Kanals des eigenen Audio-Sequenzers eingefügt werden kann. Im Insert des Masterkanals des Audio-Sequenzers bildet das DMP-Plugin einen Kommunikationskanal mit anderen mit Talkback- und Chatfunktion, sowie Audio- und Videostreaming in Echtzeit. Alle Funktionen des Hosts und der eigenen PlugIns können genutzt werden.
Digitalmusician.net, Pressemitteilung
Ist das Plugin installiert, dann startet derjenige, der einen anderen aufnehmen möchte an seinem Computer die Aufnahme. DMP sorgt dafür, dass der Rechner beim Musiker, der etwas einspielen soll, sample-genau synchronisiert mitstartet.
Der Musiker spielt seine Parts ein, die dann im Recording-Computer verfügbar sind. So können Musiker auch an ganz verschiedenen Orten miteinander arbeiten und gemeinsam komponieren.
„DMP sorgt dabei auch für den automatischen Latenzausgleich“, verrät Manfred Ruerup, einer der beiden Gründer von Digitalmusician.net und fährt fort: „Das kennt man ja schon von Plug-ins. DMP kompensiert die Zeit, die ein Plug-in benötigt um z.B. einen Synthesizer zu berechnen. Und zwar durch ein späteres Abspielen des Playbacks.“
Das DMP ermöglicht es auf diese Weise, mit Standard-DAW-Programmen eine Recording Session in „Echtzeit“ über das Internet zu machen oder auch offline zu arbeiten. Alle Funktionen der Sequenzer, inklusive aller Plug-ins, können dabei ohne Einschränkungen genutzt werden.
Als technische Voraussetzung für den DMP-Einsatz sind lediglich ein schneller DSL-Internetzugang und ein Host/Sequenzer, der ASIO/CORE Audio unterstützt, nötig.
Neben den eigentlichen Aufnahmemöglichkeiten bietet DMP auch Videounterstützung, Talkback und einen Chat, so dass sich alle Teilnehmer eines Projekts immer sehen und miteinander kommunizieren können.
Charlie Steinberg, Chefentwickler und Mitgründer ist ebenfalls begeistert: „DMP stellt einen Meilenstein meiner Vision dar, Musiker miteinander in Kontakt zu bringen, damit sie zusammen arbeiten und Musik produzieren können, ganz egal, wo auf der Welt sie sich befinden. Dank DMP kann ich mit Cubase in meinem Studio in Hamburg arbeiten, während meine Gitarristin in Berlin ein Logic-System hat und unser Produzent in London alle Aufnahmen vereint. Das ist genau so, als wenn wir alle zusammen im Studio arbeiten würden.“
Das DMP steht als kostenloser Download für alle registrierten User des Digitalmusician.net zur Verfügung. Weitere Infos unter www.digitalmusician.net/de/infocenter.
Mi
27
Okt
2010
Highlands - A'Ghaidhealtachd
Ich will schon seit längerem mal wieder eine Tour durch die schottischen Highlands machen, ein paar Whisky-Destillerien besuchen und in der Gegend rumreisen... Leider klappt es dann aus dem einen oder anderen Grund immer wieder nicht. Nachdem ich vor einigen Jahren rund um den Ben Nevis und einigen Lochs gefahren bin und in Fort William nett Neujahr gefeiert habe, geht mir der Landstrich nicht mehr aus dem Kopf....
Da der Besuch wieder nicht geklappt hat, gibt es halt einen Song drüber: A'Ghaidhealtachd. Ohne die obigatorische Bagpipe.
Mehr Musik dann noch: hier.
(Instr.) Korg M50, Line Variax, ZOOM R24 in Reaper
Fr
22
Okt
2010
Reaper Themes, oder: ich bastel mir 'ne Oberfläche
Hat zwar nur indirekt mit der Musik zu tun, macht aber viel Spaß... Mein bevorzugter Sequenzer Reaper lässt sich tiefgreifend im Layout anpassen. Im Grunde lässt sich jedes einzelne Teil - von Schriftfarbe oder -größe bis hin zu einzelnen Buttons - selbst gestalten. Natürlich haben das auch schon andere getan... um davon einen kleinen Eindruck zu erhalten: einfach mal hier schauen.
Je nach Stimmung kann so das "Arbeitsumfeld" angepasst werden. Cool.
Stimmungsmacher, oder: verschiedene Ansichten für verschiedene Anlässe.
Neben dem einen oder anderen Theme von einem derer aus der Community verwende ich zZt. hauptsächlich 2 von mir gestaltete.
No. 1: 80's HiFi Rack
Erinnert mich entfernt an eine HiFi-Anlage, die ich mal hatte. Braun oder Dual...
Ich habe ein paar Buttons übernommen - dabei handelt es sich hauptsächlich um Buttons für die "Records In" von WhiteTie (Blended Dark) und die Icons an den Items selber von MVH (Padd). Hier habe ich die Farbe aber geändert.
Beinhaltet *.theme und *.ReaperThemeZip
80sHifiRack.rar
Komprimiertes Dateiarchiv [631.2 KB]
Download
--> einfach im Ordner "ColorThemes" entpacken. Die theme-Datei beinhaltet die Definition von Farben, die ReaperThemeZip-Datei die Bilder.
Wohin genau und wie?
In Reaper gibt es unter dem Menüpunkt "Options" den Punkt "Show REAPER ressource path in explorer/finder" - dort öffnet sich der Windows-Explorer mit dem Unterordner "ColorThemes". Dort hinein beide Dateien entpacken. Fertig.
Die Bilder sind alle in der *.ReaperThemeZip - wollt Ihr deren Inhalt sehen, dann Datei einfach umbenennen in *.Zip und entpacken. Aus Gründen der Performance (und Übersichtlichkeit) empfiehlt es sich, ein fertiges Theme aber als ReaperThemeZip gepackt zu halten: Reaper entpackt das Zip wesentlich schneller als einen ganzen Ordner einzulesen.
Das Theme No. 2 folgt noch... anbei aber schon mal ein Bild: Floyds Theme.... Klassisch 2D.
Mi
13
Okt
2010
Windows 7... 64-bit. Audio-Setup. Wie immer Bastelei...
Habe mich - wie immer - lange gewehrt... bis zum ultimativen Systemabsturz. Warum auch immer meine Musikpartition - ein abgespecktes, schnelles XP - nicht mehr wollte, ich hatte am Ende keine Lust mehr rumzubasteln. Also habe ich kurzerhand beschlossen, komplett auf Windows 7 in 64-bit umzusteigen. Im Bereich der Homerecorder ein heißes Eisen und nicht unbedingt die erste Wahl, da häufig 64-bit Programme und Treiber noch immer nicht richtig funktionieren. Es hat mich auch einiges an Nerven gekostet - aber es funktioniert ganz gut. Bis jetzt.
Nach einer Sicherung der Daten, die noch zu sichern waren, habe ich eine große Hauptpartition erstellt - und eine kleinere. Der größter Teil meiner Audiodaten liegt sowieso auf einer zweiten SSD und war nicht berührt.
Alle Installationen, Lizenzierungen und Registrierungen waren nochmal durchzuführen - was an sich schon ganz schön Grübelei provozierte: Line6, Native Instruments, Steinberg, diverse gekaufte VSTs - teilweise über eine Webseite freizuschalten, teilweise per Dongle (eLicenser)... wie war nochmal der Username, wie welches Passwort? Cool auch hier: Reaper. Da liegt eine Datei auf meinem Server, die bei der Lizensierung generiert wurde und die dann einmal aufgerufen werden muss. Fertig!
64-bit = manuelle Treibersuche
Auch wenn Windows 7 mittlerweile eine cooles Treiberupdating bietet - es findet nicht alles, bzw. installiert nicht immer die neuesten Treiber, gerade im 64-bit Bereich. So musste ich Audio- und Grafiktreiber dann doch suchen, die automatisch installierten waren Murks. Es lohnt die Suche: plötzlich konnte ich auch wieder den 2ten Monitor per digitalem Eingang nutzen...
Meine bevorzugte DAW, Reaper, gibt es auch als 64-bit Version - somit steht auch der Nutzung meines kompletten RAMs nichts mehr im Wege. Hier gilt "viel hilft viel" - jetzt kann ich das endlich mal nutzen.
Leider sind einige Freeware-Plugins, wenn ich sie dann nutze, nur in 32-bit erhältlich, was an sich geht. Aber es wird eine "Bridge" eingesetzt, die das Handling etwas umständlich macht.
Alles in allem...
Win 7 hat mich schon vorher überzeugt - und auf meiner DAW funktioniert es wirklich sauber. Natürlich habe ich die Einstellungen etwas geändert: Optimierung auf Hintergrunddienste, keine Auslagerungsdatei mehr, das Grafikgedrösel runtergeschraubt (Aero ist nett, aber ein Ressourcenfresser), diverse Dienste deaktiviert und bei reinem Audiobetrieb Netzwerk, WLAN und Antiviren komplett ausgeknipst (das verursacht wirklich Probleme, wenn aktiviert) und keinen Stromsparmodus.
Bis jetzt habe ich das Gefühl, dass es wirklich einen Schub gebracht hat - mal sehen, wie lange es braucht, bis Microsoft auch das kaputtgepatcht hat...
Mo
20
Sep
2010
Tischmixing
Abmischen ist schon so eine Sache, wer hat schon Referenzlautsprecher wie die Großen? Vor allem, wenn alles klein, transportabel und flexibel sein soll? Selbst meine nEar 05 lassen sich nicht mal eben anwerfen, da ist dann Strippenziehen angesagt (eigenes Stromkabel pro Box), der richtige Stellplatz gesucht, usw... Alles, was ich ja gerade nicht will. Meine Alternative sind Logitechs V20 Notebook Lautsprecher. Klein, transportabel und nur ein USB Kabel.
Schneller geht es nicht: da ich gerne am Notebook abmische - auch mal unterwegs, der Kopfhörer irgendwann nicht mehr reicht, ich aber keine große Installation mein eigen nenne (ich bin ein Bedroom Recorder...), habe ich lange nach "Klein aber Oho" gesucht - selbst die Suche im Netz gibt da nicht viel her.
Eher durch Zufall bin ich über Logitechs V20 gestolpert, die nicht nur gut klingen, sondern auch keine weiteren Kabel als eine USB-Strippe mitbringen. Natürlich grummeln sie nicht im Basskeller rum - bei gerade mal 20 cm Höhe, aber es klingt ausgewogen genug, um erste Mixe zu machen - und vor allem definitiv nicht nach Notebooklautsprecher! Mal eben auf dem Tisch. Wie gesagt: ich mache Musik aus Spaß, nicht um Kohle zu verdienen - für mich ist ein ausreichendes Mixergebnis etwas, was wahrscheinlich jedem halbwegs ambitionierten Toningenieur mit Macht die Tränen in die Augen treibt.
