EV Blue Cardinal - Gesangswandler der besonderen Art...

Gesangsaufnahmen sind eben nicht nur ein technisches Thema. Wie alles andere auch... Es gibt unendliche viele Diskussionen im Netz zu "wie nehme ich Gesang richtig auf", Tipps, Tricks, ganze Büchereien. Im Grunde ist das Ziel recht einfach: es soll gut klingen, nicht übersteuern und "P" und "S" sollen nicht knallen oder zischen. Beim "gut klingen" geht es dann los: denn was ist "gut"? Dachte ich, ein Großmembranmikro wie das T-Bone SC1100 passt preislich in mein kleines Homestudio, so stimmte dies auch für den Anfang, bzw. für die ersten Usecases... Aber irgendwie klang es mit der Zeit unausgewogen. Also mal nach einem anderen Schallwandler geschaut...

Unausgewogener Klang? Geht das überhaupt? Ist ja auch abhängig vom erwarteten Ziel - das T-Bone macht seinen Job schon gut und klingt recht sauber. Es bietet einige Optionen, die für den Preis beachtlich sind - aber für mich gar nicht so relevant: Trittschall (Tiefpassfilter) klick ich am Mixer weg, die Richtcharakteristik bleibt immer gleich. Es ist rauscharm, es gibt 'ne braucbare Mikrospinne und ein nettes Köfferchen.

 

Aber es klingt mit meiner Stimme einfach zu spitz. Natürlich hat jeder irgendwann einen Klang im Ohr, den man für die eigene Stimme wünscht... und der ist subjektiv. Gott sei Dank. Ich habe gemerkt, dass ich immer mehr mit dem EQ rumgespielt habe, um den Klang so lange zu dängeln, bis er passt. Was nicht nur nervt, sondern teilweise auch nicht mehr ging. 

EQing to death

EQ ist sicher immer mal nötig - um zu korrigieren, aber nicht um den Klang zu formen. Mittlerweile habe ich auch eine gute Kompressoreinstellung gefunden - und nehme sogar recht restriktiv einen Limiter mit in den Kanal. Aber es wurde zuviel des EQ bei mir und dem T-Bone: die Präsenz war einfach nicht zu zwingen. Ich sach ma: verschlimmbessert.  Der Gesang klang "daneben". Neben dem Mix irgendwie... nicht gut.

 

Im Grunde ist das T-Bone wohl zu ehrlich - mit einer leichten Überbetonung der hohen Mitten. Für meine Stimme ist es einfach nicht passend.

 

Nachdem ich im Netz rumgestöbert habe, bin ich über das Elektro-Voice Blue Cardinal gestolpert. Es ist schon seit 2005 auf dem Markt, wurde 2008 neu aufgelegt und ist wahrscheinlich vielen aufgrund der Optik keine ernstzunehmende Alternative. Ich finde, es sieht cool aus - und das Auge isst ja bekanntlich mit.

Blue Cardinal

Ein griffiges Kondensatormikro, welches durchaus färbt - und das soll es! Viele nutzen es für Instrumente, die in den tiefen Mitten Druck und Differenziertheit brauchen (Toms, Congas, Gitarre). Oder um Frauenstimmen voll und warm zu transportieren... Oder eben einfach Gesang - und zwar auch auf der Bühne, das scheint gut zu funktionieren. Das Ding bringt bei mir jedenfalls die Präsenz in die Aufnahme, die ich mir wünsche. Genau in dem Bereich, den ich für meine Stimme (subjektiv) brauche. Jedenfalls bekomme ich es sauberer in den Mix, neben meinen mitten-lastigen Gitarren.

Klingt.

In der Tat ist der Nahbesprechungseffekt deutlich ausgeprägter als beim T-Bone. Da ähnelt es den dynamischen Mikros. Aber es liefert einen ausreichenden Pegel und wenig Rauschen, so dass man ruhig ein wenig Abstand nehmen kann. Was auch ganz gut ist - es hat eine relativ große Oberfläche, so dass "P" und "S" im Grunde voll trefen. "P" - Laute werden relativ gut weggesteckt, aber mal Hand aufs Herz: es ist physikalisch gar nicht zu verhindern, selbst mit einem weiteren Poppschutz (den ich nutze). Da muss man schlicht mal am eigenen Gesangsstil arbeiten.

 

Out-of-the-Box bleiben - Gesangsstil! - die "S"-Laute ein Problem. Was physikalisch auch klar auf der Hand liegt...

Aber: es ist schon deutlich weniger ausgeprägt/ auffallend als bei meinem T-Bone.

 

"Sssss"....

Ich habe im Netz jemanden gefunden, der einen wirklich hilfreichen Tipp bei der Hand hatte: der Schaumstoff hinter dem Gitter ist relativ dünn, dieser soll ja die Zischlaute dämpfen. Daraufhin habe ich ein weiteres dünnes Stück Schaumstoff in die Kapsel verbracht - das Gitter lässt sich mit Hilfe drei kleiner Schrauben lösen - und höre da: es hilft! Das Mikro ist nun deutlich weniger empfindlich. 

 

Mit dem ihm eigenen Klangcharakter und meiner Vorstellung meiner Stimme passt dies Mikro nahezu perfekt, ich könnte nicht mal den Finger drauf legen, was genau anders ist... aber es passt und lässt sich gut in den Mix integrieren.

Rote Kugel

Es ist nicht wirklich rund, hat aber eine interessante Form. Bedingt dadurch passt es nicht in eine Mikrospinne, lässt sich aber gerade deswegen gut positionieren, sollte mal ein Instrument aufgenommen werden. Da ich meinen Mikroständer sowieso unter der Decke habe und das Mikro hängt, ist die Spinne zur Entkopplung nicht wirklich wichtig.

 

Auf einer Bühne - und dort wird es von einigen durchaus eingesetzt - wird das Ding jedenfalls ein Hingucker sein. Im kleinen Studio wirkt es auch...

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