Songwriting am Piano... für Nicht-Pianisten. EZ Keys.

Bin eigentlich eher zufällig drüber gestolpert, habe es dann spontan runtergeladen, trotz meiner Warnung an mich zum Thema AKS (Ausrüstungs-Kauf-Syndrom)... Und sowas habe ich wirklich nicht erwartet: ich glaube, dieses Stück Software wird die Art Songs zu schreiben, zu arrangieren und die computerbasierte Musik im Ganzen für viele dramatisch ändern können. Gerade für Musiker wie mich, die mit Keyboards und Pianos immer ihre Schwierigkeiten hatten, aber deshalb nicht darauf verzichten wollen. Es geht um EZ Keys von Toontrack, die ja auch den bekannten EZ Drummer auf dem Markt haben und auch hier das Erstellen von Drumtracks deutlich vereinfacht haben. Aber EZ Keys geht noch weiter - wer will, kann nicht nur unkompliziert midibasierte Pianoläufe bauen, sondern auch tiefer in die Musiktheorie einsteigen und eine Menge lernen...

Auf den ersten Blick

Aber von vorne: auf den ersten Blick bietet EZ Keys ein weiteres einfaches, kleines und nett klingendes Klavierplugin als zentrale Funktion. Es lässt sich Taktart und -tempo einstellen, Notenschlüssel etc., als VST betreiben oder Stand-Alone (32 und 64bit).

 

Darüberhinaus bietet es aber eine unglaublich einfache Unterstützung für das Komponieren.

Ähnlich wie beim EZ Drummer sind voreingestellte Grooves und Patterns (Midi) vorhanden - es können auch andere Midifiles verwendet werden- , die direkt für das Piano genutzt werden können. So kann einfach per Drag&Drop ein Pianolauf zusammengestellt werden - für einen Nicht-Tastenmensch wie mich perfekt. Das alles ist nicht wirklich neu. Aber es gibt diese Patterns in verschiedenen "Geschmäckern" für alle Songteile (Intro, Verse, Chorus, Bridge), die nicht nur beliebig auf den internen Midiplayer gezogen werden, sondern auch dort direkt transponiert oder umarrangiert werden können - es ist  auch möglich, die Akkorde direkt zu ändern und dies kontextbezogen. Nicht Note für Note, sondern als Akkord. Und hinterher kann man einfach das Midifile in die DAW ziehen, um es dort weiterzuverwenden.

Musiktheorie? Warum?

Gerade beim rumklimpern ist ja nun die Musiktheorie egal (ist mir in der Regel immer egal...), welche Akkordstruktur nun wie anzuwenden sein mag, na und? Aber: EZ Keys bietet einige hilfreiche Tools, die vollkommen unaufdringlich genau dort unterstützen.

 

Zieht man ein Midi Pattern in den Arranger, wird automatisch die Akkordstruktur analysiert und angezeigt, das macht das Mitspielen umso einfacher. Cool wird es, wenn man dann das "Smart transpose wheel" anklickt - also den Quintenzirkel - dort lassen sich alle vorhandenen Akkorde per Mausklick beliebig verändern oder durch Variationen erweitern.  

Im Zentrum steht der aktuelle Akkord, und jeder Schritt geht eine Quinte hoch (oder hinunter). Alle Akkorde, die "natürlicherweise" im Kontext stimmen, werden hervorgehoben. Über dem Zirkel findet sich die Möglichkeit, die Akkorde zu variieren (zBs. Major 7 oder Sus4...), bis hin zu detailierten Noten. Das Ganze ist einfach und intuitiv zu bedienen, aber enorm wirkungsvoll - und gibt die Möglichkeit, den eigenen Stempel aufzudrücken.

Wie erwähnt, die Sahne ist - in Bezug auf die Theorie - die intelligente "Vorschlagsfunktion" in diesem Quintenzirkel: es werden automatisch die Akkorde hervorgehoben, die im Kontext am Besten passen würden. Das hilft recht gut und kann ganz lehrreich sein. Das Ganze kann auch dem Zufall überlassen werden und führt zu interessanten Vorschlägen - gerade auch im Zusammenhang mit dem jeweils gewählten Notenschlüssel.