Oben auf der rechten Box sind die nötigen Bedienelemente angebracht (Start, Vor- und Zurücktaste, Lautstärkeregelung), ein kleines Kabel verbindet beide Boxen. Ach so, es geht nur USB, ein normaler analoger Anschluss ist nicht vorhanden.
Dazu gibt es eine kleine Transporttasche, damit lassen sich die Lautsprecher sauber wegpacken - und finden selbst im Rucksack Platz.
Sa
04
Sep
2010
Portastudio 2.0 upgrade - ZOOM R24
Gadget hin oder her, habe mein ZOOM R16 eingetauscht... Ob nun einfach Marketing oder tatsächlich Verbesserung, ich fand die Idee ganz gut, Samples und Drums mit an Bord zu haben. Ok, BOSS macht das schon lange, die Idee ist nicht neu... Aber da mir die Idee und Konzept des R16 bis dato wirklich gefallen hat - und es Spaß macht, damit zu arbeiten - waren mir die kleinen Extras willkommen. Ein subjektiver Review...
Habe das Erscheinen des R24 hier schon beschrieben, nun ist es im Gebrauch. Und hinterlässt erst einmal gemischte Gefühle... Die grundsätzlichen Funktionen wie Mixer und Mutlitracker, Audiointerface und Controller sind geblieben - hier ist das R24 genauso vielseitig wie das R16, also wirklich gut - vor allem auch via Batteriestrom. Wobei eben nun 24 Spuren dem Multitracker zur Verfügung stehen, die Eingänge bzw. Aufnahmen können nun flexibler auf die Spuren geswappt werden und es stehen mehr Eingänge mit Phantomstrom (um "aktive" Mikrofone zu bedienen) zur Verfügung - wenn man es braucht. Und weitere Detailänderungen...
Bedienung
Aber das Bedienkonzept ist - wenn es um Samples und Drums geht - sehr gewöhnungsbedürftig... Ich habe es noch nicht ganz durchdrungen, intuitiv ist es weiß Gott nicht! Das Display ist nun zwar grafisch aber schlicht zu schmal. Viele Bezeichnungen sind gekürzt - und häufig unverständlich. Aber es stellt Aufnahmen als WAV dar, so können grundsätzliche Bearbeitungen vorgenommen werden.
Auch ist es eine ganz schöne Klickerei, will man etwas editieren, gerade auch beim Stepsequenzer. Was ich überhaupt nicht verstehe ist, warum man das Scrollrad nicht sinnvoller eingebunden hat: mal ist es zur Auswahl von Menüeinträgen anwendbar, dann wieder nicht - und dies auch noch unterschiedlich, je nachdem, auf welcher Menüebene man sich befindet. Ein durchgängiges Bedienkonzept sieht anders aus!
Ach ja - die Samples und Drumspuren... Es ist schon sehr schön, ein "drumifiziertes", editierbares Metronom zu haben - aber jede Drumspur nimmt sich zwei Spuren (Stereo), ebenso die Samples. Da sind die 24 Spuren recht schnell belegt. Ich bin noch nicht wirklich an die Grenzen gekommen - das R24 ist eher "Notizblock" für mich, denn eine Produziermaschine - aber es relativiert der 24 Spurenfülle.
Es gibt - im Vergleich zum R16 - mehr Knöpfchen, die in einigen Teilen (Gott sei Dank!) nicht vielfach belegt sind und somit recht schnell gelernt werden. Aber fitzelig sind sie schon...
Effekte und so...
Es gibt Änderungen, bzw. Erweiterungen, aber ich habe sie noch nicht alle durchprobiert. Leider haben sich aber teilweise die Bezeichnungen geändert - so sie den in der gekürzten Version überhaupt lesbar sind - und nicht mehr mit denen im R16 übereinstimmen. Also mal wieder eine Lernkurve mehr...
Aber an sich sind sie vollkommen ok und lassen sich nun auch, wie ich finde, besser, bzw. schneller editieren, da hier eine tatsächliche Verbesserung im Konzept stattgefunden hat. Hier kommt das neue Display der Arbeit entgegen. Aber, wie gesagt, das Scrollrad könnte man besser einsetzen.
R24... an und für sich
Für diejenigen, die den R16 nicht kennen, ist der R24 ein cooles Teil: die Stärken des R16 sind nach wie vor vorhanden (Multitracker, Mixer, Audiointerface und Controller; USB-basierter Austausch von Dateien über Sticks, etc.), zusätzlich gibt es nun Sampling und Drums. Einen Stick mit vielen Loops und WAVs gibt es obendrauf (eingespielte Drums etc.) - aber intuitiv ist das Teil an vielen Stellen nicht.
Wer also mit einem Metronom leben kann, oder seine Drums am Rechner erstellt und einfach rüberkopiert, der braucht nicht unbedingt den R24, vor allem, da der Preis eines gebrauchten R16 (zZt. ~ 250€) im Vergleich zum neuen R24 (~ 500 €) deutlich ausfällt. Da keine groß beanspruchten mechanischen Teile vorhanden sind, kann man beim Gebrauchtkauf wohl auch nicht viel falsch machen.
24 Spuren klingen viel, sind aber relativ, wenn Samples und Drums mit eingeplant werden - und lassen sich am Ende am Computer a) besser verwalten und b) unterliegen dort keiner Beschränkung. Ich glaube kaum, dass sich jemand die Mühe macht, ganze Produktionen auf dem R24 zu erstellen - das ist dann doch zu mühselig... Und, für alle, die ihre Band mitschneiden: es gibt nach wie vor "nur" 8 Spuren, die gleichzeitig aufgenommen werden, was ja schon cool ist (im Gegensatz zu "alten" Zeiten), aber da ist im zweiten Schritt der Unterschied von insgesamt 24 zu 16 Spuren eher... Spielerei?
Erinnert mich ein wenig an den Pixelwahn bei digitalen Kameras. Haben uns 16 Megapixel deutlich weitergebracht? Oder reichen nicht auch 5 Megapixel, dann aber auch gut?
Mo
26
Jul
2010
Der Raumsimulator
Bedroom Recording auf kleinsten Raum - aber Klang wie die Großen? Für kleines Geld habe ich einen großen Raum für mich gefunden: Isone Pro von http://www.jeroenbreebaart.com/, 20 Euronen gerade mal. Ein Raumsimulator. Für Kophörerhörer. Und obwohl ich mich mit VSTs schwer tue, das ist gar nicht schlecht...
Lauthauben haben einen Nachteil, denn sie geben einen anderen Sound wieder als "in Echt". Und jetzt gibt es eine Simulation, um "echt" ins Künstliche zu bekommen. Jaaa... Man ahnt meine Vorbehalte. Natürlich geht dies wieder mit massiven Manipulationen des Sounds, denn es muss ein Raum simuliert werden, der nicht im Original da ist - vor allem nicht unterm Kopfhörer.
Aber das funktioniert gar nicht schlecht - neben verschiedenen Boxenabhören werden auch Raumsituationen simuliert. Natürlich fehlt mir der direkte Vergleich... aber am Ende klingt der Song wesentlich ausgewogener, wenn man dann noch mal über die Boxen gegenhört. Und: es strengt wesentlich weniger an.
Wer es mal wissen will, es gibt auch eine Demo, die uneingeschränkt funktioniert - es gibt nur alle 30 Sekunden ein Rauschen.
- Isone Pro von http://www.jeroenbreebaart.com/ für kleine 20 Euro.
Mi
14
Jul
2010
Homerecording 2.0?
Musik produzieren per Web? UJAM verspricht genau das: kein großes Gedrösel mehr, direkt rein in die Cloud. Ein Jedermann-Musik-Tool, um mit wenigen Mausklicks eine amtliche Produktion zu fahren. Geht das? Ein Bericht dazu in Homerecording.de, das Tool selber hier (beta mit Einladung), auf Youtube gibt es Videos.
Do
08
Jul
2010
Prioritäten, Zeitproblem, oder: Musikpuzzle
Jetzt ist schon alles schnell und einfach aufgebaut und aufnahmebereit, doch es will nichts fertigwerden. Warum..? Leider komme ich nicht täglich dazu, etwas einzuspielen, geschweige denn arbeite ich dann gerne weiter an den Details. So sammelt sich Idee auf Idee, dort mal eine kurze Notiz, dort ein Song, dem noch die richtige Dramatik fehlt, das letzte bißchen Tuning oder aber schlicht eine zündene Gesangspur/Gitarrenspur/Drumspur etc. Puzzleteile eben.
Wenn auch Software wie meine DAW Reaper oder aber auch NI Maschine große Namen für kleine Ideen bietet - es sind alles "Projekte" - so bleiben es doch Schnippsel. Leider stimmt das Bild mit dem Puzzle nur bedingt: so passen die Teile nicht wirklich zusammen. Es fehlt mehr als nur die richtige Reihenfolge.
Und häufig gibt es nur einen oder zwei Takte, die mir zwar interessant erscheinen, aber letztlich nur angedacht sind.
Der Vorteil der schnellen Möglichkeit, mal eben Aufnahmen zu machen wird zur Zeit aufgefressen vom Nachteil, mal eben Aufnahmen zu machen... So sammelt sich Idee auf Idee und nichts wird fertig.
Eben auch, weil gut Ding Weile haben will - und die Zeit knapp ist. Es schmerzt. Wirklich.
Mo
05
Jul
2010
Black Weed, oder: Kabel, Kabel, Kabel...
Eines ist gewiss: über die Jahre haben sich kiloweise Kabel, Netzteile, Mehrfachbuchsen in jeder Ausführung (für Strom, für Audio, für Midi, für usw.) angesammelt. Zwangsläufig. Egal, was man versucht. Es ist die typische "Black Weed" eines Homerecorders. Es ist auch typisch, dass man nichts wegschmeisst.
Und dann: Kabelbinder, Klebebänder, Klammern, Kistchen, Boxen etc. um es in den Griff zu bekommen. Es hat lange gedauert, aber mein Lösungsansatz ist recht simpel: möglichst wenig Geräte, die mit noch weniger Kabeln auskommen. Eine persönliche Herausforderung.
Natürlich drängt auch die Mitbewohnerin: schwarze "fliegende" Kabel stören den wohnlichen Gesamteindruck.
So habe ich lange gesucht zwischen kompakt wie möglich, aber bespielbar und meinem Workflow entsprechend.
