Unter der Lauthaube. Oder: wie klingt es nun wirklich?

Bedroom recording hat einen Riesennachteil: Lautstärke. Oder eben die Vermeidung dieser. Also wird die Lauthaube übergestülpt - dann kann es auch mal laut sein. Aber... das Ohr ist ein wunderliches Ding, und verhält sich nicht nur lautstärkeabhängig, sondern achtet auch noch auf die Frequenz. Und Klang ist ebenso wunderlich, so spielen Raum und Richtung des Schalls eine große Rolle und nehmen deutlichen Einfluss aufs Erleben. Es macht mich wahnsinnig.

Natürlich funktionieren Aufnahme, Mix und Monitoring unter dem Kopfhörer super, gerade  beim persönlichen "jammen", auch die Mitbewohnerin ist beruhigt. Das Problem tritt dann auf, wenn man nach getaner Arbeit nochmal alles über "normale" Boxen hören möchte... Saft- und kraftlos, dröge, dumpf und unausgewogen. Oder die interessanten kleinen Gegenmelodien sind gar nicht mehr zu hören und gehen in irgendeinem Frequenzknubbel unter. Oder irgendwas ist viel zu laut oder "spitz" im Mix.

Höhrrichtung, Stil, Training

In der Tat ist mein Setup in der jetzigen Form noch relativ neu für mich; da fehlt noch ein wenig die Hörrichtung. Und, schon erwähnt, erschlägt weiterhin schlicht die Fülle der Möglichkeiten, ob und wie Klangmanipulation eingesetzt werden soll. Und - ich gebe es zu - eine Entscheidung hin zu einer "Richtung".

Glücklich der, wer mit kleinem Instrumentensetup arbeitet und neben Gitarre und Gesang noch ein wenig Percussion einsetzt. Oder eben derjenige, bei dem es einfach nur laut knallen soll, komprimiert bis an die Grenze.

 

Für den A/B-Abgleich (Kopfhörer - Lautsprecher) fehlt oft Zeit und Ruhe, auch muss das Gehör trainiert werden, sowohl als auch. Es wäre schön, würden all die Bemühungen Früchte tragen, Kopfhörer zu entwerfen, die hier ein Raumgefühl simulieren wollen - was aber aus rein physikalischer Sicht vollkommen unmöglich ist.

 

Es gibt einen kleinen Ausweg - jedenfalls habe ich einen kleinen Weg für mich gefunden: Isone Pro von http://www.jeroenbreebaart.com/, 20 Euronen gerade mal. Natürlich geht dies wieder mit massiven Manipulationen des Sounds, denn es muss ein Raum simuliert werden.  Aber das funktioniert gar nicht schlecht - neben verschiedenen Boxensimulationen werden auch Raumsituationen simuliert. Natürlich fehlt mir der direkte Vergleich... aber am Ende klingt der Song wesentlich ausgewogener, wenn man dann noch mal über die Boxen gegenhört. Und: es strengt wesentlich weniger an. 

Ins Ohr.

Ich nutze einen Ultrasone Kopfhörer: ein wirklich guter Klang und mit dem Bemühen, den kopfhörertypischen "im Kopf"-Klang zu umgehen. Nennt sich "S-Logic Natural Surround Sound". Durch versetzen der Klangerzeuger im geschlossenen Hörer soll hier auch die Ohrmuschel mit einbezogen werden - und damit auch deren Einfluß auf den Klang mit einbezogen werden. Was nicht wirklich funzt, aber die Dinger sind schon recht hochwertig. 

 

In Verbindung mit Isone ganz hilfreich.

 

Aber es geht nichts über Lautsprecher im Raum. Mist.

VST für Mixing mit Kopfhörern

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