Alte Liebe rostet (fast) gar nicht... Ibanez RG425 von '86

Quasi ein Dachbodenfund... Und auch noch auf dem eigenen. Jahrelang lag sie dort nahezu unbeachtet, bin ich diverse Male mit anderen Modellen fremdgegangen, Line6 VariaxTelecaster, Les Paul, Gretsch... Und dann einfach mal wieder das Schätzchen in die Hand genommen. Warum habe ich sie bloß so verschmäht?

Gott sei Dank hat sie mir nichts übel genommen und wirkte auch nicht verstimmt. Wirklich nicht: nach allem, was ich so mit anderen Gitarren und Stimmstabilität erlebt habe - die Ibanez hat noch genau die richtige Stimmung, obschon die Saiten etwas gelitten haben und das nach jahrelangem rumliegen. Aber das war schon immer ein großes Plus: wegen des Vibratos hält der Klemmsattel alles im Lot, ein (unbeabsichtigtes) Verstimmen durch versehentliches Drehen der Mechaniken geht schon mal nicht. Ich habe mir seinerzeit viel Mühe gegeben, das Vibrato sauber schwebend einzustellen und das lohnt sich. Alles passt noch.

Soundtechnisch irgendwie 80er. Ist doch nicht schlimm?!

Man mag meinen, mit der eigenartigen Anordnung der Abnehmer ist nicht viel Abwechslung möglich, aber das täuscht. Ist ja etwas ungewöhnlich: anstelle in der Halsposition, findet man den vorderen Tonabnehmer hier in einer Mittenposition. Das führt zu Höhenreichtum - ich finde sehr "brilliant" - und trotz der Mittenposition gibt es auch durchaus genug Bass, wenn nötig. In meiner Sammlung ist es vom Sound her quasi die Strat. Dazu unten mehr.



Erstmal von vorne...

Dieses Modell gab es anscheinend nur ein Jahr, warum auch immer. Letztlich folgt sie der Roadstar II Series, mit Lindenholzkörper,  geöltem und geschraubtem Ahornhals und Palisandergriffbrett. Das Vibrato ist wohl ein von Floyd Rose lizensiertes (der Schriftzug findet sich auf meinem), ist aber ein damals von Ibanez entwickeltes Edge Vibrato. Es tut was es soll und das absolut stimmstabil und gut bedienbar.

 


Achja, das Rot...



Das Rot war schon echt  ätzend Achtziger. Habe sie damals Anfang der 90er kurzerhand nackig gemacht und den Lack runtergeholt... Die Linde habe ich geölt und fertig.

Funktional.

Funktional nicht zu beanstanden sind die Mechaniken - wobei, wenn einmal eingestellt - diese auch nicht mehr gebraucht werden, da das Feintuning am Vibrato erfolgt. Und das geht hervorragend, ob nun Floyd Rose oder Ibanez.

Klanglich bieten die Humbucker, mit Duo Sound System zum Umschalten in den Singlecoilbetrieb für mich den richtigen Sound, wenn auch die Tendenz zum "brizzeln" ab und an aufscheint. 

 

Die Tonabnehmer verfügen über geschlossene Kappen, wodurch sie optisch sehr modern wirken. Sehen aus wie aktive EMGs - dennoch sind die beiden Pickups die passive Sorte. Die RG verfügt über einen Lautstärke- und einen Tonregler, die jeweils als Pushpoti ausgeführt sind, um den jeweiligen Humbucker in den Singlecoilbetrieb umzuschalten. 



Klingt.

Wie schon erwähnt, der Klang ist - für mich - in ihrem Klangbereich irgendwie ausgewogenen und recht höhenreich dahergekommen. Auch "trocken" schwingt sie für sich und man ahnt den Höhenanteil.

 

Es ist keine Gitarre, die "alles" kann, aber warum soll sie auch? Ich entdecke den Sound gerade wieder und merke: das hast du eigentlich immer gesucht, gerade im Rythmusbereich und für kurze "The Edge"-Licks. Oder mehr noch: Charlie Burchill, sprich: Simple-Minds-mäßig. Ich weiß, der war eher mit der Paula unterwegs...

Delay, Reverb drauf und dann gerne auch mal Flageoletttöne mit einweben und am Hebel ziehen... stehe ich immer noch drauf und die Gitarre macht es einem einfach.

 

Die Humbucker stellen einen anständigen Cleansound zur Verfügung und transportieren den Höhenanteil sauber. Der Mittelpickup allein bietet klanglich - trotz seiner Position - ausreichend Bass an.

 

Steigert man den Grad der Verzerrung, wird der Ton zunehmend aggressiver und höhenreicher. Er ist kontrollierbar transparent, kann aber auch schnell mal anfangen zu zischen -  da muss man dann schon mal feinfühliger an den Potis drehen - ich habe die Abnehmer aber auch recht nah an den Saiten. Beide Humbucker zusammen liefern einen leicht nasalen Klang, ähnlich dem, der bei der Kombination von Steg- und Mittelpickup bei einer Strat erklingt.  Wobei auch hier dann schon mal alles ein wenig wummig-breiig werden kann - wie gesagt, ich habe die Abnehmer recht hoch eingestellt - auch hier gilt: vorsichtig an den Knöpfen drehen.

 

Im Einzelbetrieb der Abnehmer geht die Lautstärke erwartungsgemäß in die Knie. Mit diesem Sound kann man aber gut arbeiten - die Flageolettöne singen hier wirklich sauber - mit einem leicht übersteuertem Verstärker kommen nette Sounds zustande. Je nach Kombination von Singlecoil oder Humbucker hinten/vorne kann die Natur des Klangbildes sehr schön variiert werden.

Ist schon irgendwie anders.

Wie auch immer, sie gab es nicht lange, ist wohl nicht so gut gelaufen... Ich finde sie (wieder) klasse und spiele sie gerne. Sound stimmt absolut und sie lässt sich für mich perfekt spielen. Der Hals ist eher ein dünner und schmaler und passt für mich hervorragend. Mit der Pickuppositionierung sieht sie auch nicht so 08/15 aus...  

Hoffe, sie nimmt mir die lange Zeit der Nichtbeachtung nicht übel.

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Ibanez RG425

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ESH Various Fretless

Gretsch Tim Amstrong Sign.

Line6 Variax 

 

 

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