Auf der einen Seite ist es ja richtig, dass die Hersteller die nötigen Kabel mitliefern.
Netzgeräte und Netzkabel
Aber bei den Netzgeräten herrscht pures Chaos: jede Bauform ist vertreten, jede Kabellänge (zwischen 30cm und 400cm...), jede Steckerform - als Teil des Gehäuses, Massiv- oder Euroform, nach links drehend, nach rechts drehend, die nächste Steckdose teilweise überdeckend (eventuell passt noch ein Eurostecker daneben, aber dieser muss zuerst gesteckt sein...!), gerne aber auch mal so breit, dass eine Steckdose verschenkt wird. Besondere Idee: die "Kaltgerätestecker" - mal mit Kabelführung nach oben, zur Seite als Winkelstecker, mit massivem, harten Kupferkern: egal, was man macht, das Kabel will immer in die Ursprungsform zurück (alle 30cm ein Knick).
Könnten sich die Hersteller nicht mal auf ein paar Standards einigen? Und vorher mit den Herstellern von Mehrfachsteckdosen telefonieren?
Und dann gibt es noch die Audiokabel Klinke groß, klein, XLR male/female, Chinch, Midi-Kabel, USB-Kabel (Typ A, Typ B, Typ Mini-B 5-polig, Typ Miniatur-B 4-polig, usw.) mit und ohne Ferritkern... In jeder Länge. Warum Hersteller mal die Länge, mal die andere wählen - who knows?Und: warum nicht einen USB-Steckerstandard?
Selbstversuch
Reduktion auf Nötigste. Harter Schnitt, aber es minimiert auch einige weitere Nachteile, wie zBs. Einstreuungen und Phasenprobleme.
- Daher gibt es keinen Mixer mehr, die Audiokarte muss also entsprechend mehr Eingänge zur Verfügung stellen und diese Aufgabe ausreichend leisten.
- Keine Mehrfachausgänge (Audio) bei Instrumenten: entweder wird sowieso intern aufgesplittet (USB) und in der DAW gemischt, oder aber der Mix passiert schon vorher im Gerät und kommt entsprechend auf einem Stereobus an - heißt, grundsätzliche Effekte im Gerät müssen stimmen, auch qualitativ funktionieren.
Zugegeben, nicht alle Spielereien sind mehr möglich, oder es muss teilweise nochmals - anders gemischt - überspielt werden, aber dies ist dann Teil des finalen Zusammenschnitts und nicht mehr des kreativen "Erfindens" eines Songs. Denn das ist doch das Ziel? Entspricht ein wenig meinem alten "Porta 2"-Kassetten-Workflow, nur auf einem anderen Qualitätslevel.
Dies ist mit der Hauptgrund für die Wahl meiner Instrumente: jedes für sich kann alleine funktionieren - das Korg M50 hat seinen Sequenzer an Bord, die NI Maschine ist auch ein Sequenzer und spielt perfekt Samples. Das ZOOM R16 ist mehr als eine Audiokarte und kann auch mal unter den Arm geklemmt werden und ist dann schlicht ein Multitracker. Und Controller für die DAW.
Das heißt für mich zZt.:
Natürlich gibt es dann noch das Notebook, welches die drei USBs aufnimmt und auch noch ein Netzgerät hat. Das Ganze passt auf einen X-Keyboardständer mit extrem geringen "Footprint", mit 2 angepassten Laptopstands lässt sich alles entsprechend positionieren - und es wirkt nahezu "kabellos".
Und: es lässt sich alles innerhalb weniger Minuten entweder in drei, vier Taschen verstauen oder mal eben woanders aufbauen.
Jaaa, ich weiß: lasse alles im Rechner und nutze VSTs. Aber zum einen mag ich die reine VST-Lösung einfach nicht, ich brauche Knöppe, zum anderen ist das Arbeiten am Rechner schon beruflich bedingt - da muss ich nicht auch noch beim jammen auf einen Monitor starren... Und so blöd es klingt: es ist weniger flexibel im Rechner. Oder bietet einfach zuviele Möglichkeiten, die nur ablenken.
Fr
02
Jul
2010
TweakHeadz Labs - immer mal einen Blick wert.
Die Anmutung der Seiten ist zwar schrecklich, aber es gibt eine Menge wirklich nützlicher Tipps für das Homerecording. TweakHeadz Lab - schon lange mit seiner Seite im Netz, und nun auch den konsequenten Schritt in Richtung "Bits and Bytes" gegangen. Lesen bildet, besuchen! Auch das Forum! » Hier: TweakHeadz Lab.
Do
01
Jul
2010
Unter der Lauthaube. Oder: wie klingt es nun wirklich?
Bedroom recording hat einen Riesennachteil: Lautstärke. Oder eben die Vermeidung dieser. Also wird die Lauthaube übergestülpt - dann kann es auch mal laut sein. Aber... das Ohr ist ein wunderliches Ding, und verhält sich nicht nur lautstärkeabhängig, sondern achtet auch noch auf die Frequenz. Und Klang ist ebenso wunderlich, so spielen Raum und Richtung des Schalls eine große Rolle und nehmen deutlichen Einfluss aufs Erleben. Es macht mich wahnsinnig.
Natürlich funktionieren Aufnahme, Mix und Monitoring unter dem Kopfhörer super, gerade beim persönlichen "jammen", auch die Mitbewohnerin ist beruhigt. Das Problem tritt dann auf, wenn man nach getaner Arbeit nochmal alles über "normale" Boxen hören möchte... Saft- und kraftlos, dröge, dumpf und unausgewogen. Oder die interessanten kleinen Gegenmelodien sind gar nicht mehr zu hören und gehen in irgendeinem Frequenzknubbel unter. Oder irgendwas ist viel zu laut oder "spitz" im Mix.
Höhrrichtung, Stil, Training
In der Tat ist mein Setup in der jetzigen Form noch relativ neu für mich; da fehlt noch ein wenig die Hörrichtung. Und, schon erwähnt, erschlägt weiterhin schlicht die Fülle der Möglichkeiten, ob und wie Klangmanipulation eingesetzt werden soll. Und - ich gebe es zu - eine Entscheidung hin zu einer "Richtung".
Glücklich der, wer mit kleinem Instrumentensetup arbeitet und neben Gitarre und Gesang noch ein wenig Percussion einsetzt. Oder eben derjenige, bei dem es einfach nur laut knallen soll, komprimiert bis an die Grenze.
Für den A/B-Abgleich (Kopfhörer - Lautsprecher) fehlt oft Zeit und Ruhe, auch muss das Gehör trainiert werden, sowohl als auch. Es wäre schön, würden all die Bemühungen Früchte tragen, Kopfhörer zu entwerfen, die hier ein Raumgefühl simulieren wollen - was aber aus rein physikalischer Sicht vollkommen unmöglich ist.
Es gibt einen kleinen Ausweg - jedenfalls habe ich einen kleinen Weg für mich gefunden: Isone Pro von http://www.jeroenbreebaart.com/, 20 Euronen gerade mal. Natürlich geht dies wieder mit massiven Manipulationen des Sounds, denn es muss ein Raum simuliert werden. Aber das funktioniert gar nicht schlecht - neben verschiedenen Boxensimulationen werden auch Raumsituationen simuliert. Natürlich fehlt mir der direkte Vergleich... aber am Ende klingt der Song wesentlich ausgewogener, wenn man dann noch mal über die Boxen gegenhört. Und: es strengt wesentlich weniger an.
Ins Ohr.
Ich nutze einen Ultrasone Kopfhörer: ein wirklich guter Klang und mit dem Bemühen, den kopfhörertypischen "im Kopf"-Klang zu umgehen. Nennt sich "S-Logic Natural Surround Sound". Durch versetzen der Klangerzeuger im geschlossenen Hörer soll hier auch die Ohrmuschel mit einbezogen werden - und damit auch deren Einfluß auf den Klang mit einbezogen werden. Was nicht wirklich funzt, aber die Dinger sind schon recht hochwertig.
In Verbindung mit Isone ganz hilfreich.
Aber es geht nichts über Lautsprecher im Raum. Mist.
VST für Mixing mit Kopfhörern
- Tip: Isone Pro von www.jeroenbreebaart.com/ (20 Euro)
- Nicht unbedingt ein Kopfhörerthema, aber interessantes Plugin: CLAS
Di
29
Jun
2010
VOX AC30 in-a-box. Plug-In der harten Art.
Ein Plug In mit "Knöppen". Wenn auch klein und recht geradlinig eingeschränkt - es passt für zwischendurch. Mir fehlt der direkte Vergleich mit dem Original, aber: es gibt einen interessanten Grundsound. Reingesteckt, angemacht und Kopfhörer dran - los. Aber: zu gut darf der Kopfhörer nicht sein, sonst kreischt es!
Wenn die Batterien frisch sind, dann lässt sich sogar ein netter Sound direkt auf "Platte" bannen - einfach ins Recordinginterface und es passt ganz gut.
Passt sehr gut zu meinem Reise-Set-Up mit der Traveler Gitarre und dem ZOOM R16.
In der Tat haben alte Akkus einen schlechten Einfluss: das Ding klingt dann wirklich mies. Aber mit halbwegs frischen und einem Kopfhörer mit "geringerem" Wirkunsgrad klingt das Teil sogar durchaus ein wenig "röhrig".
Es geht nix über anlogen Aufbau... im Vergleich zu digitalen Simulationen klingen normale analoge Schaltungen dann tatsächlich schon eher nach "Röhre". Zumindestens lässt sich ganz gut der "Attack" eines leicht verzerrten Sounds mit einer Röhre vergleichen - nur der gleichmäßige Verlauf fehlt: ab einem bestimmten Inputlevel kippt der Sound dann auch mal schnell, wird relativ "platt" - die harmonischen Verzerrungen und Obertöne fehlen einfach.
Von (fast) cleanem bis angezerrtem Crunchsound lässt sich mittels einem Rädchen "Gain" der Sound ändern, ebenso gibt es noch einen "Tone" Regler, der aber relativ schnell zumacht. Mit "Volumen" wird die Gesamtlautstärke eingestellt: hier ist aber ab dem letzten Drittel ein Rauschen wahrzunehmen - dies erreicht man sehr schnell, gerade bei einem cleanen Sound, dann ist die Gesamtleistung doch schwach. Bei direktem Input ins Recordinginterface habe ich auch einen Rauschpunkt auf ungefähr der Hälfte der Einstellung - aber das ist natürlich hier wesentlich einfacher zu umgehen. Ebenso kann hier Reverb, Delay oder Chorus dazugegeben werden, was natürlich in dem kleinen Böxchen nicht enthalten ist - wäre schön, wenn, aber ehrlich: wie, bei der Größe und Preis?
