Studio in the box: Studio One...

Weil die Diskussionen über Sequenzer, also die Software mit der man aufnimmt und Songs bearbeitet, meist sofort mit Emotionen und ideologischen Auswüchsen aufgeladen werden, habe ich meinen Wechsel von Reaper auf Studio One erstmal gar nicht groß kundgetan. Weil es im Grunde nicht um besser oder schlechter geht, sondern um das eigene subjektive Empfinden beim Umgang damit. Punkt. Jede Software hat Stärken und Schwächen - und die Summe all dessen ist es. Und eben, was man eigentlich so damit anstellen will. Mir war Reaper irgendwann schlicht zu anstrengend. Also jetzt: Studio One.

Workflow und Presets

Ich hatte vor geraumer Zeit mal Studio One noch in der Version 1 unter der Maus und war grundsätzlich angetan. Zu der Zeit bot aber Reaper noch mehr Möglichkeiten. Ausserdem war ich so daran gewöhnt. Als Studio One in der Version 2 auf den Markt kam - im Vergleich ist es immer noch eine recht "junge" Entwicklung - bemerkte ich, was mich an Reaper dann eigentlich störte. So cool die Eingriffsmöglichkeit dort auch sind, so sehr nahm es aber auch Zeit in Anspruch und das Musikmachen rutsche immer wieder in den Hintergrund. Ob ich es wollte oder nicht - ich fand mich immer wieder dabei, in diverse Parameterdschungel einzutauchen und mich a) damit auseinanderzusetzen zu müssen und b) das "Optimum" zu finden. Gefühlt habe ich nie auch nur die Basis gefunden, von der ausgehend ich dann optimieren konnte.

 

Studio One bietet eine saubere "Ein-Fenster-Oberfläche" und gibt doch die Möglichkeit, recht schnell an die nötigen Einstellungen zu kommen. Der Workflow ist einfach rund und wird durch die konsequente "Drag- and Drop" Umsetzung hervorragend unterstützt. Bei einem "Mehr-Monitor-Arbeitsplatz" lässt sich dann auch recht einfach diese Oberfläche aufsplitten: so habe ich Mixer, Spurliste und Informationsfenster auf drei Monitore verteilt und habe alles im Blick und kann mich dann immer auf das Nötige konzentrieren.

 

Im Gegensatz zu Reaper bietet Studio One zu den wirklich guten "Brot- und Butter"- Effekten, die mitgeliefert werden, zahlreiche nützliche Presets an, die als Grundlage hervorragende Ausgangsbasen anbieten - was hatte ich das bei Reaper vermisst!

Solide Basis mit kleinen Schächen, aber rührender Nutzergruppe

Für einige mag es als Kennzeichen gelten, wieviele - und ob überhaupt - "Pros" eine Software nutzen. Ich glaube, heute ist das eher zweitrangig, da in Zeiten schneller Rechner, billigem Speicher und zahlreichem Zusatzequipement sich die Unterschiede schnell nivellieren. War früher ein großer Invest nötig, um hohe Qualität zu produzieren, so hat sich dies deutlich gewandelt. Daher mag es eher ein gutes Zeichen sein, wenn viele Hobbyiesten so eine Software nutzen. Wie auch immer: gefühlt hält sich dies bei Studio One die Waage. Mag sich also jeder sein Argument heraussuchen...

 

So fühlt sich Studio One sowohl gut an, für den professionellen Ansatz, für den Einsteiger und auch um mal eben so zwischendurch schnell was aufzunehmen oder abzumischen. Sollten Fragen auftauchen: ob im hauseigenen Forum oder auf deren Facebookseite, es herrscht ein netter Ton, es werden viele hilfreiche Tipps gegeben - viele produzieren eigene Videos mit "How-To's" - und Probleme diskutiert auch unter Mitwirkung der Presonusleute aus der Entwicklung.

 

Moderate Updatepolitik, Features die mit der Zeit gehen

War bei Reaper die Updatepolitik als eher hektisch zu bezeichnen, so sind andere Hersteller "großer" Sequenzer zwischenzeitlich häufig im komatösen Tiefschlaf. As long it sells...

 

Presonus ist da schon durchaus moderat, aber betreibt mehr oder weniger regelmäßig Produktpflege. Es ist damit für den normalen Nutzer durchaus möglich, Schritt zu halten; anderseits habe ich nicht das Gefühl, man ruht sich auf den Lorbeeren aus.

 

Mag auch, wie im Forum durchaus auch mal kritisch angemerkt, der eine oder andere Bugfix auf sich warten lassen, so werden viele Bugs - oder Probleme - schon zeitnah angefasst, aber auch durchaus interessante Features hinzugefügt. So ist eine direkte Soundcloudanbindung gegeben, ebenso die Möglichkeit, Presets einfach online auszutauschen. Eine kleine Sensation war seinerzeit sicher eine neue Schnittstelle, die Melodyne als Drittanbieterprodukt wesentlich tiefer und nützlicher direkt in die Software integrierte. Weitere Integrationen mögen folgen - und machen das Paket umso runder.

 

Mir gefällts.

Presonus hat mit Studio One mittlerweile recht gute Aufmerksamkeit erregt, auch einige Preise eingeheimst. Jedenfalls ist es kein Geheimtipp mehr und sauber eingebettet in die Produktpalette von Presonus, aber durchaus mehr als eine simple Dreingabe: meine Wahl ist es sowieso und viele Umsteiger zeigen, es spricht auch die "Pros" an. Wer auch immer das ist.

 

Folgende Linktipps, um mehr zu erfahren und die hier fehlenden Details zu komplementieren:

 

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Kemper Profiler

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Yamaha THR10 

Yamaha THR5A

 

Presonus RM 16ai

Presonus CS18ai

Presonus Studio One

 

Korg Kronos

Ibanez RG425

Fender TC JA-90 

Ibanez SR405 Bass

ESH Various Fretless

Gretsch Tim Amstrong Sign.

Line6 Variax 

 

 

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