 

 

Hilfreiche Basis: die Bibliothek

Als mehr saitenorientierter Musiker, der Keyboards und Synthis eher immer als Begleitung oder Effektmaschine benutzt hat (auch Mangels Können),  oder eben mühselig miditechnisch solche Läufe zusammengesetzt hat, finde ich das Tool äusserst hilfreich. Da das Ganze als Midifile einfach in anderen Tracks in der DAW verwendet werden kann, lassen sich von einfachen bis komplexen Arrangements - und / oder anderen Sounds - komplette Songs zusammensetzen: ohne im geringsten der eigenen Kreativität programmtechnisch bedingt Grenzen zu setzen.

 

Die mitgelieferten Patterns sind wirklich gut, sie können verwendet werden ohne künstlich zu klingen (sie sind "live" eingespielt worden) und sind sinnvoll kategorisiert (Pop/Rock, Soul, Country, Gospel, Jazz, Blues, Boogie, Funk etc.) und strukturiert in Strophe, Refrain, Bridge etc. Man kann so innerhalb weniger Sekunden einen ganzen Song zusammenstellen, der auch noch authentisch klingt. Soweit mit midigeneriertem Sound möglich...

Spielerisch lernen, wer will

Es gibt über 20 Seiten zum Thema Musiktheorie, unterstützt wird dieses "Tutorial" mit entsprechenden Midifiles. Zusätzlich gibt es einen Modus, indem die Fingersätze nachvollziehbar angezeigt werden um sie entsprechend zu üben.

Ohne es zu ahnen mag Toontrack hier eine der coolsten Trainingssoftware zusammenprogrammiert haben, die ich bis jetzt gesehen habe. 

Fazit

Natürlich mag der Sound nicht unbedingt vergleichbar mit den großen Soundlibraries sein. Wobei diese Art Diskussion sowieso nerdish ist... Was sicher auch nicht Sinn der Sache ist - das Piano klingt aber gut genug, um im Mix zu funktionieren. Für mich - als reine Komponierhilfe - reicht es vollkommen. Ausserdem ist die Bibliothek klein genug (600MB), damit das Programm schnell startet und nicht viel Ressourcen frisst - in der Tat gibt es zur Zeit nur das eine Piano, wobei hier sicher weitere Samplesammlungen nachgereicht werden.

 

Ebenso sind die Effekte nicht besonders, wobei: EZ Keys kann sowohl Stand-Alone, wie auch als VST in die DAW eingebunden werden. Da kann man dann auf die eigene Effektsammlung zurückgreifen.

 

Für mich ist der Kern des Programms die Komponierhilfe - und da ist es stark!

 

So einfach habe ich noch nie  einen Pianopart zusammengestellt, angepasst oder transponiert. Will man "mehr" Sound, dann lässt sich das Ganze als Midifile in die DAW ziehen und die eigenen Samples nutzen - perfekt. Kurz: reduziert auf das Nötigste, ohne zuviel Ballast mit simplen, aber unglaublich mächtigen Tools zum Komponieren.

Bespielt...

Was nach einiger Zeit des Gebrauchs aufällt, bzw. teilweise ziemlich nerven kann, ist die Art und Weise wie Maus- und Tastensteuerung der gewohnten Arbeitsweise NICHT entsprechen.

 

So springt die Miditimeline lustig, wenn die Maus verwendet wird, gerade bei Copy und Paste. So findet man sich plötzlich am Beginn der Timeline wieder, und muss erstmal wieder zum Arbeitsschritt zurückkehren. Was auch nicht immer einfach ist, da die "Scrollpfeile" immer wieder angeklickt werden müssen, um in Einzelschritten voran zu kommen. Apropo Copy & Paste: es gibt dafür keine gewohnten Tastaturkürzel (kein ctrl+C oder ähnliches) und vor allem kein "Rückgängig"!

 

So klasse als Komponierhilfe, so ist die Bedienung höchst gewöhnungsbedürftig. Achso: leider kann man das Fenster nicht in der Größe verändern...  Die Timeline damit immer Zentrum des Hin- und Herscrollens. Nervig!

 

Ich hoffe, Toontrack bessert da noch nach.

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