Der Grundsound stimmt für mich schon, wobei ein Klang ohne zBs. Reverb, direkt im Kopfhörer, gewöhnungsbedürftig ist... Sonst gibt es nicht viel, um mich zu verwirren oder zu überfordern...
Fr
25
Jun
2010
Mein Credo: kompakt und flexibel. Dies könnte die Gitarre dafür sein.
Der Urlaub steht vor der Tür. Mein Gedanke ist, das Zoom R16 (oder gar das ZOOM R24?) mit einzupacken. Akkuladegerät und ab dafür. Aber... Kein Platz für die Gitarre. Oder zumindestens nur wenig. Dann muss diese eben kleiner werden. Die Antwort: Traveler Guitar Pro Series PS-MPL, Minimalstinstrument. Single Coil- und Piezoabnehmer - Sound einer Solid Body oder Westerngitarre. Was mehr?
Die Frage also: Gadget oder Ernsthaft? Sieht man mal vom Formfaktor ab, der für den oben beschriebenen Fall optimal ist, was kann das Ding? Gut, es gibt auch Alternativen: Hohner mit dem "Paddel" (G3T) zum Beispiel. Auch Headless, kleiner Body. Ist mir aber vom Gewicht her zu unausgewogen - ausserdem fand ich die Möglichkeit, mit dem Piezo in den Klangbereich einer Akustik zu kommen, interessant. Es gibt auch die Möglichkeit, mit einem Stethoskop zu hören, um nicht zu stören, es stört mich aber: das Ding tut schlicht im Ohr weh.
Man sollte keine Klangwunder erwarten, aber das Sustain reicht - so lassen sich, wenn, akzeptable Aufnahmen machen (mit meinem Reise-Set-Up). Da ich sowieso recht viel mit Delay und Chorus arbeite, passt das schon (mit etwas zusätzlichem EQ). Single-Coin ist etwas schwach und teilweise "muddy", Piezo rauscht ein wenig. Im Vergleich mit meiner Line6 Variax, die im Gegegsatz "spitz" klingt... Mal sehen, was sich da noch machen lässt. Ist zwar passive Technik, aber auch da lässt sich noch drehen - vor allem bei der fehlenden Tonregelung. Für den Urlaub jedenfalls perfekt - da stimmt dann auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Mals sehen, was ich nach dem Urlaub sage.
Das einzige, was mich stört ist die fehlende Armstütze, da fällt mir aber auch noch was ein...
Angespielt...
In Verbindung mit meinem ZOOM R16 und dessen Instrument/ Amp-Sims lassen sich im Bereich von Akustikgitarren recht brauchbare Klänge zusammenbauen. Mit ein wenig Delay oder weitem Reverb klingt es ganz gut.
Die Sims für Heavy- oder Crunchgitarre klingen alle etwas matschig und lassen die Höhen missen - leider sind hier die "aus-der-Dose" Einstellungen im ZOOM zusammen mit dem Pick-Up der Traveler doch keine gute Kombination. Es muss schon massiv am ZOOM und dessen EQ gedreht werden. Ebenso ist der Kompressor nötig - leider ist die Grundverstärkung recht gering, da passiert es schnell, dass man den Headroom füllt - und das Clipping beginnt. Wer es gerne etwas "lauter" hat beim Spielen (unter der Lauthaube), muss hier mit viel Fingerspitzengefühl unterwegs sein.
So
20
Jun
2010
Bedroom Recorder: Bereitsein ist alles.
In erster Linie geht es um das Musikmachen. Gut, es begeistert auch die Technik - und die Möglichkeiten - aber genau dies steht auch häufig im Wege. Die Idee kommt und geht: der Trick muss sein, sofort aufnahmebereit zu sein, wenn.
Zu oft verliert man sich sonst in aufnahmetechnischen Details oder es wird begonnen, Klänge zu optimieren, ohne zu wissen, was am Ende eigentlich herauskommen soll.
Schnell auf "Record"
Das bedeutet in erster Linie, dass eine direkte Aufnahme möglich sein muss oder ein Medium dafür zur Verfügung steht. Ein guter Weg ist schonmal, den Audio Computer (DAW = Digital Audio Workstation) zu optimieren, damit sehr schnell das Betriebssystem sowie der Sequenzer geladen wird. Ich hatte bis dato ein Dual-Boot-System, welches ein optimiertes XP für Audio nutzte. Sonst konnte es nichts, startete aber enorm schnell, auch eben meine bevorzugten Sequenzer, Studio One oder Reaper, oder NI Maschine.
Mittlerweile bin ich auf Win7 64-bit umgestiegen - da der Rechner nur dafür genutzt wird, startet er ausreichend schnell und ist entsprechend den Anforderungen angepasst. Naja, noch ist er nicht mit hunderten Patches vollgemüllt...
Der eigentliche Spaß ist aber, dass ich - je nach Instrument und Ansatz - verschiedene Möglichkeiten nutzen kann.
- Gitarre oder Bass, Gesang: MACKIE 1202 VLZ3 in MOTU Microbook oder eben mobil: ZOOM R24. Ist ja auch ein Multitracker.
- Keyboard, Synthie - Korg Kronos X samt Sequencer
- Drums, Rhythmus, aber auch mal alles andere per Sampling: NI Machine.
- Oder eben die DAW
Feinschliff kommt später
Das Coole ist: es muss nicht alles an einem Platz stehen. Es ist alles transportabel.
So lässt sich mal schnell etwas skizzieren. Und hinterher anpassen, Sounds geändert werden, etc. Die Aufnahmen im Korg M50 sind midi-basiert und damit höchst flexibel. Nehme ich im ZOOM auf, nutze ich häufig Effekte oder Ampsimulationen per send, nicht als inserts, so kann ich das hinterher noch ändern.
In der Maschine werden Samples und Sounds genutzt, die sich jederzeit austauschen lassen.
Ausserdem sind alle Aufnahmen und Samples als wav-Dateien in 24 Bit-Auflösung abgelegt und damit in den Geräten und Softwaren austauschbar, kopier- und verschiebbar. Höchst flexibel und damit unabhängig von einem bestimmten Set-up. Somit kann man sich wirklich auf die "Ad-hoc-Skizze" einer Idee konzentrieren.
Finishing
Leider habe ich jetzt jede Menge dieser halbfertigen Ideen und Skizzen und muss mal ein paar zu Ende spielen...
Fr
18
Jun
2010
Mastering: Workshop auf Delamar.de
Kampf mit der Lautheit. Und ihren Tücken. Ein Thema, welches mich auch umtreibt... Dargestellt auf einem sehr abstrakten Level. Aber lesen bildet gemeinhin.
Die Frage bleibt aber: was will man denn wirklich? Wenn die Grundidee eines Songs crap ist, dann bleibt dies auch so, wenn er technisch sauber klingt. Ist man aber überzeugt, dann möchte man ja gerne auch das letzte Quentchen rausquetschen und perfekts klingen lassen. Und dann fängt der Blödsinn an...
Delamar.de bietet dazu zwar einen Workshop zum Thema Audio Mastering. Jetzt ist Mastering nicht Endmix, schon klar, aber: wer mastered schon zu Hause??? Wären nicht ein paar Tipps besser, die sich mit dem "davor" befassen? Aber "Mastering" zu verstehen sollte beim Mixen helfen, so mein Gedanke.
Ich zitiere mal die Zielsetzung: "Was unterscheidet ein professionelles Mastering von einem selbst gemasterten Titel? Was machen professionelle Mastering-Ingenieure anders? Wo sind die Grenzen von Mastering in the box? In welcher Reihenfolge sind die Bearbeitungsschritte am sinnvollsten anzuwenden? Gibt es Hörstrategien, die einem Masteringengineer die Beurteilungsfähigkeit erleichtern? Wieviel Lautheit ist vertretbar? Was kann man mit M/S-En- & Decoding erreichen?
Hier auf www.delamar.de.
Es gibt viel sehr detaillierten Technikkram - kurz: es hilft mir nicht wirklich bei meinen Problemen im Heimstudio. Ich bin Musiker und möchte nicht Tontechnik studieren. Eines ist aber ganz interessant: der Teil mit der Reihenfolge der im letzten Teil eingesetzten Effekte und Bearbeitungen.
Wie gesagt, ziemlich abstrakt und "pro" und ein wenig "blinding with bullshit" - für den Bedroom Recorder nicht wirklich zielführend. Für mich nicht, da der gefühlte Aufwand zu groß: eigentlich will man doch Musik machen und sich nicht in die Tiefen der möglichen Techniken stürzen und Audio-Engineer werden.
Nachtrag, 25. Juni
Etwas versteckt bei Delamar.de, gibt es doch noch ein paar brauchbare Infos zum Thema Mixing und Mastering, die zumindestens für den "Heimgebraucht" ganz informativ sind. Delamar. de sollte mal über "Tagging" nachdenken.
Di
15
Jun
2010
ZOOM R24 - einfach nur ein halber R16 mehr?
Ich gebe es ja zu, ich liebe Gadgets. Auch gerne, wenn sie einfach "nur" neu sind. Aber mittlerweile vernünftiger, wenn es ums"haben wollen" geht. Habe mir im Frühjahr das ZOOM R16 zugelegt und bin nach wie vor absolut begeistert, was die Möglichkeiten angeht. Ein sinnvolles Gadget: als Audiointerface, gleichzeitig als Controller und als Multitracker, wenn es ums entspannte Basteln geht. Auch gerne mal "im Grünen", mit Gitarre oder Bass.
Nun kommt der R24.
Der Name impliziert's: 24 Spuren auf SD
ZOOM hat seinem neuen Teil nun 24 Spuren spendiert, wobei nach wie vor "nur" 8 Spuren gleichzeitig bespielt werden können. Heißt, es gibt mehr Möglichkeiten, seine Spuren zu swappen. Also 24 Spuren fürs overdubben. Die Frage bleibt, ob es nun auch möglich ist, Inputs zu routen...
Letztlich ist das alles schön, aber für mich kein eigentlicher Grund zu wechseln - in der Regel nehme ich sequentiell auf, habe aber gerne mehr Eingänge, damit ich nicht ständig Stecker wechseln muss. Acht Eingänge sind da genug, zwei für das Korg M50 , zwei für die NI Maschine und dann nur noch jeweils einen für Bass/Gitarre und Gesang. Da ist zZt. noch Luft. Und dubben, naja, dann wohl doch eher in der DAW.
