Gretsch: angesehen, angespielt, verliebt...

Es gibt viele Mythen über Gretsch Gitarren, sie haben eine lange interessante Geschichte, aber eigentlich nicht in dem Bereich Musik, den ich so höre. Eine Größe halt im Country, Blues, 50ths, 60ths, dachte ich...
Bis ich diese für Tim Amstrong (The Rancid) angefertigte fand: ein Punker? Mit einer Semi-Akustik? Einer Gretsch? Weitere "Nachforschungen" zeigen, dass neben den üblichen Gretsch-Musikern (Chet Atkins, Bo Diddley, Elvis, Reverend Horton Heat, Brian Setzer, Eddie Cochran, George Harrison...) über Bono und The Edge, Pete Townshend, Brian Jones, Malcom Young und Billy Duffy auch andere Gretschgitarren einsetzen... Und damit klanglich ganz anders aufspielen können. Grund genug für mich mal reinzuhören...

 

Tim Amstrong Signatur Modell... echt schick

Obwohl ich für "Signaturemodelle" gar so nicht schwärme, habe ich schon bei meiner Telecaster das Prinzip durchbrochen - wegen des ungewöhnlichen Set-Ups.

Bei dieser Gretsch dann fand ich die Version auf den ersten Blick richtig Klasse: matt-schwarz, güldene Hardware, weiße Bindings, alles auch ein wenig größer... Korpus, Hardware. Hatte früher nie so richtig hingeschaut, war immer so ein Bluesgedöns und hatte auch farbentechnisch immer was eher langweiliges. Aber nun.

Electromatic oder Professional?

Bei Gretsch gibt es grundsätzlich zwei Gitarrenserien, Electromatic und Professional. Steht die Electromatic für günstig - "Made in Korea" um die 600€-800€ - so steht die Professional für Hochpreis und "Made in Japan", beginnen so bei 2.500€ - interessanterweise keine Fertigung in den USA. Natürlich stattet Gretsch die Gitarren auch unterschiedlich aus, so haben die Electromatics keine FilterTron Tonabnehmer und die Mechaniken sind auch nicht z.B. von Sperzel oder Grover. Eine Ausnahme unter den Elektro-Akustikgitarren bildet dieses Tim Armstrong Signature Modell, hier gibt es echte FilterTrons und Grover Mechaniken für einen moderateren Preis (so ab 1.100€) - im Vergleich zu den Professionals, die in der Regel eben bei 2.500€ anfangen. Nur leider: keinen Koffer, der sollte bei solch einem Model schon noch dazugehören.Der Unterschied zwischen diesem Signaturmodell und seinen teuren Schwestern fällt klein aus: Boden, Zargen und Decken sind wie bei den meisten Professionals aus laminiertem Ahorn (im Gegensatz zu  Fichtendecken), der Hals ist wie bei allen Modellen aus Ahorn. Das Griffbrett ist bei den Pros meist aus Ebenholz, bei dieser ist es "nur" aus Palisander und ein Bigsby Tremolo gibt's auch keines. Aber ehrlich: finde ich auch nicht wirklich... hübsch.

Remake mit eigenem Charakter

 

Die Schaltung ist normal aufgebaut, d.h. wie bei den Les Paul gibt es per Abnehmer Volumen und Tone, einen dreifach Toggle, aber zusätzlich ein Mastervolume - was ich ziemlich hilfreich finde... Ich überlege, ob ich auch meiner Les Paul einen verpasse. Die teuren Gretsch Professionals verzichten auf Klangregler und haben stattdessen einen dreistufigen Tonschalter - ist mir der Poti lieber.

 

Als Vorlage für die TA diente wohl ein Model aus den 70ern - der '71 Country Club, aus einer Zeit in der die Gretschs nicht besonders waren, die Firma war damals in fremder glückloser Hand. Mittlerweile gehören sie zu Fender, was der Qualität deutlich geholfen hat. Gott sei Dank hat Gretsch bei der TA nicht einfach kopiert, so gab es nicht dieses coole Mattschwarz und der Hals war geschraubt, nicht eingeklebt. Aber sonst ist die TA ziemlich nah an der Vorlage, so findet man z.B. die "BlackTop FilterTron" Tonabnehmer mit den extrabreiten Metallrahmen in dieser Ausführung bei keinem anderen Modell, und die Saitenhalterharfe wurde auch ziemlich gut nachgebaut. Beim Steg handelt es sich um einen klassischen Tune-O-Matic Steg mit einem Sockel aus Palisander. 

Auf den Punkt: sie sieht super aus.

 

Sie klingt!


Der Klang: Jedenfalls nicht bluesig... wenn man nicht will. Passt zum Punker, aber kann auch fast jeden anderen Sound - ich finde sie äusserst variabel, sie hat Druck und eine Präsenz - sie schreit, wenn man will, die FilterTrons tun ihren Dienst, vor allem für die Rhytmussektion! Akustisch gespielt ist die Gitarre recht laut und klingt auch ganz gut, zum Üben perfekt.

 

 

 
Sie lässt sich super bespielen!

 
Die Gitarre liegt gut in der Hand und ist leicht kopflastig, aber vollkommen erträglich. Die Mensur ist etwas kürzer gehalten (61,8 cm), mit Jumbobünden, das Griffbrett nicht zu schmal und nicht zu dick. Dafür lassen sich auch dickere Saiten komfortabel spielen, der Klang dürfte dann noch fetter werden. 

 

Und - für mich neu - sie hat einen Nullbund, was den tiefen offenen Akkorden klanglich guttut, da auch leere Saiten gut klingen, da über einen Bund gespielt: stimmstabil, ohne großes Schnarren, ich habe mich noch nie von Anfang an so gut auf einer Gitarre gefühlt. Diese Gitarre ist für die vollen Akkorde einfach das Non-Plus-Ultra.


Mein neuer Favorit!

 

Gretsch hat hier ein tolles Signature Modell im Angebot, welches über eine auffällige, originelle und coole Lackierung verfügt und mit ein Paar guten FilterTron Pickups mit ordentlich Charakter versehen wurde. Dicke Pluspunkte erhält sie von mir, da sie wegen der kurzen Mensur sehr leicht zu spielen ist, sehr ausgewogen daher kommt und trotz ihrer Dimensionen keinesfalls zu viel wiegt. Die Grover Mechaniken und die fixe Saitenhalterung sorgen für Stimmstabilität.

 

Was fehlt ist ein Koffer oder zumindest ein Gigbag, bei diesem Preis gehört es einfach dazu.

 

Trotzdem: Ich bin verliebt. Die gebe ich nie wieder her.

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Ibanez SR405 Bass

ESH Various Fretless

Gretsch Tim Amstrong Sign.

Line6 Variax 

 

 

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