Zusätzlich werden jetzt 6 Eingänge bestromt, anstatt derer 2 beim R16 - ok, das haben viele bemängelt... Aber ich nehme sowieso lieber eine Röhrenvorstufe mit eigener Versorgung, daher: egal für mich. Ausserdem: wie lange sollen da die Batterien halten?
Ach ja, das Display ist auch etwas aufgepeppt worden und ist jetzt grafisch, was nötig ist, für den zusätzlichen Sampler und Sequenzer - es soll entsprechend Wellenformate anzeigen. Aber 1.9 Zoll sind... Handydisplaygröße??
Sampler & Loops, Drum Maschine?
Die auffälligste Änderung ist der integrierten SAMPLER, mit 8 Pads, die dreifach belegt sind - also 24 Stimmen ergeben. Mit der Sampling Funktion soll zum Beispiel ein Teil einer Audio Aufnahme auf ein Pad gelegt werden können und mittels der eingebauten Pads gespielt werden oder aber durch einen eingebauten Sequenzer getriggert werden, ebenso per Midi/USB Keyboard das an den Computer angeschlossen ist - Midianschlüsse fehlen also weiterhin.
Es gibt eine Drummaschine - Pattern, Step-Eingabe - mit 10 Kits - und es gibt auf einem mitgelieferten USB Stick (1,5GB) Drum Loops, die als Samples auf die Pads gelegt werden können.
Klingt ja cool, aber... brauche ich das? Zugegeben, die Eierlegendewollmilchsau wurde nochmals aufgepäppelt und schielt nach BOSS' Klientel. Ein Drumtrack hätte was - als Edelmetronom - um "from the scratch" einen Song zu basteln.
Aber für mich wirklich wichtiger: Kinderkrankheiten beheben! Oder: ein Firmware-Upgrade hätte es auch getan.
Mal sehen, ob mit dieser Version ein paar der Kinderkrankheiten mit behoben werden - zBs. der "Shift" beim sequentiellen Aufnehmen. Es gibt immer einen kleinen Verlust von ca. 3ms pro Spur und Aufnahme, was sich relativ schnell bemerkbar macht, da additiv. Ach ja: das freie Routen der Eingänge auf die Spuren. Und: gebt mir mehr LEDs in den Anzeigen... Die jetzigen 4(!) sind ein Witz.
Angespielt
folgt in kürze...
Mo
26
Apr
2010
Die Maschine fürs Musikmachen.
Eines vorweg: Maschine ist ein Stück proprietäre Hardware. Und es ist eine Software. Eine Hybrid-Groovebox, die meine Art, Musik zu machen, komplett umgekrempelt hat. Dabei funktioniert die Software auch alleine, so auch der Controller. Aber erst zusammen funktioniert es richtig, und vereint beider Vorteile. Und das Beste: alles lässt sich ohne Maus und Monitor direkt mit dem Controller bedienen. Es gibt quasi einen "Direktzugriff" auf alle Parameter - dafür gibt es 2 Displays, die den Blick auf den Monitor (fast) unnötig machen.
Der Controller ist hochwertig hergestellt und fühlt sich perfekt an. Metallisches Gehäuse, Knöppe gummierte Handschmeichler...
Neu: Update 1.6
Absolut ein Instrument
- 16 drucksensitive Pads, beleuchtet als Rückmeldung
- Repeattaste, Flexible Patternlängen
- Step-Eingabe
- Polyphonie bei Aufnahme
- Software lässt sich komplett über den Controller steuern
- Automation kann aufgezeichnet werden
- Real-time Aufnahme und Resampling
- Effekte auch per "send"
- Wie in Kore werden Sounds getaggt und lassen sich so leicht wiederfinden
createdigitalmusic.com
Moogulator auf Amazona.de
Damit lässt sich wirklich "live" jammen... Ach ja, die Software läuft stand-alone oder als Plugin. Latenz kommt stand-alone nicht vor, plugged-in habe ich Schwierigkeiten. Daher baue ich meist alleine vor und lade das fertige Projekt in das Plugin, mache den Rest dann in der DAW. Oder sample direkt Bass, Gitarre und Keyboard in die Maschine und bastel dort weiter. Einfach cool.
Sampleloops können in der Maschine analysiert werden und in "Slices" aufgeteilt werden. Diese wiederum können automatisch auf die Pads verteilt werden und einzeln angespielt werden. Das macht echt Laune.
Groovebox + +
Maschine ist in der Tat in erster Linie für Grooves gemacht, kann aber problemlos für Melodien eingesetzt werden. Es gibt über 6GB Samplematerial, eigene Klänge können problemlos mit in die Bibliothek eingebunden werden - sie können getaggt werden und sind damit schnell wieder auffindbar. Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt, vor allem, da sich auch einfachst eigene Klänge aufnehmen lassen, oder die eigenen Patterns resamplen und direkt bearbeiten lassen. Die zwei Displays unterstützen dabei perfekt und zeigen zBs. die Wellenformen an (zoombar).
Neuer Workflow
Sagte ich schon, dass sich meine Art, Musik zu machen, komplett verändert hat? Das Teil verleitet zu stundenlangem rumbasteln und rumprobieren und behindert nicht durch umständliches Handling, Mausgeschubse oder dem rumgeklicke in irgendwelchen Untermenüs.
Ich nutze es mehr und mehr als Sequenzer, die Effekte und Bearbeitungsmöglichkeiten sind wirklich gut - nur das abschließende "Mastering" mache ich in der DAW mit den entsprechenden VSTs.
Wie funktioniert es?
Songs können mit Hilfe der speicherbaren Patterns und Scenes aufgebaut werden: Patterns sind quasi die Instrumentenspuren. Ein Pattern beinhaltet also die "Noten", oder eben Drumschläge und deren rythmische Abfolge. Die Instrumente (oder die einzelnen Noten), bzw. die verschiedenen Drums liegen auf den Pads und können live, wie auch per Stepeingabe, eingespielt werden. Ein Pattern kann sich auch über viele Takte ziehen.
Scenes wiederrum sind Zusammenstellungen von Patterns und ergeben Teile eines Songs, zBs. die Strophe, Refrain, Bridge etc.
Patterns, bzw. Instrumente auf den 16 Pads können nochmals in Gruppen (8) zusammengefasst werden.
Viele Scenes ergeben dann einen Song. Mit der Zusammenstellung der Patterns und Patterngruppen und Scenes, die auch jeweils als Loop ablaufen können und den vielfältigen Möglichkeiten, an Klangparametern direkt zu drehen, kann richtig losgelegt werden und live rumprobiert werden.
Ach ja: jeweils 2 Effekte können einem Sound zugeordnet werden, einer Gruppe und dem Master.
Parameteränderungen können auch aufgezeichnet werden und bringen damit noch mehr Dynamik und Abwechslung - das Ganze geht auch via VST direkt in die DAW, cool.
Die Pads sind anschlagdynamisch, Sounds können auch via Pads als "Tastaturersatz" eingespielt werden und das auch alles "on the fly", wenn gewünscht.
Herstellerseite: Native Instruments
Update 1.6: hier mehr
Wer's mal sehen will...
Native Instruments bietet eine Menge an guten Tutorials an, die bei den ersten Schritten helfen. Hier eine Einführung.
Do
22
Apr
2010
Tasten sind des Gitarrenspielers... ja, was denn?
Es war von Anfang an: Midi konnte man am Besten mit einem Keyboard einspielen... Also war es schlicht eine dumme Tastatur mit ein paar Knöppen, die die Software und das Soundmodul bediente. Damit konnte man sich ein wenig "Begleitung" basteln und Bass und Gitarre stundenlang feinschleifen.
Mehr war nicht: da standen eigenes Unvermögen und der Mangel an Geld im Weg.
Und dann folgte der erste Versuch nach vielen Jahren: Korg X50. Nun folgt das M50...
Das X50 war an sich ein klanglich tolles Gerät, ist aber doch eher das Zweitteil für ausgewachsene Keyboarder. Was mir fehlte: ein Sequenzer zum schnellen Notieren von Ideen. Denn auch hier gilt: Flexibilität. Wie schon mein ZOOM R16, so auch hier: es muss auch mal ohne PC gehen.
Korg M50
Ich habe für mich die Workstations entdeckt... und zwar nun in der Form des Korg M50 (review Sound on Sound), mit 73 Tasten. Mein Gott, was ist da möglich... Ich will ja gar nicht eigene Sounds kreieren, ich lebe gut mit dem "out-of-the-box". Mit 2 Appregiatoren, Sequenzer und jeder Menge Sounds. Ob es bessere gibt, ist mir eigentlich egal - mir reicht es dicke. Keine weiteren Soundmodule mehr, keine komplizierten VST-Instrumente, alles drinnen. Auch mal eben ohne Rechner.
Es mag andere Workstations geben, Juno G, Yamaha und andere, aber ich mag Korg seit meinem AG-10. Korg hat einen brauchbaren Touchscreen auch in dieser Kiste, die meisten nötigen Anpassungen lassen sich damit schnell mal eben durchführen. Für mehr kann das M50 auch als VST eingebunden werden.
Es gibt eine Menge vordefinierte "Combinations", mit klasse Klängen, die Spaß machen und gute Ideen provozieren, mit Equalizer, Effekten etc. Und zusätzlich ein programmierbarer Drum-Track.
Ich habe sogar begonnen, über das 4-6 Fingersystem hinaus ernsthafte Ambitionen zu entwickeln...
Pro und Cons
Zuerst: wie gesagt, ich bin kein Keyboarder. Also ist mein Einsatz der von jemanden, der sich eine "Begleitung" bastelt, um Gitarre, Bass etc. entsprechend zu unterlegen. Ob Streicher, Flächensounds oder was auch immer: es geht nicht um das virtuose Fingerspiel im Besonderen. Daher sind mir zBs. gewichtete Tasten ziemlich wurscht, da ich das kaum beurteilen kann. Im Gegenteil, ich konnte mit den typischen "Synthietasten" immer mehr anfangen.
Aber nach Jahren auf klapprigen Midi-Tastaturen - die man "so daneben stehen hat" - habe ich mir nicht nur die 66 Tasten gegönnt, sondern sogar 73, um ein möglichst breites Spektrum direkt abzurufen - ohne an einem "Transpose"-Taster zu fummeln. Gerade, wenn man Hintergundklänge ausprobiert ist das ganz hilfreich.
Echt Spaß machen die 2 Appregiatoren (wenn man nicht so der Virtuose ist...), um Dynamik und Bewegung zu erzeugen, ebenso die Drumspur. Das macht schon recht schnell Laune - vor allem auch mit den vorgefertigten - und leicht anpassbaren - Kombinationen diverser Klänge, teilweise aufgesplittet auf Tastaturzonen, teilweise in Anhängigkeit zur Stärke des Anschlags auch als übereinandergelegte Layer.
Cool sind die 4 Taster, die sich mit kompletten Akkorden belegen lassen - noch 4 mehr wären noch schöner, aber das ist der höherpreisigen Korg vorbehalten...
Es mag noch ausgefeiltere Umsetzungen geben, aber der Sequenzer ist Klasse, um schnell eine Skizze zu sichern - bevor sie aus dem Kopf geht. Nachträgliches Bearbeiten wiederum, am Keyboard, ist Quälerei. Das sollte man dann tatsächlich am Computer machen.
Sowohl Vorteil, wie auch Nachteil ist die Tatsache, dass das M50 nur einen Stereoausgang besitzt. Vorteil, weil es das Ganze übersichtlich hält (und Kabel spart); Nachteil, weil der Klang im M50 entsprechend sauber abgemischt werden sollte. Oder man spielt die Sound entsprechend einzeln in die DAW. Ergibt sich von Fall zu Fall.
Was ich bis jetzt nicht wirklich begriffen habe, ist die mehrfach gegebene Möglichkeit, Parameter zu ändern: ob per Slider, Drehknopf oder 10er Tastatur... in Kombination mit dem Touchscreen oder auch nicht... oder nur mir dem Touschscreen, oder, oder - für mich schlicht Blödsinn und überflüssig.
Fazit
Gerade für jemanden wie mich, der nun nicht der Keyboarder an sich ist, aber für das Recording zu Hause brauchbare Klänge und Helferlein sucht, stimmt das Gebotene und der Preis. Das Teil ist - im Vergleich - noch in einem Preisbereich, der mich ohne rot zu werden behaupten lässt, rational gehandelt zu haben...
Mi
07
Apr
2010
Audio PC deluxe...?
Ich gönne mir den Luxus, einen Rechner nur für die Musik bereitzuhalten. Ok, es ist ein Dual-Boot-System, so dass eine Partition auch "normal" nutzbar ist, aber er ist nicht mein Hauptrechner.
Da ich alles transportabel und flexibel halten möchte, ist dieser Rechner natürlich ein Laptop. Obwohl 5 Kilogramm Gewicht dem ein wenig entgegenstehen... Es ist ein Dell XPS 1730, gilt als "Gaming-PC" und bietet daher von Natur aus eine optimierte Plattform. Sollte reichen - aber ein wenig "nerdy", wie ich bin, habe ich noch weitergeschraubt.
Leichtes n-Lite XP optimiert für Audio
Audio am PC profitiert zum einen von der Performance, die ein Rechner bietet, aber natürlich auch vom sauberen Zusammenspiel der Komponenten - eigentlich DAS wichtige Kriterium. Dies ist in der Tat gegeben.
Es gibt durchaus einige Schrauberbuden, die audio-optimierte Rechner anbieten, gerade für den professionellen Bereich, aber preislich - aus Sicht des Kosten-Nutzen-Aspektes - auch nicht mehr bieten.
Als Betriebssystem war lange ein optimiertes XP auf dem Rechner - eine n-lite-Version, die von einem User auf dem Reaper-Forum angeboten und diskutiert wird. Dieses bietet das absolut Nötige und hält den Rechner "leicht", da nicht die typischen Windowsupdates und Patches den Rechner vollschlammen. Ins Netzt geht es halt mit der anderen Partition, oder zur Not auch mal damit - fürs Freischalten von Software.
[Mittlerweile: Win7, 64 Bit]
Nun bin ich bei Win7, 64 Bit - und es geht hervorragend!
Festplattentuning überflüssig: SSD
Obwohl die Festplatte schnell genug ist (7.200 rpm), ich aber Programme, Aufnahmen und Samples auf getrennten Platten halten möchte, wird für Samples und Aufnahmen eine Solid-State-Disk von Intel mit 32GB genutzt, die ich als 2te Platte eingebaut habe. Ob es wirklich etwas bringt, wird gerne in den Foren diskutiert, es spricht aber - gerade für die NI Maschine - einiges dafür, dies getrennt zu halten. Ich habe jedenfalls noch nie Aussetzer oder irgendwelche solcher Probleme gehabt. SSD hat den Vorteil, das es keine Fragmentierung gibt.
Ausserdem kann die Platte später jederzeit in einem anderen Rechner weitergenutzt werden.
Stimmung stimmt: sieht cool aus
Das Ding ist, wie gesagt, ein "Gaming-PC". Was dem Gamer recht, ist mir billig: das Ding ist cool beleuchtet. Gerade, wenn man mal abends in lauschiger Atmosphäre Musik macht: nicht nur ist die Alu-Tastatur beleuchtet (wirklich hilfreich!), sondern auch der Deckel (habe ich deaktiviert, sehe ich ja nicht) und Mauspad und die Lautsprecheröffnungen vorne. Es gibt diverse Farben zur Auswahl.
Wie gesagt, die "Wohlfühlatmosphäre" ist auch wichtig. Das Korg M50 glüht in dezentem rot, das Display glimmt bläulich. Auf der Maschine spielen blau und orange die Hauptrolle, das ZOOM R16 Display leuchtet in orange.
Mittlerweile habe ich es auch geschafft, ein Reaper-Theme zu finden, welches Übersichtlichkeit garantiert und gut mit dem NI Maschine-Software Plug-In zusammenpasst, auch hier spielen orange und blau eine Rolle.
Da ist es naheliegend, auch den Dell in blau glühen zu lassen. Auf einer Bühne würde das ein absoluter Hingucker sein, zu Hause macht es einfach Laune.
Ach ja: der Rechner ist äusserst leise und passt auch daher in ein Audio-Setup.
Fr
02
Apr
2010
MP3 ist irgendwie Pest. Und als Format schwer zu bedienen.
MP3 ist ein gemeinsamer Nenner. Aber irgendwie fehlt mir echte Seele. Es ist nicht sonderlich erstaunlich, wie sich dieses Format verbreitet hat, macht es Musik doch wirklich transportabel - 2000 eingeführt, wurde ihm zwar 2001 noch von Bertelsmann der schnelle Tod vorhergesagt... da war wohl eher der Wunsch Vater des Gedankens.
MP3 hat nicht nur die Hörgewohnheiten verändert, sondern auch das Musikmachen, wenn auch am Anfang nur als Nebeneffekt. Aber die preiswerte Digitalisierung hat nichtdestruktive und verlustfreie Soundmanipulationen möglich gemacht , die die Musik selber verändert haben. Dies war früher schon aus Kostengründen kaum möglich.
Rechnerbasierte Manipulationen
Sicher waren die Erkenntnisse der Psychoakustik nötig für die Entwicklung des Formats, doch wurde die Psychoakustik dadurch auch eine Art des "Allgemeinwissens" und führte zu Arten der Manipulation u/o Simulation, die erst diese Fülle von rechnerbasierten Effekten hervorgebracht hat, preiswert für jeden anwendbar. All dies ist nicht nur künstlich erzeugt, es klingt leider auch schnell so - wie gesagt, "Seele" lässt sich nur schwer simulieren.
Parameter bis zum Abwinken
Ärgerlicherweise sehe ich mich vor der Herausforderung, dass solcherart digitale Aufnahmen (im Vergleich zu den alten analogen Aufnahmen) schwer fertigzustellen sind... Der ganze Weg (Aufnahme, Mix, Effekte, Umwandlung) kann schon in jedem einzelnen Schritt herausfordernd sein. Er kann in Details beeinflusst werden, die schnell das intuitive Arbeiten zerfasern - soviele Parameter können gesteuert werden, manigfaltige Kombinationen sind möglich und bieten ebenso viele Fallen.
So richtig Spaß hatte ich noch nicht, mich wirklich näher damit zu befassen. Letztlich gehört dies heute mit zur Musik und zum Stil. Ich versuche mich an das Grundsätzliche zu halten: weniger ist mehr. Nur welches weniger ist das richtige? Wie ergibt sich in der Musik die Seele?
Leider gibt es eine Fülle an Effekt-VSTs, die hier helfen sollen: Kompresser, Sättiger, Enhancer, Expander, Ecxiter und so weiter... und jedes hat zig Parameter. Interessant, dass zur Zeit - gerade in Aufnahmehardware - die 1-Knopf-Kompression Einzug hält. Tribut an die Überforderung der Anwender?
Mo
29
Mär
2010
Das Portastudio 2.0 aka ZOOM R16
Was war das Porta 2 damals cool. 4 Spuren auf Kassette, ein bißchen "Equalizer", Punch in/out... Effekte per send. Nun gab und gibt es immer Mehrspurrekorder - aber so sind sie doch immer das eine oder andere und legen den Workflow auf ihre Weise fest. Trotz gesunder Skepsis gegenüber "Eierlegendenwollmilchsäuen" fehlte mir immer ein nicht näher zu definierender "Kompaktheitsfaktor".
Soundkarte ++
Nachdem ich soundkartentechnisch quer durch den Anbieterwald gehetzt bin, immer auf der Suche nach "klein", "kompakt" und "einfach" (u.a. Line6 Gearbox, Line6 KB 37, Lexicon Omega Studio, u.a.), aber auch nicht immer den Rechner anschmeissen wollte, um aufzunehmen - und mich IMMER über ein weiteres Netzteil geärgert habe - bin ich kurzzeitig beim BOSS BR 600 gelandet. Es funktionierte gut. Aber ehrlich: war mir zu umständlich. Knöppe ok, aber zu viele Kombinationen dieser. Und die Pads für die Drumsektion erinnerten mich immer an mein Handy.
Wenn ich auch mehr oder weniger "sequenziell" aufnehme, möchte ich trotzdem mehr als zwei Kanäle zur Verfügung haben, um nicht permanent Kabel zu stecken - wenn, dann wäre das KB 37 sicher weiterhin meine Wahl geblieben. Aber das rumgefummel war nervig...
Interface, Mehrspur und Controller
Bin dann über das ZOOM gestolpert - weil es auch noch alles in sich vereint: Audiointerface, portable Aufnahme (Akkus oder normale AA Batterien!) auf 8 Spuren gleichzeitig - mit eingebauten Stereomikrofonen und Controller. Und die Effektsektion (auch ein wenig Mastering ist mit Kompressor und Normalizer möglich) ist - für mich - ausreichend und anwendbar. Geht per Spur (insert und 2 sends, Ampsimulationen und Effekte) und zusätzlich noch mal auf dem Master. Die 8 Spuren lassen sich nochmals swappen, so dass 16 Spuren zur Verfügung stehen. Wer's braucht...
Über USB wird es mit Strom versorgt, dient als Controller (Mackie Control) und Audiointerface. Oder kann als Cardreader wav-Dateien überspielen. So lassen sich Aufnahmen leicht in oder aus der DAW verschieben. Also zBs. ein Gerüst in der DAW basteln (bequem mit dem Zoom als Controller), rüberschieben und ZOOM und Gitarre unter den Arm und entspannt im Garten aufnehmen. Oder andersherum - flexibels! Das Ganze geht auch per USB-Stick, ein Anschluss dafür ist auch vorhanden.
Übrigens wird auf SDHC-Karten aufgezeichnet - maximale Größe bis 32GB.
Kurz: flexibel, extrem transportabel, kein Schnickschnack. Es gibt natürlich immer was zu mäkeln (zuviel Plastik, zu kurze Faderwege, Equalizer nur über Menü erreichbar, nur 2GB große Aufnahmen, leichte Latenz zwischen den Spuren wenn hintereinander aufgezeichnet, nur zweimal Phantomspeisung...), aber, heh, bei dem Preis kann man kein Studio erwarten!
Mein persönlicher Wunsch wäre eine bessere Aussteuerung, nur mit 4-Segment-Anzeige quält. Und eine freie Spurwahl für die Eingänge. Aber: es geht auch so.
Ausfürlicher Review von Sound on Sound
Der Nachfolger ist da: ZOOM R24, ein paar Spuren mehr und Sampling...
Das Video unten zeigt zwar das R16, das ist aber nicht der Grund, warum ich es eingebunden habe... Einfach mal reinhören und schauen. Ich habe immer drauf gewartet, dass der Kollege irgendwann umfällt und mit der Stirn auf das R16 schlägt...
Fr
19
Feb
2010
Ich bin viele.
ELECTRO HARMONIX VOICE BOX
Harmony & Vocodereffekt in Bodentreterdesign. Eine echt coole Metallkiste, die auch - dezent eingesetzt - klasse klingt. Zugegeben: mit weiblichen Stimmen einfacher...
Muss ich mal sauber einsetzen irgendwann.
Fr
05
Feb
2010
DAWs... Glaubensfrage? Natürlich.
Was gibt es Diskussionen über das Für und Wieder. Glühende Verfechter des Einen, emotionsgeladene Gegner des Anderen... Bei manchen Preisen für eine DAW-Grundausrüstung bleibt einem auch nichts anderes übrig, als ein leidenschaftlicher Verfechter des eigenen Invests zu werden. Unbelastet von einer eigenen Historie drängen immer mehr funktionierende Alternativen auf den Markt, mit guten Argumenten gegen einen hohen Invest. Auch, weil sich der Hardwaremarkt auf sie zubewegt.
Gott sei Dank gibt es mehrere Strömungen: das Erreichen einer möglichst flachen Lernkurve, also das "wie lässt es sich schnell einfach und effektiv arbeiten" und (preiswerte) Hardware, die immer mehr der Aufgaben übernimmt oder unterstützt. Knöppe eben. Aber leider auch immer noch eine Tendenz auf Seiten der Hersteller, das eigene Programm immer weiter auszubauen und so das Erreichte hinfällig zu machen.
Nivellierung
Zusätzlich lassen heutige Rechnerkapazitäten - und modern programmierte Software - Dinge zu, die früher nur mit absoluten High-End-Geräten möglich waren. Und wer schon in diese Maschinen investiert hatte, der hatte auch das nötige Kleingeld für entsprechende Software übrig. Musste.
Hardware kann heute auch immer mehr, da auch hier die Preise für Komponenten fallen - also wird immer mehr reingepackt und nivelliert die Unterschiede zunehmend. Ausserdem sanken die Preise.
Musiker = Nutzer
Und nun kommen auch noch Nutzer, die sich austauschen, meist gut vernetzt sind - zumindestens aber den Informationspool Internet gut nutzen - und entsprechende Ideen und Ansprüche formulieren. "Nah am Kunden" ist, wer hier zuhört oder sogar aktiv mitmacht. Wie oft lässt sich lesen, dass (namhafte) Hersteller zwar ein Forum bereitstellen, aber nicht oder unzureichend antworten. Geschweige denn die Wünsche ihrer Nutzer annehmen. Das spricht sich schnell rum.
Zusätzlich ist die Schnittmenge derer, die sich mit Computern auskennen, im Internet zu Hause sind und keine Probleme mit Open Source Projekten, bzw. mit kleinen Softwareklitschen haben - und sich gerne und rege austauschen - entsprechend groß. Und die wiederum Musik am Computer machen wollen, ohne groß zu investieren. Was früher die erste Klampfe, scheint heute das erste Sequenzerprogram auf dem eigenen Rechner. Oder iPhone/Handy/Spieledaddelkiste...
Profi
Natürlich gibt es gute Gründe für hochpreisige Systeme - Software und Hardware - die perfekt aufeinander abgestimmt sind, hochwertige Komponenten bieten, entsprechenden Support bieten und eine vielfach geübte Implementierung beherrschen etc. Aber für das Heimstudio vollkommen oversized sind. Es sei denn, man ist Perfektionist und steht auf sowas... Eines ist dann sicher: wenn die dann top klingende Musik Mist ist, liegt es wenigstens nicht daran.
Aber genau da schließt sich der Kreis: die Seele der Musik liegt nicht in der Technik, die sie bearbeitet.
Reaper: DAW meiner Wahl
Im Laufe der Jahre ging einige Software über meinen Rechner, und natürlich hat sich vieles seitdem auch wieder geändert. Trotzallem stellte sich in der Regel schnell raus, ob Aufwand (Lernkurve) und Nutzen in einem vertretbaren Verhältnis standen. Gerade im "bedroom". Und ob es den kreativen Aspekt unterstützte.
Auf Wikipedia werden unter dem Stichwort "Musiksoftware" über 25 verschieden Programme gelistet und ich bin mir ziemlich sicher, dass es deutlich mehr gibt.
Ich war eine ganze Zeit sehr angetan von "Tracktion 2", deren Idee eines "one-window-desk" wirklich funktionierte und das Arbeiten nicht behinderte. Mackie hat dann "Tracktion 3" gelauncht und - irgendwie war es nicht mehr meins. Und deutlich teurer.
Mittlerweile nutze ich "Reaper" von Cockos - und bin sehr zufrieden. Mehr dazu hier.
Ein paar Linktipps:
Fr
05
Feb
2010
Reaper.
Im Laufe der Jahre ging einige Software über meinen Rechner, und natürlich hat sich vieles seitdem auch wieder geändert. Trotzallem stellte sich in der Regel schnell raus, ob Aufwand (Lernkurve) und Nutzen in einem vertretbaren Verhältnis standen. Gerade im "bedroom". Und ob es den kreativen Aspekt unterstützte. Reaper von Cockos ist mittlerweile DAS Stück Software dafür.
Auf Wikipedia werden unter dem Stichwort "Musiksoftware" über 25 verschieden Programme gelistet und ich bin mir ziemlich sicher, dass es deutlich mehr gibt.
Ich war eine ganze Zeit sehr angetan von "Tracktion 2", deren Idee eines "one-window-desk" wirklich funktionierte und das Arbeiten nicht behinderte. Mackie hat dann "Tracktion 3" gelauncht und - irgendwie war es nicht mehr meins. Und deutlich teurer.
Mittlerweile nutze ich "Reaper" von Cockos - und bin zufrieden. Nicht nur, dass es sich gut arbeiten lässt, man muss auch nicht alle Möglichkeiten verstehen. Und nutzen. Es ist superflexibel, hat einen so kleinen Footprint, dass es sogar auf einen USB-Stick passt und ist preiswert.
Im Grunde lässt sich die Testversion uneingeschränkt nutzen, aber es fällt leicht, den relativ kleinen Preis zu zahlen, weil a) die Community drumherum enorm aktiv ist, b) die Entwickler aktiv teilnehmen und c) wirklich auf die Nutzer gehört wird! Da wird auch miteinander diskutiert, eine erstaunlich offene Kommunikation gepflegt und superschnell reagiert.
Umtriebige und interessierte Entwickler
Es kommt fast im Monatstakt ein neues Release oder ein Patch raus, das jeweilige Update funktioniert reibungslos, quasi "on the fly" und birgt auch immer mal die eine oder andere kleine Verbesserung, die wirklich bei der Arbeit hilft.
Achso... Bei der Registrierung wird ein kleines Textfile generiert, welches einmal bei der Aktivierung aufgerufen werden muss. Dies kann irgendwo auf dem Rechner, Netzwerk oder USB-Stick liegen. Und es ist bei Cockos auf der Webseite abrufbar. Einfacher geht es kaum - vor allem, wenn es mal schnell auf einem anderen Rechner (oder beim Neuaufsetzen...) aktiviert werden soll.
Was mich immer mal wieder beschäftigt - das "theming" - hat zwar überhaupt nichts mit der Musik zu tun, macht aber enorm Spaß. Es gibt innerhalb der Community ein paar wirklich gute Designer, die Themes für Reaper bauen, die sich jeder instalieren kann. Augenmenschen können sich "ihre" DAW bis in das kleinste Detail anpassen - oder der Stimmung entsprechend mal eben zwischen verschiedenen Themes umschalten: ich finde es gut. Und bastel auch gerne mal rum.
Es geht eben nicht immer nur um Technik und Funktionen.
64-bit
Ob MacOS oder eben 64-bit, Reaper gibt es auch dafür. Ich habe mittlerweile Win7 in 64-bit auf meinem Rechner, Reaper läuft problemlos damit - und endlich kann ich mal den Speicher nutzen... Wenn es eines gibt, was hilft, dann viel RAM. Dies ist mit jeder DAW so.
Plugins, VSTs und "der fehlende Kanal-EQ"...
Da man quasi auf einer Oberfläche bleiben kann (der Mixer ist in einem Pop-Up - perfekt für einen zweiten Monitor...) und die hauptsächlichen Parameter der Plugins mit einblendbaren Reglern bedienen kann, lässt es sich recht flott arbeiten. Man muss nur verstehen, das ein Track angelegt, der Eingang bestimmt (Audioeingang, Midi...) und - wenn benötigt - die Effekte eingefügt werden müssen. Fertig. Es lassen sich auch Midi- und Audiodaten auf einen Track legen. Alles kein Problem.
Eigene Plugins en masse
In der Tat wirkt Reaper auf den ersten Blick sehr "nackt", aber: es gibt eine Menge "Plugins", also Effekte, die mit Hilfe einer eigenen Scriptsprache programmiert sind (kann jeder ändern, wer Spaß daran hat) und sofort verwendet werden können. Ebenso alle gängigen VSTs: ich habe noch nirgendwo gelesen - oder selber die Erfahrung gemacht - dass ein VST nicht funktioniert.
Somit kann zBs. der vermeintlich fehlende EQ - den viele DAWs "out-of-the-box" direkt in der Spur haben - ganz einfach eingefügt und angepasst werden. Der mitgelieferte ReaEQ zum Beispiel ist perfekt anzupassen - mit High- und Lowshelfs, Q-Regler, Frequenzwähler und einfach erweiterbaren Kanälen - und bietet sogar ein äusserst übersichtliches grafisches Interface... Ich liebe das Ding.
Wie gesagt, die Community drumherum ist enorm aktiv - da gibt es auf jede Frage eine Antwort oder direkte Hilfe, somit ist das Paket komplett. Im Grunde braucht es nicht mehr viel mehr.
Reaper und die Community
Letzte News zum Thema
Sa
02
Jan
2009
Endlich mal einen Punkt erreicht.
Vielleicht liegt es nur daran, dass endlich mal mehr Zeit zum Nachdenken übrig bleibt. VSTs als Sounderzeuger liegen mir einfach nicht, Soundmodule alleine scheinen zu... antiquiert? Wenig flexibel? Zu viel Kabelkram? Hatte mal kurz ein Ketron SD2 - kommt zwar aus der Tanzmusikecke, klingt aber spitze. Nur: man braucht immer das ganze Geklöppel: Rechner, DAW...
Korg X50: auch wenn ich es immer wollte, so komplett hatte ich es nicht vermutet. Habe die ersten Schritte hin zu einer "kombinierten Lösung" unternommen. Wie gesagt, ich bin kein Keyboarder... die Jungs früher in der Band waren mir immer etwas suspekt.
Aber letzlich gilt auch hier: es muss irgendwo rein. Ich mag Reaper als DAW, aber auch das ist noch immer zu aufwändig. Suche also weiter...
Do
10
Dez
2009
Schallschlucker en miniature.
THE T.BONE MICSCREEN ist weniger Schallschutz, zugegeben. Aber er hilft, Gesang ohne störende Resonanzen und Reflexe aufzunehmen. Und zwar (fast) im Taschenformat - im Vergleich zu Kabinen.
Aber wer baut sowas schon für sein Homestudio?
Mi
09
Sep
2009
Gitarre hoch 25
Ehrlich gesagt: ich war nie so richtig in der Lage, E-Gitarren am Klang zu erkennen. Vielleicht war es mir auch nie so wichtig - wenn der Klang zum Stück passt, was soll's? Und in der Tat, das eine bedingt das andere: ein anderer Sound gibt ein anderes Gefühl. Ein Gefühl wiederum braucht einen speziellen Klang.
Vielleicht ist dies der Grund, warum mir die Variax ins Haus kam. Sie bietet, was sie soll: Möglichkeiten. Nicht wirklich echt, aber glaubhaft, manchmal künstlich - aber eine große Spannbreite an Modellen, und eine akzeptabel bespielbare Gitarre. Modellieren ist die Idee: abgenommen wird der Klang nicht über die typischen Abnehmer, sondern per Piezo - und dann durch die eigene Elektronik gepumpt. Was auch ein einzigartiges Ausssehen hergibt, da keine Abnehmer zu sehen sind.
- 1960 Fender Telecaster Custom
- 1968 Fender Telecaster
- 1968 Fender Telecaster Thinline
- 1959 Fender Stratocaster
- 1958 Gibson Les Paul Standard
- 1952 Gibson Les Paul “Goldtop”
- 1961 Gibson Les Paul Custom (3 PU)
- 1956 Gibson Les Paul Junior
- 1976 Gibson Firebird V
- 1955 Gibson Les Paul Special
- 1959 Gretsch 6120
- 1956 Gretsch Silver Jet
- 1968 Rickenbacker 360
- 1966 Rickenbacker 360-12
- 1961 Gibson ES-335
- 1967 Epiphone Casino
- 1957 Gibson ES-175
- 1953 Gibson Super 400
- 1959 Martin D-28
- 1970 Martin D 12-28
- 1967 Martin O-18
- 1966 Guild F212
- 1995 Gibson J-200
- 1935 Dobro Alumilite
- Danelectro 3021
- Coral/Dano Electric Sitar
- Gibson Mastertone Banjo
- 1928 National Style 2 "Tricone"
Originale werden nachgebildet. Der Grundsound wird umgerechnet, quasi das VST im Holz. Für mich funktioniert es. Die Gitarre selber musste noch ein wenig "überarbeitet" werden, weil Qualität von Griffbrett und Bünden nicht ganz so sauber war - sie lässt sich aber gut bespielen.
Den Rest mache ich sowieso im Mix, da ist der Grundsound des Modells ausreichend - wenn auch manchmal sehr "spitz" - aber ich nehme lieber Höhen aus dem Mix als die wenigen künstlich zu verstärken. Und der Sounds gibt es eine ganze Menge. Das Ausprobieren macht Spaß und liefert Ideen. Einfach mal auf eine 12-Saiten-Akustik umschalten, um zu hören, wie es dann klingt - ein Dreh am Knopf. Und wann hat man schon mal eine Sitar zur Hand?
Die Gitarre selber ist durchschnittlich, nichts auffälliges halt - bis auf die Elektronik und die Kabelbuchsen. Sie lässt sich mit einem normalen Kabel betreiben, dann müssen aber Batterien eingelegt werden. Oder man nutzt ein spezielles Kabel mit einer kleinen Box, die dann mit einem Netzgerät verbunden wird. Ausserdem kann ein optionales Kabel verbunden werden, welches eine digitale Verbindung mit zBs. Vetta Amps von Line6 bietet. Mir aber egal, weil nicht gebraucht.
Wie gesagt, die Gitarre bietet Möglichkeiten, "wärmt" aber nur bedingt - der Funke springt über ob der Klänge und Vielseitigkeit, nicht immer des Bespielens willen. Sie ist ein vielseitiges Arbeitsgerät und sie sieht irgendwie cool aus.
- Herstellerseite: Line6
Fr
28
Aug
2009
Bässer geht sicher
Von Haus aus bin ich Bassist. Ein verhinderter Gitarrist halt. Interessanterweise habe ich aber bisher nur zwei Bässe besessen. Dem ersten habe ich vor vielen Jahren selber die Bünde entfernt und die Rillen mit Holzkit aufgefüllt... Daher war der zweite Bass folgerichtig fretless. Das ist einer der Gründe, warum ich heute noch einen Bass habe. Denn: Basslinien lassen sich heute als Samples sauberer einspielen - bis auf den Fretless-Sound. Das muss einfach "echt" sein. Ausserdem bin ich von Haus aus Bassist. Es macht einfach Laune manchmal.
Als Kompromiss für "manchmal muss es echt sein" und "eigentlich mache ich heute anderes" sollte der Bass preiswert sein. Aber auch funktionieren.
Daher wurde es erstmal die Hausmarke von Thomann. Harley Benton HBB400FL, eigentlich ein preiswerter Einsteigerbass. Fühlt sich ganz gut an, ist halbwegs ausbalanciert, leicht sogar - was ich ganz gerne mag. Sattel und Saitenführung mussten zwar massivst angepasst werden, aber das Ergebnis ist ausreichend.
Und die Abnehmer mussten raus, die klangen einfach zu dumpf und kraftlos. Also ein EMG PJ-X SET rein, aktiv, hebt.
Um das eine oder andere Stück einzuspielen - welches den Fretless-Sound braucht - durchaus brauchbar. Auch, um mal den "alten" Bassisten zu kitzeln. Zu Hause als Bedroom Recorder.
Es hier gilt: es bietet eine Möglichkeit, ist aber nicht wirklich eine Herzensangelegenheit.
Nachtrag:
Es hat mich dann doch gepackt... Der Harley Benton ist gar nicht übel und lässt sich für Aufnahmen gut verwenden, aber... ich wollte doch mal wieder ein bißchen mehr. Daher habe ich mich mal bei Ibanez umgeschaut und das knurrende Teil SR 505 gefunden, mehr hier.
Di
02
Jun
2009
Zurück in die Zukunft - die Nierenform: Line6 Pocket Pod
Ein Menge Klänge in einer kleinen Kiste, und auch ein paar Knöppe. Ob über Kopförer oder vor den Recordinginput geschaltet, die Kiste bietet enorm viele Möglichkeiten. Was die Form nun genau soll: keine Ahnung. Leider leidet für mich die Bedienung auf der doch relativ dichtegedrängten Front - irgendwie ist es Gefummel. Und gerade deswegen legt man die Kiste dann doch irgendwo hin - wo sie permanent wegrutscht. Hmm...
Zugegeben: es steckt erstaunlich was drin in der kleinen Niere - die Tests haben schon Recht. Auch die Effekte und Sims (32 Ampmodelle, 16 Cabinetmodelle und 16 Effekte) sind vielfältig und brauchbar. Jede Menge brauchbarer Presets (über 300), aber...
Ich konnte mich nie richtig damit anfreunden. Wie gesagt, fitzelig - Mehrfachbelegungen mit einem zu kleinen Wahlschalter - und - für mich - schlicht "zuviel". Klingt blöd, aber es gibt zuviele Möglichkeiten. Was nützt mir die ganze Palette, wenn ich doch relativ "eng" an meinem Wunschsound bleiben möchte? Kleine Eingriffe genügen mir häufig - und dafür sind die Knöppe zu klein, ein feines Justieren ist kaum möglich. Und die Veränderungen sind teilweise viel zu drastisch. Leider zeigt man hier, was möglich ist - spektakulär, was da an "Klang" reinpasst - aber für mich manchmal zu viel Effekthascherei.
Auch wenn man sich an die Hörgewohnheiten der iPod-Generation gewöhnt haben mag: es ist mir zu drastisch, zuviel, häufig zu künstlich und überspitzt. Und das Display hilft mir da auch nicht.
Es gibt die Möglichkeit, am PC Klänge zu tweaken und zurück zuspeichern, cool, aber nicht mein Ding. Zuviel Aufwand.
Wer gerne mal eben üben möchte und handlich verschiedenste Klangvariation braucht: zugreifen. Auch direkt in eine PA oder ins Recordingpult gespielt - brauchbar.
Aber mir is dat zuville.
Bedroom Recorder


